TGA-Newsletter: 15-2013 | 31.07.2013 (31.KW)

ENERGIE

Markt für Heizstromkunden öffnet sich

(c) Photodisc / Thinkstock
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Verbraucher mit Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen waren vom liberalisierten Strommarkt bisher weitgehend ausschlossen, da nur sehr wenige überregionale Stromversorger Tarife für Heizstromkunden angeboten haben. In der Folge waren die Verbraucher mit den höchsten Stromverbräuchen bisher praktisch an ihren örtlichen Versorger gebunden und mussten dessen Preise akzeptieren. Doch das ändert sich nun, das Vergleichsportal Verivox hat sogar schon einen Tarifvergleich für Heizstrom eingerichtet. „Wie bei der Liberalisierung des Gasmarktes erwarten wir jetzt auch beim Heizstrom eine schnelle Marktöffnung. Mit unserem Tarifvergleich für Heizstrom leisten wir einen Beitrag zu mehr Wettbewerb. Die Kunden haben nun mehr Handlungsmöglichkeiten, ihre Stromkosten zu reduzieren“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox.

Heizstromkunden mussten lange warten


Der Hauptgrund für die zögerliche Öffnung des Heizstrommarktes ist die relativ hohe Komplexität der temperaturabhängigen Belieferung von Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken. „Viele Stromversorger haben gezögert, da der Anbieterwechsel im Heizstrombereich mit hohem bürokratischen Aufwand und zahlreichen kalkulatorischen Unwägbarkeiten verbunden ist“, erläutert Lengerke. „Inzwischen gibt es aber eine Reihe von Stromversorgern, die Heizstrom überregional anbieten. Für die Kunden ist der Anbieterwechsel nun genauso einfach wie beim normalen Haushaltsstrom.“

Einsparpotenzial bei Wärmepumpen


Die Anzahl der Wärmepumpen in Deutschland steigt stetig an. Ein Musterhaushalt (Einfamilienhaus) benötigt durchschnittlich 7500 kWh/a für ihren Betrieb. Wer vom örtlichen Grundversorger beliefert wird, zahlt dafür im Bundesdurchschnitt 1630 Euro/a. Wer wechselt, kann im Durchschnitt eine Einsparung von 134 Euro/a erzielen.

Einsparpotenzial bei Nachtspeicherheizungen


Nachtspeicherheizungen sind vor allem in älteren Gebäuden zu finden. Sie werden in den Nachtstunden, wenn Strom vergleichsweise günstig ist, aufgeladen zur Wärmebereitstellung am folgenden Tag aufgeladen. Da bei Nachtspeicherheizungen die komplette Heizwärme aus Strom gewonnen wird, weisen sie hohe Stromverbräuche auf. Ein Musterhaushalt (Wohnung) benötigt rund 12.000 kWh/a und bezahlt beim örtlichen Grundversorger dafür durchschnittlich 2334 Euro/a. Sind alternative Angebote verfügbar, können die Stromkosten durch den Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter für Nachtspeicherheizungen um rund 136 Euro/a gesenkt werden.

Mit dem Heizstromvergleich von Verivox lässt sich ein passender Stromtarif (soweit verfügbar) in wenigen Schritten finden. Der Wechsel erfolgt reibungslos, der neue Stromanbieter kündigt beim bisherigen Versorger. ■
Jochen Vorländer

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