TGA Raumlufttechnik

TGA Ausgabe 06-2010
Wohnungslüftung

Zuluft nach Bedarf

Abb. 2
Nutzungsbeispiel: Lüftungsbedarf im Wohnzimmer am Tag (links) und in den Schlafräumen in der Nacht (rechts). Durch ansteuerbare Luftdurchlässe und eine druckkonstante ­Betriebsweise der Ventilatoren kann die Lüftung entsprechend der auftretenden Lasten erfolgen.

Das Funk-Lüftungssystem Ventilogo ­EasyWave von ZLT bietet neue Gestaltungsansätze in der Wohnungslüftung: Manuell und über Sensoren können die Volumenströme per Funk entsprechend der momentanen Nutzung raumweise ­gesteuert werden.

Die bedarfsgerechte Lüftung von Wohnungen und Wohngebäuden stellt eine wesentliche Grundlage zur Reduzierung des Energieeinsatzes beim Betrieb von Lüftungsanlagen dar. DIN 1946-61) legt darum mehrere Lüftungsstufen fest, bei denen der Luftvolumenstrom dem jeweiligen Ziel entsprechend angepasst ist:

Außenluftvolumenstrom zum Schutz der Gebäudesubstanz vor Feuchteschäden

Außenluftvolumenstrom zur Sicherstellung der hygienischen Mindestanforderungen bei reduzierten Stoff- und Feuchtelasten

Außenluftvolumenstrom zur Sicherstellung der hygienischen Anforderungen bei geplanter Nutzung der Wohnung

Außenluftvolumenstrom zum Abbau von Lastspitzen

Was für die Beheizung jedoch selbstverständlich ist – dass in jedem Raum eine individuelle Temperatur geregelt werden kann – wird bei der Lüftung von Wohnungen bisher nicht realisiert. Wird beispielsweise die Partytaste am Lüftungsgerät betätigt, erhöht sich über das einmal fest einregulierte Lüftungssystem der Volumenstrom in allen Räumen. Obwohl die Party im Wohnzimmer stattfindet, werden auch die Kinder- und die Schlafzimmer stärker gelüftet. Andererseits: Wenn die Familie schläft, warum sollte dann das Wohnzimmer entsprechend der geplanten Nutzung gelüftet werden? Höchstens im Sommer lässt sich über eine Nachtauskühlung ein Nutzen erzielen. Doch unterm Strich wird mit der bisher üblichen Betriebsweise mehr Energie aufgewendet als notwendig ist.

Bedarfsgerecht lüften würde man, wenn man den Luftwechsel dort verstärkt, wo Stoff- und Feuchtelasten auftreten und dort minimiert, wo sie nicht auftreten. Beispielsweise könnte man dazu gezielt Lüftungszonen schaffen, die dem typischen Tagesablauf der Gebäudenutzer angepasst sind, etwa eine Tag-Lüftungszone und eine Nacht-Lüftungszone. Führt man den Gedanken konsequent fort, kann sogar das gesamte Lüftungssystem inklusive dem Lüftungsgerät kleiner und damit kostengünstiger dimensioniert werden.

Neu: Druckkonstanter Betrieb

Beim Lüftungsgerät würde sich wenig ändern: Es wäre nur ein Wechsel vom bisher „volumenstromkonstanten“ zum „druckkonstanten“ Betrieb zu realisieren. Der Volumenstrom wird dann dezentral geregelt bzw. gesteuert.

ZLT Lüftungs- und Brandschutztechnik hat mit dem Funk-Lüftungssystem Ventilogo EasyWave jetzt die Voraussetzungen dafür geschaffen. Zum System gehören Lüftungsventile, die mithilfe von Funksendern angesteuert werden können. Der Luftvolumenstrom je Ventil kann so auf ­die ­Stellungen Zu, Mindest-Volumenstrom und Nenn-Volumenstrom eingestellt werden.

Dafür stehen mehrere Typen von Sendern zur Verfügung, die auch in Kombination mit einer Zeitschaltuhr oder mit Sensoren (Feuchte, CO2, Luftqualität) eingesetzt werden können. Der Nutzer hat über den Funk-Taster zusätzlich die Möglichkeit, die Lüftung manuell kurzzeitig zu unterbrechen (z.B. bei der Badnutzung) oder vom Mindest-Volumenstrom auf Nenn-Volumenstrom umzuschalten.

Die Einstellung und Konfiguration der Ventile erfolgt mithilfe eines Programmier- und Diagnosegerätes. Dabei kann die Einstellung des Volumenstroms direkt in Verbindung mit dem Messgerät erfolgen, da die Hubveränderung des Ventils per Funk veranlasst wird. So sind auch Ventile an schlecht zugänglichen Stellen stets erreichbar. Die Ventilogo-EasyWave-Ventile sind für Luftvolumenströme bis 90 m3/h je Luftdurchlass lieferbar. Die Funk-Ventile werden mit Schutzkleinspannung 24 VAC oder VDC versorgt, die Montage kann auch im Schutzbereich 1 von Bädern erfolgen.

In Verbindung mit druckgeregelten Ventilatoren eröffnen sich durch die steuerbaren Ventile neue Möglichkeiten, mehr Komfort bei geringerem Energieverbrauch zu realisieren. Die Ventilogo-EasyWave-Ventile können für zentrale Zu- und Abluftanlagen und auch für zentrale Abluftanlagen eingesetzt werden.

Eine Option des Systems ist die Kopplung mit Funk-Rauchmeldern. Bei Alarm werden dann alle Luftdurchlässe im Sendebereich der Rauchmelder verschlossen, um einer Rauchausbreitung über das Lüftungs­system entgegenzuwirken. JV

http://www.zlt.de

1) DIN 1946-6 Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen – Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, ­Ausführung und Kennzeichnung, Übergabe/Übernahme (Abnahme) und Instandhaltung, Mai 2009

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Zuluft nach Bedarf
  2. Teil: Kontakt zum Hersteller
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