TGA Raumlufttechnik

TGA Ausgabe 02-2014
Referenzprojekt Ursa Air

Lüftungskanäle aus Mineralwolle-Platten

Abb. 1 Der Neubau der iba-Firmenzentrale in Fürth wird in Holzrahmenbauweise nach dem Passivhaus-Standard errichtet. (Quelle: Ursa )
Abb. 1 Der Neubau der iba-Firmenzentrale in Fürth wird in Holzrahmenbauweise nach dem Passivhaus-Standard errichtet.

Mit besonderem Augenmerk auf Energie- und Ressourceneffizienz ergänzt die iba AG derzeit ihren bisherigen Standort in Fürth um einen modernen Neubau. Der Spezialist für Messtechnik- und Automatisierungssysteme schafft damit zusätzliche Büro-, Lager- und Fertigungsflächen und präsentiert sich auch als ­zukunftsorientiertes Unternehmen. Das auffällig geformte, vierteilige Gebäude entspricht dem Passivhaus-Standard. Für die Belüftung entschied man sich für ­gedämmte Lüftungskanäle aus Mineralwolle-Platten.

Derzeit entsteht in Fürth ein hochmoderner, architektonisch augenfälliger Bürokomplex. Auf einen 80 m langen und 15 m breiten Baukörper werden vier Gebäuderiegel mit großer Glasfassade errichtet Abb. 1. Die iba AG erweitert mit diesem Ingenieurholzbau bis Mai 2014 ihren bisherigen Firmenstandort. Auf einer Grundstücksfläche von 4000 m2 entsteht im unteren Gebäudebereich neuer Raum für die Fertigung sowie ein Lager für Hardwarekomponenten und Verpackungsmaterial. In den vier aufgesetzten Gebäuderiegeln mit einer Nutzfläche von jeweils rund 800 m2 befinden sich die Büro-, Schulungs- und Veranstaltungsräume.

Besonderen Wert legte der Bauherr auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Mit einer hochwärmgedämmten Gebäudehülle erreicht das Gebäude Passivhaus-Standard. Über eine erdgekoppelte Wärmepumpe kann mit geringem Primärenergieaufwand im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden. Die Beheizung und Kühlung der Räume erfolgt über eine Heiz- und Kühldecke. Das komplette Energiemanagement des Gebäudes wird mit Produkten von iba realisiert.

Lüftungskanäle aus Ursa AIR

Die Lüftungstechnik hat in Passivhäusern eine wichtige Aufgabe: Eine gute Raumluftqualität muss mit minimalem Lüftungswärmeverlust realisiert werden. Um die Luftverteilung im Gebäude so effizient wie möglich zu gestalten, sollten gedämmte Lüftungskanäle eingebaut werden. Bei der Planung musste zudem der Schall- und der Brandschutz berücksichtigt werden. Außerdem war zu beachten, dass durch die Holzrahmenkonstruktion für die Kanal­führung nur vorgefertigte Öffnungen zur Ver­fügung stehen.

Als Alternative zum nachträglichen Dämmen herkömmlicher Lüftungskanäle entschieden sich Bauherr, Planer und die ausführende Fachfirma für Ursa AIR. Aus den speziellen Mineralwolle-Dämmplatten lassen sich bereits gedämmte Lüftungskanäle erstellen, die nicht brennbar sind (gilt für Ursa AIR Zero A2: A2-s1,do nach DIN EN 13501-1; kein Rauch kein brennendes Abfallen/Abtropfen) und die Hygieneanforderungen der VDI-Richtlinie 6022 erfüllen.

Ursa AIR besteht aus einer antibakteriellen High-Tech-Oberfläche für die Kanalinnenseite und einem Kern aus Mineralwolle, der die Schall­ausbreitung und -abstrahlung vermindert. Auf der Außenseite sind die Platten mit einer faserverstärkten Aluminiumschicht kaschiert. Sie stellt die hohe Dichtheit des Kanals her (Dichtheitsklasse C nach DIN EN 13403) und sorgt für die Dampfdichtheit.

Die Dämmplatten Ursa AIR Zero A2 kommen im ersten und zweiten Obergeschoss zum Einsatz. Sie weisen eine niedrige Wärmeleitfähigkeit von 0,033 W/(m K)10 °C auf. Mit einer Materialstärke von 25 mm haben sie einen bewerteten Schallabsorptionswert von αw = 0,80 (Klasse B nach DIN EN ISO 354). Das heißt, 80 % des Schalls werden vom Material absorbiert, der Kanal wirkt wie ein langer Schalldämpfer.

Einfache Verarbeitung

Die Mineralwolle-Platten werden palettenweise auf die Baustelle geliefert. Den schnellen und sauberen Zuschnitt der Kanalbauteile gewährleisten Ursa-AIR-Schneidwerkzeuge (Gehrungshobel, Stufenhobel, Falzhobel). In Verbindung mit einem speziellen Cutter-Messer und einer Winkellehre lassen sich alle üblichen Kanalformen erstellen. Mithilfe der Ursa-AIR-Klebstoffe entsteht ein dauerhaft luftdichter und gleichzeitig gedämmter Lüftungskanal Abb. 2.

Das geringe Flächengewicht von 2 kg/m2 der 3 × 1,2 m großen Platten erleichtert nicht nur das Handling auf der Baustelle: Im Vergleich zu klassischen Kanalmaterialien stellt Ursa AIR eine geringere Belastung für die Statik des Gebäudes dar. Die Montage in Fürth erfolgte mit Installationsschienen direkt an der Decke.

Der wichtigste Vorteil beim Bau der neuen iba-Firmenzentrale war jedoch die Herstellung der Kanalbauteile in Abhängigkeit der Öffnungen in der Holzrahmenkonstruktion. Auch bei eingeschränkten oder unterschiedlichen Raumhöhen lassen sich mit Ursa-AIR Lüftungskanäle erstellen, die Konstruktionssicherheit und flexible Raumnutzung bieten Abb. 3 Abb. 4. Über speziell angefertigte Flanschprofile können Ursa-AIR-Kanäle auch an andere Standardkomponenten, beispielsweise Brandschutzklappen Abb. 5, angeschlossen werden. DR

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Lüftungskanäle aus Mineralwolle-Platten
  2. Teil: Bautafel
  • Abb. 2 Kanalherstellung aus Ursa-AIR-Platten: Die Kanalabmessungen werden auf die Platte übertragen, anschließend wird die Platte mit ­speziellen Werkzeugen zugeschnitten. Nach dem Auftragen von Klebstoff auf die Schnittkanten wird die Platte zusammengeklappt, an der Stoßkante getackert und dann luftdicht verklebt.
  • Abb. 3 Vor Ort gefertigte Luftkanäle aus Ursa AIR Zero.
  • Abb. 4 Mit den Mineralwolle-Dämmplatten lassen sich auch komplexe Kanalgeometrien realisieren.
  • Abb. 5 Den Anschluss an Brandschutzklappen ­ermöglichen spezielle Anschlussflansche.
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