TGA Management

TGA Ausgabe 09-2014
Arbeiten mit PreCAD-Systemen

Beschriftete Pläne automatisiert erstellen

Die im PreCAD-System geleistete Vorarbeit erleichtert nicht nur die Vor- und Entwurfsplanung – auch die Ausgabe beschrifteter Pläne wird merklich beschleunigt.

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Der Einsatz eines spezialisierten Werkzeugs vor dem CAD-Einsatz hat sich als ideal herauskristallisiert: Ein PreCAD-System erhöht durch schnelle und effiziente Zeichenfunktionen sowie den Fokus auf Berechnungen die Geschwindigkeit und die Genauigkeit.

Da in PreCAD-Systemen Zeichnung und Berechnung eine Einheit bilden, werden Auswirkungen durch Änderungen sofort berücksichtigt. Dies gilt auch für die Beschriftung.

Algorithmen und Funktionen von PreCAD-Systemen unterstützen dabei, die Beschriftungsfähnchen automatisiert ansprechend anzuordnen. Beim Export fertig beschrifteter Zeichnungen in ein CAD-System kann dort das fehleranfällige Eintragen von Beschriftungen entfallen.

Ein Gebäude erfassen, daraus Heiz- und Kühllast ermitteln und darauf aufbauend technische Gewerke auslegen, dimensionieren, berechnen und koordinieren – wie mit PreCAD-Systemen schnell hochqualitative Ergebnisse erzielt werden, wurde in vorhergehenden Artikeln beschrieben (siehe Lese-Tipp).

PreCAD-Systeme beschleunigen jedoch nicht nur die Vor- und Entwurfsplanung bei der Technischen Gebäudeausrüstung. Auch der Zeitbedarf, um beschriftete Pläne zu erzeugen, kann merklich verringert werden. Denn nach der Erfassung des Gebäudes, der Lastermittlung, der Dimensionierung der Leitungswege und dem Hydraulischen Abgleich stehen im PreCAD-System alle dazu notwendigen technischen Daten zur Verfügung.

Automatische Aktualisierung

Der größte Vorteil dabei ist: In PreCAD-Systemen ist die Beschriftung immer auf dem aktuellsten Stand – unterschiedliche Daten zwischen Berechnung und Ausgabe in der Zeichnung sind von vornherein ausgeschlossen, weil Berechnung und Zeichnung eine Einheit bilden. Sobald eine Berechnung durchgeführt wird, aktualisiert sich automatisch in der Grafik der Inhalt der Beschriftungsfähnchen.

Die Beschriftung der Gewerke kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt erfolgen. Neben den üblichen Daten, beispielsweise die Abmessungen der Heizkörper, Rohr- und Kanaldimensionen, stehen beliebige andere technische Daten zur Ausgabe zur Verfügung Abb. 2. So ist es möglich, für unterschiedliche Aufgabenstellungen die jeweils gewünschten Ausgabedaten zusammenzustellen. Beispielsweise können für den Abgleich einer Heizungsanlage die Ventilvoreinstellungen oder für die Inbetriebnahme einer Lüftungsanlage die abzudrosselnden Drücken ausgegeben werden. In einem anderen Szenario sind eventuell Massenströme, Geschwindigkeit, R-Wert und Druckverlust von Bedeutung Abb. 3. Das Austauschen oder Ergänzen des Beschriftungsinhalts ist in PreCAD mit wenigen Klicks erledigt.

Ausrichten der Beschriftung

Um das Ausrichten der Beschriftung möglichst einfach zu gestalten, stehen verschiedene Hilfen zur Verfügung. Am schnellsten lässt sich ein ansprechendes Beschriftungsbild durch das automatische Ausrichten erzeugen: Verschiedene Algorithmen ordnen dabei die Beschriftungsfähnchen ohne Überlappungen und mit kreuzungsfreien Bezugslinien an.

Die Anzahl der Fähnchen wird auf das Wesentliche reduziert, wenn beispielsweise die Nennweiten nur bei einem Dimensionssprung ausgegeben werden – auch dies geschieht vollautomatisch ohne Zutun des Anwenders. Darüber hinaus ermöglichen weitere halbautomatische Funktionen, die Fähnchen einzeln oder in Gruppen zu positionieren und somit ein optisch perfektes Ergebnis abzuliefern. Falls einzelne Objekte speziell hervorzuheben sind, können diese individuelle Beschriftungsinformationen enthalten.

In einem System, in dem die Beschriftung nur Text ohne intelligente Verknüpfung zur Zeichnung ist, sind solche Funktionen ausgeschlossen, da die manuelle Nacharbeit in einen unvertretbaren Zeitaufwand münden würde.

Export in ein CAD-System

Die fertig beschriftete Zeichnung wird nun als DXF- oder DWG-Datei in ein beliebiges CAD-System übernommen. Das fehleranfällige Eintragen von Beschriftungsinhalten im CAD-System per Hand ist nicht mehr notwendig, denn die Exportdateien enthalten bereits beschriftete Gewerke. Die Beschriftung wird im CAD-System exakt so dargestellt und positioniert, wie sie zuvor im PreCAD-System erzeugt wurde.

Im CAD-System können jetzt noch Plankopf und Legenden hinzugefügt und – falls gewünscht – kleinere Korrekturen oder Ergänzungen vorgenommen werden. Alternativ dazu kann ein „intelligenter Export“ in ein CAD-System, zum Beispiel AutoCAD MEP, statt-finden. Hierbei werden die technischen Daten in den Zeichnungsinformationen der CAD-Objekte gespeichert. Somit erhält auch das CAD-System die Möglichkeit, beim Beschriften auf diese Daten zuzugreifen.

Fazit

Für das Einfügen von Beschriftungen gelten die gleichen Bedingungen, wie für die sonstige Konstruktion in PreCAD-Systemen: Im Gegensatz zum CAD-System, das auf die Anforderungen der detaillierten Konstruktion einer Planausgabe zugeschnitten ist, berücksichtigt ein PreCAD-System die Bedürfnisse der Planung. Hierdurch ergeben sich für das Erfassen der Daten deutliche Zeitvorteile. Um den TGA-Planungsablauf deutlich zu optimieren, muss vor der Verwendung eines CAD-Systems ein PreCAD-System eingesetzt werden.

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Beschriftete Pläne automatisiert erstellen
  2. Teil: PreCAD-Merkmale
  3. Teil: Lese-Tipp
  4. Teil: Marc Holzschuh
  • 2  Über eine einfache Verwaltung von Beschriftungsinhalten können nahezu alle denkbaren technischen Daten ausgewählt …

  • 3  …und auf Knopfdruck in der Zeichnung platziert werden.

Bild: mh-software

Bild: mh-software

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