TGA Regelwerk erklärt

TGA Ausgabe 04-2015
Entwürfe für DIN EN 12 831-1 und -3

Die Heizlastberechnung im Kontext der EPBD

1  Einordnung von EN 12-831-1 und -3 innerhalb der EPBD-Matrix.

1   Einordnung von EN 12-831-1 und -3 innerhalb der EPBD-Matrix.

Nach zahlreichen Korrekturen und Reparaturen der Heizlastberechnung mit DIN EN 12 831 in den letzten Jahren sowie hilfreichen Ergänzungen mit praxisgerechten Näherungsverfahren wird die Heizlastberechnungs-Norm nun neu zusammengestellt und erweitert.

Kompakt informieren

Die Heizlastberechnungs-Norm DIN EN 12 831 wird inklusive ihrer Beiblätter / Nationalen Anhänge zurzeit aufgrund der normativen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) neu zusammengestellt.

Neben der Zusammenfassung der Hauptnorm und ihrer drei Beiblätter zu Teil 1 wird es einen Teil 3 geben, der als Ersatz für DIN EN 15 316-3-1 Verfahren zur Bemessung und zur Berechnung des Energiebedarfs von Anlagen zur Trinkwassererwärmung in DIN EN 12 831 integriert.

Mit der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie / EPBD [1] entsteht gegenwärtig eine Vielzahl neuer EN-Normen, die in nationale Normen (für Deutschland DIN EN) überführt werden müssen. Dabei wird es künftig eine strukturierte Gliederung geben. Gemäß einer vorgegebenen Matrix enthalten die Normen und ihre Teile zum Titel ergänzende Angaben in Form von vorgegebenen Abkürzungen, die sogenannten Module (M1 bis M14) und Untergruppen (sub1 bis sub14). Zusätzlich werden Hinweise und Erklärungen in Technical Reports in den Normen aufgenommen, was etwa den bisherigen informativen Anhängen entspricht.

„In der Mache“ ist auch die Heizlastberechnung DIN EN 12 831 [2], bei der das bisherige Normblatt [4] und die drei Beiblätter [5, 6, 7] zum neuen Teil 1 [2] zusammengeführt wurden. Dieser wird durch den ebenfalls neuen Teil 3 [3] ergänzt, der die Problematik der Heizlast und Bedarfsermittlung bei der Trinkwassererwärmung behandelt.

Die beiden Entwürfe [2, 3] wurden mit Ausgabedatum November und Dezember jeweils 2014 mit einer unrealistisch kurzen Einspruchsfrist veröffentlicht. Ausnahmsweise könnte dies damit entschuldigt werden, dass sich inhaltlich nach der ersten Durchsicht kaum wesentliche fachliche Änderungen ergeben haben. Allerdings ist es vermessen, sich eine Beteiligung der Fachöffentlichkeit zu erbitten, dann aber nur wenige Tage dafür zur Verfügung zu stellen. Im Fall von [2] waren es keine zwei Wochen: Der Entwurf stand faktisch erst Mitte Dezember zur Verfügung, Einsprüche wurden bis zum 31. Dezember 2014 angenommen.

DIN EN 12 831-1 (Entwurf)

Der Normentwurf DIN EN 12 831-1 umfasst Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast für Einzelräume, Gebäudeeinheiten und Gebäude, wobei die Norm-Heizlast als die Wärmezufuhr (Leistung) definiert ist, die benötigt wird, um die geforderte Norm-Innentemperatur unter Norm-Außenbedingungen bereitzustellen. Die Norm wurde redaktionell überarbeitet und dem aktuellen Stand der Technik angepasst.

Hinzugefügt wurden die informativen Anlagen E, G und I. Zudem enthält die Norm eine tabellarische Übersicht hinsichtlich der Position von EN 12831-1 innerhalb der zukünftigen modularen Struktur der EBPD-Normen 1. Auch die Formelzeichen sind an den aktuellen Stand(ard) angepasst worden.

Der Normentwurf enthält sowohl das Standardverfahren als auch die vereinfach-ten Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast für einen beheizten Raum und für ein Gebäude. Die normativen Anhänge A bis C beinhalten: Eingangsgrößen und Anhaltswerte; Einfluss des Wärmeübergabesystems in hohen Räumen (Raumhöhe > 4 m); Norm-Lüftungswärmeverluste und ein Allgemeines Berechnungsmodell.

Die informativen Anhänge D bis I behandeln: Eingangsgrößen und Anhaltswerte; ausführliche Betrachtung von Wärmebrücken; Innentemperatur unbeheizter Räume oder angrenzender Gebäudeeinheiten im selben Gebäude; den äquivalenten Wärmedurchgangskoeffizient von Bauteilen gegen das Erdreich; Räume mit unterbrochenem Heizbetrieb; Außenluftvolumenstrom durch große Öffnungen.

DIN EN 12 831-3 (Entwurf)

Der Normentwurf DIN EN 12 831-3 beschreibt ein Verfahren zur Berechnung der Leistung und des Speichervolumens für die Bemessung von Anlagen zur Trinkwassererwärmung (DHW – Domestic Hot Water). Die Anwendbarkeit erstreckt sich von direkten Trinkwassererwärmern (kein Speichervolumen und eine vergleichsweise große effektive Wärmeleistung) bis hin zu Langzeitspeicheranlagen (beispielsweise jahreszeitlich bedingte Speicherung mit einer verhältnismäßig geringen Wärmeleistung und großem Speichervolumen). Der Norm-Entwurf gilt für die folgenden Trinkwasser-Speicheranlagen

Speicherladesysteme, die durch einen minimierten Mischbereich gekennzeichnet sind, beispielsweise Schichtlade-Trinkwasserspeicher oder Trinkwasserspeicher mit externen Wärmeübertragern,

Speicher für erwärmtes Trinkwasser und Speicheranlagen, die durch einen abgegrenzten Mischbereich gekennzeichnet sind, beispielsweise Speicheranlagen mit internen Wärmeübertragern und

für andere Zwecke.

Die Berechnung des Energiebedarfs zur Trinkwassererwärmung gilt für ein Wohnhaus, ein sonstiges Gebäude oder für einen Bereich eines Gebäudes. Die Norm enthält außerdem den Energiebedarf für verschiedene Anwendungsfälle von Anlagen zur Trinkwassererwärmung in stündlichen, monatlichen und jahreszeitlichen Zeitschritten basierend auf nationalen Vorgaben.

Der normative Anhang A beinhaltet die Eingangsdaten. Die informativen Anhänge B bis D behandeln: Vorgabe-Eingangsdaten; Zapfprogramme für Einfamilienhäuser; Richtwerte für die Berechnung des Energiebedarfs für die Trinkwassererwärmung in Gebäuden.

Literatur

[1] Richtlinie 2010/31/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Neufassung); [gebräuchliche Kurzformen: EPBD und EU-Gebäuderichtlinie]. Amtsblatt der EU vom 18. Juni 2010, L 153/13; Download:  Webcode  296893

[2] DIN EN 12 831-1 (Entwurf) Heizungsanlagen und wasserbasierte Kühlanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast – Teil 1: Raumheizlast (Ersatz für DIN EN 12831 von August 2003). Berlin: Beuth Verlag, November 2014

[3] DIN EN 12 831-3 (Entwurf): Heizungsanlagen und wasserbasierte Kühlanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Energieanforderungen und Nutzungsgrade der Anlagen – Teil 3: Trinkwassererwärmung, Heizlast und Bedarfsbestimmung (Ersatz für DIN EN 15 316-3-1 von Juni 2008). Berlin: Beuth Verlag, Dezember 2014

[4] DIN EN 12 831 Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast. Berlin: Beuth Verlag, August 2003

[5] DIN EN 12 831 Beiblatt 1 Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast – Nationaler Anhang NA. Berlin: Beuth Verlag, Juli 2008 (Berichtigung)

[6] DIN EN 12 831 Beiblatt 2: Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast – Beiblatt 2: Vereinfachtes Verfahren zur Ermittlung der Gebäude-Heizlast und der Wärmeerzeugerleistung – Nationaler Anhang NA. Berlin: Beuth-Verlag, Mai 2012

[7]  DIN EN 12 831 Beiblatt 3 (Entwurf) Heizungsanlagen in Gebäuden – Verfahren zur Berechnung der Norm-Heizlast; Beiblatt 3: Vereinfachtes Verfahren zur Ermittlung der Gebäude-Heizlast. Berlin: Beuth Verlag August 2014

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Die Heizlastberechnung im Kontext der EPBD
  2. Teil: Prof. Dr.-Ing. (em) Achim Trogisch
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