TGA Raumlufttechnik

TGA Ausgabe 08-2017

Ist dauerhafte Mindestlüftung sinnvoll?

Auf die Frage „Ist eine dauerhafte ‚Mindestlüftung‘ zur Be- und Entlüftung sinnvoll?“ hat uns Michael Merscher, Prokurist und technische Leitung der Lunos Lüftungstechnik GmbH, Berlin, wie folgt geantwortet:

DIN 1946-6 schreibt in ihrer aktuellen Fassung eine Auslegung des ventilatorgestützten Lüftungssystems zur Nennlüftung vor. Diese muss laut Norm dauerhaft bei Anwesenheit der Nutzer laufen. Bei Abwesenheit der Nutzer kann von der Nennlüftung in eine reduzierte Lüftung gewechselt werden. In jedem Fall gibt es nach diesen Vorgaben dauerhaft einen maschinell geförderten Luftvolumenstrom, der die Wohnung oder das Gebäude beständig mit Außenluft durchströmt.

Auf den ersten Blick ist das schlüssig: Eine Lüftungsanlage, welche nach DIN 1946-6 geplant wurde, versorgt die Wohnung immer mit ausreichend frischer Luft und verhindert Feuchteschäden und Schimmel. Dies ist aber keinesfalls richtig! Denn was passiert, wenn die Außenluft mehr Feuchtigkeit enthält als in der Innenluft gewünscht bzw. unkritisch ist? Ein optimales und gut funktionierendes Lüftungssystem muss deshalb abschaltbar sein oder selbsttätig durch Sensoren abschalten oder zumindest den Volumenstrom reduzieren.

Lunos kann aus Ergebnissen in Dauerfeldtests und dauerhaften Messungen im Wohnbereich nachweisen, dass genau der beschriebene Sachverhalt zu Schäden durch falsches Lüften führen kann. Besonders Gebäude mit kühleren Temperaturen im Innenraum (beispielsweise Altbauten mit dicken Wänden und hoher Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit sowie Kellerräume) sind betroffen. Eigens entwickelte und patentierte Regelalgorithmen für Lüftungssysteme von Lunos berücksichtigen genau diesen Umstand. Anhand von Messungen im Innen- und Außenbereich kann der optimale Zeitpunkt zum Lüften festgestellt werden oder das Lüftungssystem gezielt abgeschaltet werden, wenn eine Durchlüftung nicht sinnvoll ist.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen können mehrere Sensoren im Außen- und Innenbereich arbeiten und die Messergebnisse vergleichen und auswerten. Zum anderen können bestimmte Algorithmen mit nur einem Innensensor erkennen, ob eine Durchlüftung sinnvoll ist. Anhand von aufgezeichneten zeitlichen Verläufen der Feuchtigkeit in Abhängigkeit der Durchlüftung wird dann automatisch entschieden, mit welchem Volumenstrom das Lüftungssystem laufen muss, um maximale Wirkung und Energieeffizienz zu erzeugen.

Daraus ergibt sich folgendes Fazit: Abweichend von DIN 1946-6 muss eine Betrachtung und Auslegung des Lüftungssystems „passend“ zur Bauphysik und den jeweiligen Anforderungen der Nutzer erfolgen. Ein striktes Anwenden der Norm führt sonst schlicht zu einem nicht gut oder sogar schlecht funktionierenden Lüftungssystem.

www.lunos.de

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Ist eine kontinuierliche Lüftung zum Feuchteschutz zielführend?
  2. Teil: Dipl.-Ing. Norbert Nadler
  3. Teil: Ist dauerhafte Mindestlüftung sinnvoll?
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