TGA Raumlufttechnik

TGA Ausgabe 08-2018
Dezentrale Lüftung für eine Zahnarztpraxis

Frische Luft besonders leise


1 Neubau der Zahnarztpraxis von Alexander Matz in Oldenburg mit einem druckneutralen, dezentralen Lüftungssystem.

1  Neubau der Zahnarztpraxis von Alexander Matz in Oldenburg mit einem druckneutralen, dezentralen Lüftungssystem.

Im Vergleich zu Wohnungen sind in Arztpraxen höhere lüftungstechnische Anforderungen und dabei mindestens die Vorgaben der ArbStättV zu beachten. Besonders wichtig ist auch der innere Schallschutz, um die Privatsphäre der Patienten zu wahren. Ein ausgeführtes Projekt zeigt, dass sich auch mit Lösungen aus dem Standardrepertoire für die Wohnungslüftung die zusätzlichen Anforderungen günstig erfüllen lassen.

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In Arztpraxen kommt dem inneren Schallschutz eine hohe Bedeutung zu. Lüftungskonzepte mit einer Überströmung zwischen einzelnen Räumen würden deshalb einen hohen Zusatzaufwand erfordern.

In einer Zahnarztpraxis in Oldenburg wurde ein vergleichsweise einfaches System mit dezentralen, druckneutral arbeitenden Lüftungsgeräten installiert.

Die eingesetzten Lüftungsgeräte arbeiten zyklisch im Pendelbetrieb, vereinen aber im Gegensatz zu klassischen dezentralen Lüftungsgeräten mit Wärmerückgewinnung beide Luftrichtungen in einem Gerät und in einer Wanddurchführung.

Seit wenigen Monaten empfängt der Zahnarzt Alexander Matz seine Patienten in einem hellen Neubau im niedersächsischen Oldenburg Abb. 1. Damit sich Personal und Patienten während ihres Aufenthaltes in der Praxis wohlfühlen, sollte ein System für fortwährend frische Luft in den Behandlungsräumen sowie im Wartezimmer sorgen. Zudem waren die Erfüllung von DIN 1946 mit einer nutzerunabhängigen Lüftung und eine einfache Bedienung durch das Praxispersonal Grundvoraussetzungen.

Auch die ArbStättV galt es zu erfüllen, denn in gewerblich genutzten Gebäuden muss „in Arbeitsräumen, Sanitär-, Pausen- und Bereitschaftsräumen […] unter Berücksichtigung des spezifischen Nutzungszwecks, der Arbeitsverfahren, der physischen Belastungen und der Anzahl der Beschäftigten sowie der sonstigen anwesenden Personen während der Nutzungsdauer ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein.“.

„Da sehr enge Platzverhältnisse in der Praxis herrschen, war es jedoch nicht möglich, eine zentrale Anlage zu installieren“, erklärt Bernd Glöe vom ausführenden Sanitär- und Heizungsbetrieb Koop Haustechnik aus Löningen. „Außerdem schreibt DIN 4109 für Arztpraxen vor, dass ein hoher Schallschutz eingehalten werden muss. Das bedeutet, dass ein Luftwechsel über Türunterschnitte möglichst vermieden werden sollte.“ Das Lüftungssystem musste also gegenüber einer „normalen“ Wohnungslüftung mehr und höhere Anforderungen erfüllen.

Druckneutrale Lüftungsgeräte

Die Verantwortlichen entschieden sich schließlich für eine Lösung von Blauberg Ventilatoren: „Für Fälle, in denen für die Einhaltung der Schallschutznorm ein druckneutraler Betrieb benötigt wird sowie für den Einbau in Küche, Schlafzimmern und Hauswirtschaftsräumen haben wir die Einzelraumlüftungsanlage Vento Expert DUO A30-1 W Abb. 3 entwickelt“, erläutert Martin von Dall’Armi, Geschäftsführer der Blauberg Ventilatoren GmbH.

Das Vento Expert DUO A30-1 W erzielt eine Förderleistung von bis zu 30 m3/h und einen Wärmerückgewinnungsgrad von bis zu 85 %. Zudem verfügt er über einen integrierten Feuchtesensor, sodass sich die Lüftungsgeräte dem lokalen Lüftungsbedarf automatisch anpassen können.

Von Dall’Armi: „Der Vorteil dieser Geräte besteht darin, dass sie druckneutral lüften und somit keine Türunterschnitte zur Herstellung eines Lüftungsverbunds notwendig sind. Auf diese Weise kann die Schallschutznorm ohne zusätzlichen Aufwand eingehalten werden.“ Außerdem ermöglichen sie mit einem Schalldruckpegel in 3 m Entfernung von 24 bis 34 db(A) im Volumenstrombereich einen besonders leisen Betrieb. Damit ist gewährleistet, dass sich die Patienten in einer ruhigen Umgebung befinden und nicht durch Geräusche aus anderen Räumen gestört werden. Zum anderen bieten sie die Voraussetzung für Schallschutztüren (die in aller Regel mit einer zusätzlichen Bodendichtung ausgestattet sind), damit sich Arzt und Patient in einer vertraulichen Atmosphäre im Behandlungszimmer unterhalten können.

Einfache Bedienung und Wartung

„Neben der Einhaltung der Schallschutznorm war uns auch ein dezentes und gleichzeitig elegantes Design wichtig“, erklärt Alexander Matz, Inhaber der gleichnamigen Zahnarztpraxis. „Die Lüftungsanlagen fügen sich unauffällig in die einzelnen Räume ein.“ Zu diesem Zweck wurde auch auf externe Bedienfelder verzichtet. Damit sich die Anlage trotzdem bequem regeln lässt, wurden die praxisinternen WLAN-Netze und die damit verbundenen Smartphones mit der Vento APP ausgerüstet.

Dies kam auch dem Installateur zugute. „Da keine externen Bedienfelder notwendig waren, konnte die Verdrahtung relativ einfach bewerkstelligt werden“, äußert sich Glöe zu den Einbaumaßnahmen, die auch die Elektroinstallation umfassten. „So mussten wir nicht auf zusätzliche Schalter oder Taster achten. Auf diese Weise gestaltet sich die Inbetriebnahme und Wartung sehr einfach.“

Koop Haustechnik war im Mai 2016 über einen Handelspartner von Blauberg Ventilatoren damit beauftragt worden, nach ausführlicher Beratung das Lüftungssystem in der Zahnarztpraxis mittels Kernlochbohrung zu installieren. Die Ausführung erfolgte von Juli 2016 bis November 2017. Eingebaut wurden insgesamt 20 Geräte in zehn Räumen –sechs Behandlungszimmer, zwei Büros, ein Aufenthaltsraum sowie ein Wartezimmer Abb. 2 Abb. 4.

Nach Abschluss der Installation übernahm der Außendienst von Blauberg Ventilatoren die technischen Arbeiten. „Da es in der Zahnarztpraxis mehrere WLAN-Netzwerke gibt, stimmten wir die Einrichtung der einzelnen Gruppen, in die die Geräte eingeteilt wurden, eng mit dem IT-Verantwortlichen der Zahnarztpraxis ab“, berichtet von Dall’Armi. „Für jeden Raum wurde eine Gruppe gebildet und entsprechend benannt, sodass sich die Lüftung in jedem Zimmer individuell und raumspezifisch regulieren lässt.“ Schließlich führte der Außendienst des Herstellers eine Schulung des Praxisteams über die Steuerung durch.

After-Sales-Betreuung durch Hersteller

„Vor allem im Sommer lohnt es sich, nachts auf Querluftbetrieb umzustellen, um die kühle Nachtluft auszunutzen“, erklärt von Dall’Armi. „Die so vorgekühlten Räume kommen tagsüber meist ohne zusätzliche Klimaanlage aus. Dadurch lässt sich auch im Sommer Energie einsparen.“

Blauberg Ventilatoren gibt auch nach der Inbetriebnahme Tipps zum effizienten Lüften und schickt bei Bedarf das Außendienstteam in die Praxis, etwa um Nachjustierungen durchzuführen. Matz: „Die Zusammenarbeit mit dem Hersteller hat von Anfang an sehr gut funktioniert – von der Installation durch die Firma Koop Haustechnik bis hin zu Schulungen und Terminen nach der Inbetriebnahme.“

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Frische Luft besonders leise
  2. Teil: Kontakt zum Anbieter
  • 2  Insgesamt wurden 20 Vento Expert DUO A30-1 W in der Zahnarztpraxis verbaut – davon jeweils zwei Geräte in jedem Behandlungszimmer.

  • 3  Funktionsprinzip eines Vento Expert DUO A30-1 W.

  • 4  Neben den Behandlungsräumen wurden auch ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter, zwei Büros sowie das Wartezimmer mit den Lüftungsgeräten ausgestattet

Blauberg Ventilatoren GmbH

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