TGA Sanitätechnik

TGA Ausgabe 11-2018
Entwässerungstechnik im ersten Passivhaus-Hallenbad Europas

Ökologie und Badespaß gehen Hand in Hand


1 Für die Zukunft gebaut: Das Familien- und Sportbad Bambados in Bamberg ist das erste Passivhaus-Hallenbad Europas.

1  Für die Zukunft gebaut: Das Familien- und Sportbad Bambados in Bamberg ist das erste Passivhaus-Hallenbad Europas.

Unbegrenzter Badespaß im Hallenbad, der zugleich aber auch klimasensibel und umweltverträglich ist. Dass dies kein Widerspruch ist, belegt das Bambados in Bamberg. Das Familien- und Sportbad ist das erste zertifizierte Hallenbad Europas im Passivhaus-Standard und ein erfolgreiches Vorzeigeprojekt für grünes Bauen. Es vereint hohen Komfort mit minimalem Energiebedarf, niedrigen Betriebskosten, effizienter Technologie und herausragender Architektur. Nachhaltigkeit zieht sich durch das Projekt: Durch Flächenentwässerung mit Drainagefunktion wird auch die obere Dichtebene des Bodenaufbaus entwässert und langfristig vor Wasserschäden geschützt.

Kompakt informieren

Im Passivhaus-Hallenbad Bambados wurde auch für die Flächenentwässerung eine nachhaltige Lösung umgesetzt.

Bei der eingesetzten Badrinne SPArin wird Sickerwasser, das sich auf der Dünnbettabdichtung befindet, über eine Perforierung im Flanschbereich in das Rinnensystem abgeführt.

Durch die Drainagefunktion kann sich im Bodenaufbau keine Stau- oder Sickernässe bilden, was eine deutlich längere Haltbarkeit des Fugen- und Fliesenbetts gewährleistet.

Die Badrinne SPArin wird aus Edelstahl (V4A) gefertigt und ohne umlaufenden Sichtsteg in die zu entwässernde Fläche integriert. Mit einer Schlitzbreite von 8 mm ist sie barfuß begehbar.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland über 1500 Hallenbäder geschlossen worden. Grund dafür waren oft hohe Energiekosten, die die Gemeinden nicht länger tragen konnten. Als Passivhaus-Hallenbad hat das Bambados Abb. 1 in Bamberg die Energiekosten auf ein Minimum reduziert. Für die Stadtwerke Bamberg als Bauherr stand von Anfang an fest, dass das neue Hallenbad besonders energiesparend und ökologisch werden sollte. Auch weil Stadt und Landkreis schon vor Jahren eine Klima-Allianz geschlossen hatten.

Die Planer des pbr Planungsbüros Rohling aus Osnabrück holten sich bei dem Großprojekt mit einer Brutto-Grundfläche von ca. 13 500 m2 und einem Brutto-Rauminhalt von 93 500 m3 Unterstützung vom Passivhaus-Institut (PHI) in Darmstadt, das die Passivhaus-Bauweise ursprünglich entwickelt hat. Das PHI begleitete Planung und Baufortschritt und zertifizierte das Familien- und Sportbad schließlich als europaweit erstes Passivhaus-Hallenbad.

Ende 2011 öffnete das Bambados seine Pforten für Schwimm- und Wellness-Begeisterte. Der Name soll nach Südsee und Exotik klingen und zugleich an die Stadt Bamberg erinnern. Auch der mit Palmen umgebene Poolbereich sorgt für karibisches Flair und begeistert Jung und Alt. Das Hallenbad mit über 1700 m2 Wasserfläche vereint einen Sportbereich für die Schul- und Vereinsnutzung und einen Erlebnisbereich mit großzügiger Saunaanlage für den Familienbetrieb Abb. 2. Der Außenbereich wiederum lockt mit Naturbadeteich, Wellenbecken und Saunagarten.

Highlight des Bambados ist das große Freizeitbecken mit Grotte, Strömungskanal und Piratenschiff sowie einer 76 m langen Reifenrutsche. Im Sommer wird das Passivhausbad mit dem benachbarten Freibad verbunden, die Badegäste können hier zusätzlich ein 50-m-Becken mit Sprunganlage, einen Wellenbereich und eine weitere Großwasserrutsche nutzen.

Energiebedarf um 60 % reduziert

Wie erreicht man nun bei einem solchen Großprojekt einen geringen Energiebedarf gemäß dem Passivhaus-Standard? Bei dem Pilotprojekt tragen verschiedene Maßnahmen zu den Einsparungen bei: Durch die hochwertig gedämmte, luftdichte Gebäudehülle und die dreifach verglasten Glasflächen reduziert sich die Wärmeabgabe an die Umgebung auf ein Minimum. Durch die daraus resultierenden höheren Innenoberflächentemperaturen steigt die Behaglichkeit für die Badegäste und gleichzeitig wird ganzjährig eine höhere Raumluftfeuchte ohne Kondensationsrisiko ermöglicht.

Außerdem werden die Wasserflächen nachts mittels Kunststoffbahnen oder hochgefahrenen Hubböden abgedeckt, um die Verdunstung zu reduzieren. Und mit der „Bamberger Rinne“ haben die Universität Erlangen-Nürnberg und ein Fliesenhersteller eigens eine Beckenüberlaufrinne entwickelt, die durch ihre spezielle Form die Wasserverdunstung erheblich reduziert. So muss die Lüftungsanlage weniger Entfeuchtungsleistung erbringen. Durch diese Baumaßnahmen wird im Vergleich zu herkömmlichen Hallenbädern 60 % weniger Energie verbraucht.

Einen Teil des Stroms und der Wärme, die das Bambados verbraucht, liefert ein eigenes Blockheizkraftwerk, das mit Biogas aus Hackschnitzeln aus regionalen, schnell wachsenden Balsampappeln betrieben wird. Unterstützt wird es von einer Photovoltaik-Anlage auf dem Hallendach. Weitere Informationen zum Energiekonzept und zum Monitoring bietet die BINE-Projektinfo 08/2016 Wasserspaß im Passivhaus, Download auf www.bine.info

Flächenentwässerung

Zum nachhaltigen Gesamtkonzept des Bambados leistet auch die innovative Entwässerungstechnik von Aschl ihren Beitrag. Mehr als 250 Laufmeter der Badrinne SPArin sowie 45 Bodenabläufe aus Edelstahl wurden für das Ökobad gefertigt Abb. 3. Die europaweit patentierte SPArin überzeugt dabei durch ihre Unempfindlichkeit gegen Chlorwasser (Edelstahl V4A).

Mit einer Schlitzbreite von nur 8 mm ist die SPArin außerdem bedenkenlos barfuß begehbar und passt mit dem dezenten Design ohne umlaufenden Sichtsteg perfekt in das barrierefreie Konzept des Bambados. Trotz der schmalen Einlaufbreite der SPArin fließt das Oberflächenwasser schnell ab und sorgt für einen trockenen und rutschfesten Fliesenboden. Das integrierte Rinnengefälle und die V-Kantung stellen die schnelle Wasser- und Schmutzabfuhr sicher Abb. 4.

Die auf dem Markt bisher einzigartige SPArin sorgt zudem für eine Entwässerung der oberen Dichtebene. Dabei entwässern Drainagelöcher die Dünnbettabdichtung. Somit kann sich im Bodenaufbau keine Stau- oder Sickernässe bilden, was eine deutlich längere Haltbarkeit des Fugen- und Fliesenbetts gewährleistet. Das durchdachte Entwässerungssystem ermöglicht eine einfache Reinigung: Die Sanitärabläufe sind mit einem herausnehmbaren Schmutzfangkorb ausgestattet.

„Die Technologie von Aschl rundet das ökologische Gesamtkonzept des Bambados ab. Uns waren höchste Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit sehr wichtig“, bestätigt Betriebsleiterin Elke Neuner. In den ersten Betriebsjahren ist das Passivhaus-Konzept aufgegangen. Den Stadtwerken Bamberg gelang es, den Wärmeverlust im Vergleich zu einem herkömmlichen Hallenbad um 75 % zu reduzieren. Die CO2-Emissionen wurden um 80 % gesenkt. Das Bambados leistet damit einen zukunftsweisenden Beitrag zum Umweltschutz in der Region und erfüllt eine Vorbildfunktion für zukünftige Passivhaus-Hallenbäder. www.stadtwerke-bamberg.de/bambados

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Ökologie und Badespaß gehen Hand in Hand
  2. Teil: Kontakt zum Anbieter
  • 2  Das Bambados kombiniert einen Sportbereich für die Schul- und Vereinsnutzung und einen Erlebnisbereich mit großzügiger Saunaanlage für den Familienbetrieb.

  • 3  Die Badrinne SPArin entwässert den Fliesenboden schnell und effektiv. Ihre Drainagefunktion gewährleistet eine längere Lebensdauer des Bodenaufbaus. Die barrierefreie Badrinne lässt sich unauffällig in die Oberfläche integrieren und ist mit einer Schlitzbreite von 8 mm barfuß begehbar. Die Sanitärabläufe sind mit einem herausnehmbaren Schmutzfangkorb ausgestattet.

  • 4  Die europaweit patentierte Badrinne SPArin besteht aus rostfreiem Edelstahl. Gegenüber einer einfachen Badschlitzrinne fasst sie das dreifache Volumen an Wasser. Durch die Perforierung im Flanschbereich wird Sickerwasser, das sich auf der Dünnbettabdichtung befindet, sicher in das Rinnensystem abgeführt. Zur Reinigung bietet Aschl eine spezielle Reinigungsdüse mit Gleitschuh, Spritzschutz und Adapter zum Anschluss von Hochdruckreinigern an.

Aschl GmbH, Pichl bei Wels

Aschl GmbH, Pichl bei Wels

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