TGA Sanitätechnik

TGA Ausgabe 04-2019
Wassermanagement-System

Bestimmungsgemäßer Betrieb an jedem Tag


1 Der Hauptsitz der Vacuumschmelze GmbH & Co. KG (VAC) in Hanau ist zugleich der bedeutendste Produktionsstandort des Unternehmens.

1  Der Hauptsitz der Vacuumschmelze GmbH & Co. KG (VAC) in Hanau ist zugleich der bedeutendste Produktionsstandort des Unternehmens.

Durch Einsatz eines Wassermanagement-Systems und moderner elektronischer Sanitärarmaturen hat das Unternehmen Vacuumschmelze die Einhaltung der Trinkwasserhygiene gesichert. Zugleich wurden so die Verbrauchs- und Betriebskosten signifikant gesenkt.

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Das Unternehmen Vacuumschmelze hat die Modernisierung seiner Sanitärräume am Hauptsitz dazu genutzt, die Voraussetzungen für die Trinkwasserhygiene signifikant zu verbessern und einen lückenlosen bestimmungsgemäßen Betrieb sicherzustellen.

Dazu wurde die zentrale Trinkwarmwasserbevorratung auf eine Trinkwassererwärmung im Durchlaufprinzip umgestellt und ein Wassermanagement-System installiert, das über die vernetzten elektronischen Armaturen an allen Waschtischen, Duschen und Urinalen für einen regelmäßigen Wasseraustausch sorgt

Die 1923 in Hanau gegründete Vacuumschmelze GmbH & Co. KG (VAC) ist heute ein weltweit führendes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Fertigung und Anwendung magnetischer Werkstoffe spezialisiert hat. Rund 1500 Mitarbeiter arbeiten am Stammsitz in Hanau Abb. 1. VAC-Produkte sind weltweit als ein wesentlicher Bestandteil industrieller Anwendungen und technischer Innovationen gefragt. Sie kommen unter anderem in der Mess- und Medizintechnik, bei der Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien, im Schiffsbau und in der Automobil- und Luftfahrtindustrie zum Einsatz.

Sanitärbereiche neu gestaltet

Aufgrund gestiegener Mitarbeiterzahlen wurden in Hanau Komplettsanierungen und Erweiterungen der Sanitärbereiche erforderlich. Diese werden zentral mit Warmwasser versorgt. Durch die intensive Nutzung der WC-, Dusch- und Waschräume wies die Ausstattung ohnehin bereits deutliche Gebrauchsspuren und Verschleißerscheinungen auf. Auch wurden die veralteten Selbstschluss-Armaturen den Ansprüchen an den Nutzungskomfort sowie an eine zeitgemäße Optik und Hygiene nicht mehr gerecht.

Die Umsetzung neuer Sanitärbereiche sollte nach modernsten Standards hinsichtlich Architektur, Funktionalität, Trinkwasserhygiene und Langlebigkeit erfolgen. Besonderes Augenmerk lag dabei auf regelmäßigen Stagnationsspülungen als wichtiges Schutzkonzept der Trinkwasser-Installation zur Einhaltung der Trinkwasserhygiene – insbesondere während der Betriebsferien. Mit dem Wasserwechsel erfolgt auch automatisch die Temperatureinhaltung in der Installation, indem kaltes Wasser und warmes Wasser regelmäßig bis an die Entnahmestellen herangeführt wird.

Sicherung der Trinkwasserhygiene

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, fiel die Wahl der technischen Sanitärausstattung auf den Systemanbieter Schell. Wirtschaftlichkeit, Ressourcenschonung und aktiver Umweltschutz gehören zum Credo des Hanauer Unternehmens. Den Entscheidern war es deshalb bei der Neugestaltung der Sanitärräume wichtig, die Faktoren Wassereinsparung, Energieeinsparung und Nutzungskomfort mit den Maßnahmen zur Einhaltung und Sicherung der Trinkwasserhygiene in eine optimale Balance zu bringen.

Dazu holte das TGA-Planungsbüro Inovis Ingenieure, Frankfurt, den Schell-Planerberater und Vertriebsbeauftragten Thomas Lehnhardt mit ins Boot. Gemeinsam unterstützten sie die VAC bei der Umrüstung der Sanitäranlage auf ein modernes und hygienisch einwandfreies Trinkwassersystem. Dabei erfolgt die Trinkwassererwärmung nun im Durchlaufprinzip über drei kaskadierte Frischwasserstationen. Da erwärmtes Trinkwasser nicht mehr wie bisher in Speichern bevorratet wird, ist die Gefahr einer Bakterienvermehrung im Bereich der Trinkwassererwärmung von vorneherein minimiert. Zusätzlich übernimmt ein Schell Wassermanagement-System SWS in Verbindung mit elektronischen Schell-Sanitärarmaturen an Duschen, Waschtischen und Urinalen den automatisierten Hygienebetrieb Abb. 2 Abb. 6.

Baumaßnahme und Armaturen

Die Sanitäranlagen wurden komplett entkernt und von Grund auf erneuert. Basis bildet eine Metallständerwand-Konstruktion mit den Vorwandmodulen Module Montus von Schell. Diese kommen als vormontierte, selbsttragende Profil-Stahlrahmen auf die Baustelle und lassen sich in Höhe und Tiefe den Gegebenheiten anpassen. An den Urinalen kam die elektronische Wandeinbau-Spülarmatur Compact II inklusive berührungsloser Urinalsteuerung Edition E zum Einsatz Abb. 7.

Bei der Nutzung von Warmwasser setzte die VAC auf größtmöglichen Hygienekomfort. So wurden in den Duschbereichen zahlreiche Linus-Duschen als Unterputz-Armaturen Abb. 4 und als Duschpaneele Abb. 5 installiert. Alle Duscharmaturen sind mit hochentwickelter CVD-Touch-Elektronik ausgestattet. Diese ermöglicht eine einfache Auslösung per Fingertipp. Über den Temperaturregler lässt sich die gewünschte Wassertemperatur, thermostatisch geregelt, exakt einstellen. Ergänzend verfügen die Wasserstrecken über einen Verbrühungsschutz, der bei einem Ausfall der Kaltwasserversorgung auch die Warmwasserversorgung absperrt.

Alle Einzelwaschtische wurden mit der Waschtisch-Armatur Xeris E-Thermostat ausgestattet Abb. 3. Entscheidende Argumente, die für diese elektronische Armatur sprechen, sind das ansprechende Design, der hohe Hygienekomfort u. a. durch die berührungslose Bedienung, der sparsame Wasserverbrauch und die integrierte Thermostatfunktion. Mit dem rechtseitigen Thermostatgriff lässt sich die Wunschtemperatur exakt und stabil justieren. Auch die Xeris E-T ist mit integriertem Verbrühschutz bei 38 °C und automatischer Sicherheitsfunktion bei Ausfall des Kaltwassers ausgestattet.

Sanitärarmaturen über SWS vernetzt

Das Schell Wassermanagement-System SWS vernetzt alle elektronischen Armaturen in den neuen Sanitärbereichen. Der Bauherr entschied sich für die kabelgebundene Variante. Jede elektronische Schell-Armatur ist dazu mit einem „BUS-Extender Kabel“ ausgestattet, der ihn mit dem Wassermanage-ment-Server verbindet. Ein BUS-Netzteil 30 V aus dem SWS-Programm versorgt den Server und alle angeschlossenen Armaturen mit Strom.

Das SWS bringt der VAC zahlreiche Vorteile. Hervorzuheben sind die zentrale Armaturen-Parametrisierung sowie automatisierte Stagnationsspülungen. Sämtliche Daten über Nutzungen, Spülungen und thermische Desinfektionen, aber auch Fehlfunktionen wer-den protokolliert und können mit gängigen Office-Programmen ausgelesen und weiterverarbeitet werden.

Einhaltung der Trinkwasserhygiene zu jeder Zeit an allen Entnahmestellen

Mit dem SWS wird erstmals sichtbar, welche Sanitärarmaturen mit welcher Frequenz und Nutzungsdauer wann genutzt werden. Wasserlauf- und Nachlaufzeiten an einzelnen oder mehreren Armaturen können per browserbasierter Software optimiert werden. Zu beobachten ist außerdem, dass Waschtische und Duschen, die im Lauf- bzw. Sichtbereich liegen, häufiger genutzt werden. An den weniger frequentierten Armaturen kann nach dieser Erkenntnis die Anzahl der Stagnationsspülungen angepasst werden, sodass die Einhaltung der Trinkwasserhygiene zu jeder Zeit an allen Entnahmestellen gewährleistet ist.

Das Wassermanagement-System dient also in erster Linie der Vorsorge, damit in den Entnahmestellen und Stichleitungen die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen bakteriellen Kontamination minimiert werden kann. In zweiter Linie dient es der Wirtschaftlichkeit. Ändert sich im Laufe der Zeit der Nutzungsbedarf der Sanitärräume oder das für die Trinkwasserhygiene relevante Verhalten der Mitarbeiter, kann die VAC ihre Sanitärarmaturen jederzeit exakt daran anpassen und den bestimmungsgemäßen Betrieb gewährleisten.

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Bestimmungsgemäßer Betrieb an jedem Tag
  2. Teil: Kontakt zum Anbieter
  • 2  Als Beitrag zur Trinkwasserhygiene, der Wirtschaftlichkeit und einfachen Wartung, wurden alle Entnahmestellen an Waschtischen, Duschen und Urinalen mit elektronischen Armaturen ausge-stattet und über das Schell Wassermanagement-System SWS vernetzt. Das SWS in 3,5 min erklärt: www.bit.ly/tga1067

  • 3  Mit puristischem Design passt die elektronische Waschtisch-Armatur Xeris E-T perfekt ins neue Waschraum-Ambiente. Sie zeichnet sich durch berührungslose Bedienung, hohen Warmwasserkomfort sowie maximale Sicherheit aus.

  • 4  Das Wassermanagement-System bietet auch für die Schell-Duscharmaturen Linus mit CVD-Touch-Elektronik praxisgerechte Flexibilität durch zentrale Parametrisierung und automatisierte Stagnationsspülungen.

  • 5  Durch eine Klappmechanik für die einfache Revision eignet sich das Linus-Duschpaneel speziell für die Sanierung. Wie die Unterputz-Duscharmatur aus der Serie wird sie über die CVD-Touch-Elektronik ausgelöst und die Temperatur individuell über den Thermostat eingestellt.

  • 6  Das SWS ermöglicht die Vernetzung, Steuerung und Überwachung der zugehörigen elektronischen Schell-Armaturen über einen zentralen Wassermanagement-Server und die dafür entwickelte Software. Steuerbar sind elektronische Waschtisch-, Dusch-, WC- und Urinal-Armaturen. Die Installationen lassen sich per Kabel und / oder über Funk mit entsprechenden Bus-Extendern vernetzen. Pro Server können bis zu 64 Teilnehmer (Teilnehmer = Bus-Extender) vernetzt werden. Über Gateways besteht die Möglichkeit, das System in die vorhandene Gebäudeautomation zu integrieren.

  • 7  Urinalanlage mit der berührungslosen Steuerung Edition E.

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