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Anbaufläche nachwachsender Rohstoffe steigt

Von den insgesamt rund 12 Mio. ha Ackerfläche in Deutschland nutzen die deutschen Landwirte gegenwärtig gut 2 Mio. ha (knapp 17%) für den Anbau von Energie- und Industriepflanzen. Das geht aus einer Anbauschätzung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hervor. Mit gut 1,75 Mio. ha wird der überwiegende Anteil für Energiepflanzen genutzt, mit stark steigender Tendenz: Am Flächenwachstum um fast 0,5 Mio. ha gegenüber 2006 waren primär Energiepflanzen verantwortlich, die mit Industriepflanzen zur chemisch-technische Nutzung kultivierte Fläche legte lediglich moderat zu.

Bis 2030 weitere 2 Mio. ha für Energiepflanzen
In der Rangliste der wichtigsten Energiepflanzen gibt es keine wesentlichen Änderungen: Nach wie vor ist Raps für Biodiesel und Pflanzenöl-Kraftstoff mit 1,1 Mio. ha der bedeutendste Energielieferant, es folgen Mais, Getreide und Zucker für Biogas und Ethanol mit insgesamt 0,65 Mio. ha. Der Anbau von Raps und in bestimmten Anbauregionen von Mais stößt allerdings bereits an die Fruchtfolgegrenzen, so dass sich das Verhältnis zukünftig verschieben könnte, denn der Flächenzuwachs wird bei Energiepflanzen noch weitergehen. Andreas Schütte, Geschäftsführer der FNR: „Studien zeigen, dass durch Bevölkerungsrückgang und Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft weitere Ackerflächen frei werden. Bis 2030 können das weitere 2 Mio. ha sein, auf denen dann Energie wächst. Befürchtungen, dies könne zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion gehen, sind übertrieben.“

Effekt wird gerne hochgerechnet
Bei allem Erfolg der Energiepflanzen, beim (Substitutions-)Effekt lässt man die Öffentlichkeit gerne im Dunklen. So heißt es in einer Pressemitteilung der FNR zu den oben genannten Zahlen: „Mehr denn je ist Biomasse eine zusätzliche Einkommensquelle für die Landwirtschaft, gleichzeitig leistet sie wachsende Beiträge zum Ersatz fossiler Rohstoffe und zum Klimaschutz. Im Vorjahr konnte Bioenergie bereits rund 3,4% zum Primärenergieverbrauch in Deutschland beisteuern.“ Der ausgewiesene Anteil ist zwar richtig, mit dem Anbau von Energiepflanzen hat er aber weniger zu tun. Zum einen stecken in den 3,4% auch Importanteile, im Wesentlichen aber auch die Verwendung von Holz. Der tatsächliche Anteil am Primärenergieverbrauch von Energiepflanzen von deutschen Ackerflächen liegt in einer Größenordnung von 1%, ja nachdem, ob der Energieeinsatz für Feldbestellung, Dünger, Ernte und Umwandlung berücksichtigt wird. ToR

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