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Purmo schließt Flachheizkörper-Produktion

Die Purmo DiaNorm Wärme AG, Vienenburg, plant, die Produktion von Flachheizkörpern in Vienenburg einzustellen; das haben der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Markus Lengauer und Alleinvorstand Harald Günther mitgeteilt. Günther begründet den Entschluss mit erheblichen Einbrüchen im westeuropäischen Markt für Flachheizkörper im letzten Jahr und in den Jahren vor 2006. Nach den vorliegenden Planzahlen und Budgets sehe der Aufsichtsrat keine Alternative zu diesem Schritt. Daher werde der Vorstand umgehend in Gespräche mit der Arbeitnehmerseite eintreten, um eine sozialverträgliche Lösung auszuhandeln.

„Erhebliche Überkapazitäten“
Geplant sei, Vienenburg zu einer Logistikzentrale für die deutschsprachigen Länder auszubauen, um die Belieferung der Kunden im Fachgroßhandel sicherzustellen. Es werde ein reibungsloser Übergang auf andere Fertigungsstätten der Purmo-Gruppe vorbereitet: Die Purmo-Werke der Rettig ICC hätten ausreichende Kapazitäten, um die Vienenburger Produktion aufzufangen. Günther: „Es gibt im europäischen Heizkörpermarkt erhebliche Überkapazitäten – auch innerhalb unserer Unternehmensgruppe.“ In Deutschland sind 1995 ca. 12 Mio. Flachheizkörper verkauft worden, zehn Jahre später waren es nur noch rund 5 Mio. 2007 sei die Nachfrage nochmals um über 16% gesunken. Günther: „Gerade im Inland haben wir es derzeit mit einem aggressiven Preiswettbewerb zu tun, der sich nicht mehr an den Kosten, sondern an Marktanteilen orientiert. Die gleichzeitig sinkende Nachfrage lässt uns keine andere Wahl.“

Der seit mehr als zehn Jahren rückläufige Neubau- und Renovierungsmarkt in den deutschsprachigen Ländern und wachsende Marktanteile für Dekorativheizkörper, Fußboden- und Elektroheizkomponenten beschleunigen den Prozess. Die Flachheizkörperproduktion verlagere sich nach Osteuropa, wo auch die derzeitigen Wachstumsmärkte für dieses Segment liegen. Günther schätzt die westeuropäischen Überkapazitäten in der Fertigung von Standardheizkörpern auf 30 bis 40%.

Vienenburg steht nicht zur Diskussion
Von der geplanten Stilllegung der Fertigungslinien in Vienenburg sind ca.135 Mitarbeiter betroffen. Für sie soll ein sozialverträglicher Übergang in neue Arbeitsverhältnisse organisiert werden. Die Unternehmenszentrale der Rettig ICC Gruppe, zu der die Purmo DiaNorm Wärme AG gehört, habe durch den Aufsichtsrat die Beteiligung an einem Sozialplan und an der Gründung einer Auffang- und Qualifizierungsgesellschaft zugesagt.

Laut Günther steht der Standort Vienenburg aber nicht zur Diskussion: Vertrieb, Marketing, Einkauf, Logistik, Finanzen/Controlling, EDV und der Fertigungsbereich Fußbodenheizung bleiben hier angesiedelt. Ausgebaut werden soll das Logistikzentrum für die deutschsprachigen Länder – Vienenburg biete dank seiner zentralen Lage ideale Voraussetzungen für Kundennähe in Deutschland und Europa.

Purmo ist seit 1974 in Deutschland aktiv. 2000 verschmolzen in Vienenburg die Marken Purmo und DiaNorm zur Purmo DiaNorm Wärme AG. Das Unternehmen ist Teil der internationalen Rettig ICC Gruppe, die ihrerseits eine 100-prozentige Tochter der Rettig Group Ltd ist. Neben Vienenburg betreibt die Rettig ICC in Deutschland eine Fertigung für Röhrenradiatoren im thüringischen Meiningen und ein Werk für Schornsteinsysteme in Lilienthal/Bremen. ToR

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