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29.08.2008

Daikin übernimmt Rotex Heating Systems

Frans Hoorelbege Chairman Daikin Europe, Franz Grammling und Gerhard Rambacher Geschäftsleitung Rotex, Masatsugu Minaka President Daikin Europe.
Die Gesellschafter der Rotex Heating Systems GmbH haben 100% ihrer Gesellschaftsanteile zum 1. Oktober 2008 an Daikin Europe N.V., einer 100%igen Tochtergesellschaft von Daikin Industries Ltd., Osaka, Japan, übertragen. Die Übernahmen, die unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Deutsche Kartellamt erfolgt, stellt eine beachtliche Stärkung der Angebotspalette und der Marktpräsenz von Daikin Europe (4000 Mitarbeiter, 1,9 Mrd. Euro Umsatz in 2007) auf dem Gebiet Heizsysteme dar. Andererseits wird bei Rotex der Weg für die Nutzung großer Wachstumspotenziale im Bereich der „ÖkoHybrid-Heizsysteme“ frei.

Techniksynergie und Marktzugang
Daikin ist Markt- und Technologie-Führer im Bereich der Wärmepumpentechnik, bisher aber mit dem deutlichen Schwerpunkt Kühlen. Rotex (360 Beschäftigte, 62,7 Mio. Euro Umsatz in 2007) ist bekannt als technologischer Vorreiter im Bereich kompletter Heizungssysteme mit umfangreicher Solarenergienutzung. Die Zusammenführung von Rotex und Daikin ermöglicht Rotex den Zugang zu kompakten und wettbewerbsfähigen Wärmepumpen mit Luft als Wärmequelle. Sie soll nun auch als HeatPumpSolarUnit (HPSU) vollständig in das ÖkoHybrid-Gesamtsystem integriert werden. Entscheidender dürfte für die Akquisition allerdings die Strategie von Daikin sein, den Ausbau des Geschäftsbereichs Wärme neben den heutigen Hauptstandbeinen Klimatechnik, Kaltwassersätze und Zentrale Kältetechnik zu forcieren. Daikin ist mit der Luft/Wasser-Wärmepumpe Altherma (Arbeitstitel Volkswärmepumpe) etwa seit zwei Jahren (inkl. Feldtest) auf dem europäischen Markt vertreten.

Die Hybriden kommen
Hellhörig dürften die großen Heiztechnikanbieter nicht nur wegen des nun vorhandenen guten Marktzugangs von Daikin sein, sondern auch wegen der integralen Gerätestrategie, die hinter der Übernahme steht. Bisher werden in Deutschland die meisten Heizungswärmepumpen monovalent bzw. monoenergetisch eingesetzt. Kleinere, beweglichere Anbieter sind aber längst dazu übergegangen, mehrere Energieträger und die Solartechnik in ein Wärmepumpen-Gesamtsystem inklusive zu integrieren. Dabei besteht der zusätzliche Trend, dass der Wärmeertrag nicht mehr nur zur direkten Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung verwendet wird, sondern über Kurz- und Langzeitspeicher nutzbar gemacht wird.

Heiztechnikbranche im Umbruch
Dass sich die Heiztechnikbranche im Umbruch befindet, ist kein Geheimnis, das kann man auf jeder Pressekonferenz der Heizungsindustrie seit mehreren Jahren hören. Bisher war diese Einsicht oder Weitsicht stark mit politischen Zielsetzungen verknüpft und vielfach schien auch der Glaube zu existieren, dass man die Geschwindigkeit selber steuern kann. Zwischenzeitlich hat der Markt durch die so nicht vorhersehbare Energiepreisentwicklung allerdings eine ganz neue Dynamik bekommen und Produkte möglich gemacht, die noch vor zwei Jahren als „toll aber unverkäuflich“ in der Asservatenkammer verschwunden wären. Bemerkenswert ist, dass es sich in der Mehrzahl nicht um gänzlich neue Technik, sondern neu zusammengefügte Technik handelt. ToR

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Im Kontext
Multienergie-Wärmezentrale - Drei unter einer Haube
Arbeitstitel Volkswärmepumpe

 
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