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26.04.2010
Regelwerk

Verbände zanken um Trinkwasser-Kommentar

Wenn ein Verband andere Verbände per Pressemitteilung zur Vernunft und Verantwortung aufruft, muss die Situation längst eskaliert sein. So fordert jetzt der VDMA-Fachverband Armaturen fordert ein Ende des Streits zwischen ZVSHK sowie DIN, DVGW um die Technischen Regeln für Trinkwasserinstallationen TRWI und ihre Kommentierung. Zur Vorgeschichte: Anfang 2009 hatten DIN und DVGW über ihre Vereinbarung informiert, ein Kompendium der Technischen Regeln für Trinkwasserinstallationen zusammenzustellen und mit einer erläuternden Kommentierung verbinden zu wollen. Der ZVSHK hatte ein solches Projekt jedoch bereits im Juni 2008 angekündigt. Seitdem streiten beide Parteien über die Federführung und Beteiligung an dem Projekt und haben jeweils angekündigt, entsprechende Arbeiten nunmehr im Alleingang aufzunehmen. Gleichzeitig beschuldigt man sich gegenseitig, Angebote zur Zusammenarbeit nicht angenommen zu haben.

„Nicht verantwortbare Entwicklung“
Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Armaturen, sieht darin eine nicht verantwortbare Entwicklung, die die Vermutung nahelege, dass es den Beteiligten gar nicht um die Sache, sondern vorrangig um wirtschaftliche Interessen gehe. Dabei sei das Projekt an sich, betonte der Verbandsvertreter, angesichts der mittlerweile erreichten Komplexität der Technischen Regeln für Trinkwasserinstallationen mehr als wünschenswert.

Widersprüche über Stand der Technik hätte Folgen
„Was wir aber auf keinen Fall gebrauchen können, sind am Ende zwei Kompendien und Kommentare mit unterschiedlichen Inhalten“, mahnt Burchard. „Offenbar haben sich die Parteien keine Gedanken über die möglichen – auch juristischen – Folgen unterschiedlicher Kommentierungen gemacht. Jeder sollte eigentlich wissen, dass der technische Sachverhalte festlegende Gesetzgeber, Gerichte bei ihrer Rechsprechung und Vertragsparteien bei der Bestimmung eines Leistungsumfangs auf den anerkannten Stand der Technik zurückgreifen. Eine Konstellation widersprüchlicher Erläuterungen würde im Zweifel zur Nichtberücksichtigung beider führen, mit der Folge, dass sich Planer und Verarbeiter insoweit nicht mehr auf die Einhaltung des anerkannten Stands der Technik berufen könnten.

Vor diesem Hintergrund fordert der VDMA eine unverzügliche Auflösung der Konfrontation zwischen DIN, DVGW und ZVSHK. Solange es diese nicht gebe, werde die Gebäudearmaturenindustrie eine Mitarbeit an den beiden Projekten ablehnen, machte Burchard klar. ToR

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