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30.04.2010
BSW-Solar

Solarfamilien stellen Energieversorger in den Schatten

16 Solar-Familien kamen am 30. April 2010 in Berlin zusammen, um mit dem symbolischen Bau eines Solarhauses die Woche der Sonne 2010 zu eröffnen. (Quelle: Woche der Sonne / BBGK)
16 Solar-Familien kamen am 30. April 2010 in Berlin zusammen, um mit dem symbolischen Bau eines Solarhauses die Woche der Sonne 2010 zu eröffnen.
Die Energieversorgung in Deutschland wird zunehmend zur Familienangelegenheit: 2009 investierten Familien mehr in Solarenergie in Deutschland als die vier großen Energieversorger E.on, EnBW, RWE und Vattenfall zusammen in Kraftwerksneu und -ausbau. 73 % der Hauseigentümer in Deutschland wollen ihre Energie am liebsten selbst erzeugen, so eine heute zum Auftakt der Woche der Sonne veröffentlichte Forsa-Umfrage (Zusammenfassung als Download).

Woche der Sonne vom 1. bis 9. Mai
Zur Aktionswoche vom 1. bis 9. Mai, die erstmals unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin stattfindet, werden 300.000 Besucher erwartet. Bundesweit informieren Handwerker, Kommunen, Vereine und Bürger auf rund 3000 Veranstaltungen über Solarenergie. Beim Auftaktevent der Woche der Sonne auf dem Berliner Schlossplatz werden heute 16 Solarfamilien aus ganz Deutschland mit den Innovationspreis „Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Bevölkerung setzt auf saubere Energie
„Familien denken an die Zukunft. Sie haben verstanden, dass wir eine dezentrale, unerschöpfliche und umweltfreundliche Energieversorgung brauchen. Die hohe Beliebtheit allein der Sonnenenergie zeigt, dass die Bevölkerung bereits heute in großem Stil auf saubere Technologien setzt: Die Bürger lassen ihren Absichten auch Investitionen folgen“, so Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar).

6,22 Mrd. Euro für Solaranlagen in 2009 investiert
10 % aller Hausbesitzer planen in den nächsten zwei Jahren die Installation einer Solaranlage zur Strom- oder Wärmegewinnung. 2009 haben Privathaushalte rund 6,22 Mrd. Euro in solche Anlagen investiert. Dagegen kamen die vier großen Energieversorger mit ihren gemeinsamen Investitionen in neue Anlagen zur Strom- und Fernwärmerzeugung und den Ausbau alter Anlagen nur auf ein Investitionsvolumen von rund 4,28 Mrd. Euro.

Überzeugungstäter: Junge Familien
Vor allem junge Eltern sind aktiv wenn es um die eigene Energieversorgung geht. Bereits 20 % dieser Eigenheimbesitzer haben eine Solaranlage zur Strom- oder Wärmegewinnung. Zwei Drittel der Familien mit Kindern sind überzeugt, dass zukünftige Generationen in der Lage sein werden, Strom und Wärme ausschließlich aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, so die Umfrage.

Investitionsbereitschaft braucht noch Förderung
Damit die Investitionsbereitschaft der Bürger weiter anhält und sich auch positiv auf die deutsche Solarbranche auswirkt, bleiben nach Auffassung des BSW-Solar noch für wenige Jahre attraktive und verlässliche Förderbedingungen unverzichtbar. Diese werden gegenwärtig durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Solarstrom und den Haushaltsstopp für das Marktanreizprogramm (MAP) von der Regierungskoalition in Frage gestellt. Dies sei aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs um die Solarenergie als einen der größten Wachstumsmärkte industriepolitisch höchst fragwürdig, so Körnig. ToR

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