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25.02.2012
CentraLine

MSR-System für grünstes Rechenzentrum

Das Rechenzentrum „datadock“ mit Platz für 50.000 Server erreicht einen europäischen Spitzen-PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,21. (Quelle: CentraLine)
Das Rechenzentrum „datadock“ mit Platz für 50.000 Server erreicht einen europäischen Spitzen-PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,21
Der Energiebedarf zum Betrieb und zur Kühlung von Informationstechnologien wächst kontinuierlich. Um den Anstieg des Energiebedarfs zu minimieren, setzen neue Rechenzentren auf moderne Energiekonzepte und eine intelligente Regelung der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK). Vorbild für die Entwicklung fortschrittlicher Energiekonzepte in Rechenzentren ist die PlusServer AG, die bei der Regelungstechnik auf die Kompetenz und Technologie von CentraLine vertraut. In Straßburg hat der IT-Dienstleister mit Unterstützung von CentraLine Europas umweltfreundlichstes Rechenzentrum „datadock“ gebaut.

8 MW Anschlussleistung für 50.000 Server


Seit über zehn Jahren gehört PlusServer zu den Marktführern für Managed Server Hosting. Darunter versteht man die Bereitstellung, Verwaltung und Wartung von Server-Systemen. Diesen Service übernimmt PlusServer für kleine und mittelständische Unternehmen bis hin zu Konzernen. Um die Kapazitäten für das Hosting weiterer Server auszubauen, hat PlusServer zwischen 2007 und 2010 eine ehemalige Lagerhalle im Hafengebiet von Straßburg zu einem modernen und umweltfreundlichen Rechenzentrum umgebaut. Heute verfügt das datadock über eine Gesamtanschlussleistung von 8 MW und kann auf einer Nutzfläche von 4200 m2 rund 50.000 Server anbinden. Bei der Planung und Umsetzung von datadock legte PlusServer ein besonderes Augenmerk auf Energieeffizienz, denn der Betrieb des neuen Rechenzentrums sollte gleichzeitig die Umweltbelastungen minimieren und die Betriebskosten senken.

Brunnenwasserkühlsystem


Durch ein ausgeklügeltes Energiekonzept verbraucht das Rechenzentrum heute rund 25 % weniger Energie als ein durchschnittliches Rechenzentrum. Für die Infrastruktur sank der Energieverbrauch sogar um 66 %. Bei Vollauslastung bedeutet das eine Einsparung von 26 Mio. kWh/a und einer Verringerung der CO2-Emissionen um fast 24.000 t/a. Diese europaweit bislang beispiellosen Werte werden durch ein einzigartiges Brunnenkühlungssystem erzielt, das auf das umfangreich vorhandene Grundwasservorkommen des Areals zurückgreift.

Spitzen-PUE-Wert von 1,21


Bei der Entnahme verfügt das Wasser über eine Temperatur von 12 °C und muss nicht weiter heruntergekühlt werden. Es wird dem Kühlkreislauf zugeführt, wobei eine Wärmeübertragung zwischen dem inneren und dem äußeren Kühlkreislauf stattfindet, ohne dass das Grundwasser in den inneren Kreislauf des Rechenzentrums gelangt. Dadurch wird das Wasser nicht verschmutzt und bleibt in der Menge konstant. Mit Sauerstoff angereichert, wird das thermisch genutzte Wasser in den Rhein abgeleitet und verbessert dort die Wasserqualität. Diese kostengünstige und effiziente Kühlungsmaßnahme ermöglicht den europäischen Spitzen-PUE-Wert (Power Usage Efficiency) von 1,21. Der PUE-Wert ist das Verhältnis der insgesamt im Rechenzentrum verbrauchten Energie und der Energieaufnahme der Rechner. Im datadock sind nur 21 % der für die IT aufgewendeten Energie zusätzlich für den Betrieb erforderlich.

Alle Systeme sind redundant ausgelegt


Den sicheren Betrieb der Brunnenwasserkühlung, des Kühlwasserkreislaufs, der Klimaschränke in den Etagen, der Entrauchungsanlage und der Lüftungsanlage im Erdgeschoss und den Büros gewährleistet ein CentraLine-Regelsystem der Firma RGS, Bonn. Acht webbasierte Hawk-Integrationsplattformen ermöglichen die nahtlose Vernetzung der verschiedenen Systeme. Über sie können die ablaufenden Prozesse überwacht und optimiert werden. Außerdem installierte der Regelungsexperte 113 Module des Lion-Reglers. Das System besteht aus einem frei programmierbaren Regler und einer Palette eigens dafür konzipierter Ein- und Ausgangsmodule. Vier BACnet-fähige Lynx-Regler ergänzen die Regelungstechnik in den sechs Schaltschränken. Lynx ist ebenfalls ein frei programmierbarer Regler, der über die Integrationsplattformen Hawk in die verschiedenen Systeme eingebunden wird und für die Steuerung der Lüftungsanlage zuständig ist. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen sind alle Systeme redundant ausgelegt. Fällt eine Komponente aus, kann eine andere übernehmen.

Steuerung der Anlage via Fernzugriff


Das technische Personal des Rechenzentrums kann die Regler entweder direkt über das im Schaltschrank installierte CentraLine Touch-Panel oder via Fernzugriff bedienen. Der Fernzugriff erfolgt über die AreanaAX-Leitzentrale von CentraLine, die speziell für die frei programmierte Anlagenregelung über Hawk konzipiert wurde. Durch die webbasierte Lösung kann das technische Personal des Rechenzentrums jederzeit vom Büro aus mit Standardbrowsern auf die angeschlossenen Subsysteme zugreifen. Auch der CentraLine-Partner hat im Bedarfsfall die Möglichkeit, via Fernzugriff auf die Anlage zuzugreifen und Änderungen vorzunehmen. ■

www.centraline.com
www.datadock.eu (Mit Film und virtueller Tour durch das rechenzentrum.)
Jochen Vorländer

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