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05.02.2013
VDMA-Fachverband Armaturen

2012: +5 % bei Gebäudearmaturen

Die deutschen Hersteller von Gebäudearmaturen haben im Jahr 2012 ein Gesamtumsatzzuwachs von 5 % erzielt. Nach einem Plus von lediglich 1 % im ersten Halbjahr 2012 legte der Absatz in der zweiten Jahreshälfte merklich zu. Im Inland und im Ausland wuchs der Umsatz um jeweils 5 %. Den um 2 % rückläufigen Umsatz in der Euro-Zone konnten die gestiegenen Ausfuhren in den außereuropäischen Raum mehr als ausgleichen. Hier verzeichnete die Branche den höchsten prozentuellen Umsatzzuwachs von 10 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, meldet der VDMA-Fachverband Armaturen.

Größtes Wachstum bei technischen Gebäudearmaturen


In den einzelnen, vom VDMA statistisch erfassten, Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze 2012 durchweg positiv, wenn auch weniger dynamisch als in 2011. Der Umsatz der Sanitärarmaturen legte um 4 % zu, die Hersteller von Heizungsarmaturen verzeichneten ein nominales Umsatzplus von 6 % und die technischen Gebäudearmaturen erzielten ein Umsatzwachstum von 7 % im Vergleich zum vorangegangen Geschäftsjahr.

Rege Bautätigkeit in Deutschland


Von dem Verhalten verunsicherter Anleger, die dem Aktien- und Wertpapiergeschäft Sachwerte wie Immobilien vorzogen, profitierte neben der norwegischen und schweizerischen auch die deutsche Bauwirtschaft. Unübersehbar reagierte der Wohnungsbau auf die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum. Für das Jahr 2012 wird mit der Baugenehmigung von 240.000 Wohnungen gerechnet, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6 % (Bericht von TGA Fachplaner: 6,2 % mehr Baugenehmigungen bis 2012-3.Q). Diese Entwicklung bildet sich auch in gut gefüllten Auftragsbüchern des SHK-Handwerks ab. Für 2013 prognostiziert die LBS einen weiteren Anstieg um 4 % auf 250.000 genehmigte Wohnungen und Einfamilienhäuser.

Impulse kommen aus dem außereuropäischen Raum...


Europaweit betrachtet halten die Euro-Krise und die anhaltend schwierige Lage der Weltwirtschaft das Baugeschehen allerdings weiterhin in Atem. In seiner aktuellen Studie rechnet Euroconstruct insgesamt mit einem Rückgang der Bauaktivitäten von 4,7 % für das Jahr 2012. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der deutsche Export von Gebäudearmaturen von Januar bis November 2012 um rund 4 % auf mehr als 2,03 Mrd. Euro. Frankreich und Österreich behaupteten ihre Position als „Top zwei Absatzmärkte“ für Gebäudearmaturen, die Niederlande gab mit einem Minus von knapp 4 % den dritten Platz des Exportrankings an die USA ab.

...USA +11 %...


In den USA entwickelte sich das Geschäft dynamisch (plus 11 % auf 146 Mio. Euro). Der während der Krisenzeiten zu beobachtende Trend zu weniger und kleineren Badezimmern scheint sich hier mit einer fortgesetzten Erholung des Wohnbausektors wieder umzukehren. Sowohl im Bereich der Sanitärarmaturen als auch bei Ausrüstungen für Heizungsanlagen stoßen hochwertige Armaturen wieder auf ein besseres Marktumfeld. Ein besonderes wachstumsträchtiges Marktsegment sind darüber hinaus die Sanitärprodukte für ältere Menschen, das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung wird in den nächsten Jahren weiter steigen.

...Russland + 16 %


Auch in Russland agierte die Baubranche 2012 als Stütze für das inländische Wirtschaftswachstum, was sich wiederum positiv auf den Import von deutschen Gebäudearmaturen auswirkte. 16 % konnte dieser gegenüber dem Vorjahr zulegen und wuchs auf 95 Mio. Euro. In China hingegen bleibt die Stimmung in der Bauwirtschaft gedrückt. Maßnahmen wie die Erhöhung des Eigenkapitalanteils beim Wohnungskauf, die Beschränkung der Anzahl erwerbbarer Wohnungen pro Familie, die Einführung der Grundsteuer (Property Tax) und eine Verknappung der Kredite bremsten die Dynamik des für die Gesamtwirtschaft wichtigen Immobilienmarktes. Mit einem großen Infrastrukturprogramm zur Konjunkturankurbelung wird nicht gerechnet.

Prognose 2013


Für das Jahr 2013 erwartet der VDMA-Fachverband Armaturen einen weiteren Aufwärtstrend leicht unter dem Vorjahresniveau. Für das erste Halbjahr 2013 liegt die Prognose bei einem nominalen Umsatzwachstum von 3 %. Dabei wird sich der Umsatz in den Produktgruppen der technischen Gebäudearmaturen und den Heizungsarmaturen voraussichtlich mit jeweils plus 3 % und in der Produktgruppe Sanitärarmaturen mit plus 4 % entwickeln. Zu Jahresbeginn hat der Optimismus sowohl unter deutschen Verbrauchern als auch unter deutschen Unternehmern zugenommen. Die Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung haben sich verbessert, die Einkommenserwartung steigt auf hohem Niveau leicht an. Die SHK Branche meldet eine gute Auftragslage vor allem im Kundenservice, Wartungs-und Sanierungsgeschäft. ■
Jochen Vorländer

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