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02.07.2018
Ziehl-Abegg

Einstieg in die eigene Kunststoffproduktion

Ziehl-Abegg: Produktionsvorstand Dr. Klaus Weiß (rechts) erklärt Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Montage eines EC-Motors. (Quelle: Ziehl-Abegg / Ufuk Arslan)
Ziehl-Abegg: Produktionsvorstand Dr. Klaus Weiß (rechts) erklärt Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Montage eines EC-Motors.

Der Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg hat seine Fertigungsbreite erhöht und seine Produktion in Richtung Industrie 4.0 weiter entwickelt. 28 Mio. Euro kosten der Neubau im Gewerbepark Hohenlohe und der Einstieg in die eigene Kunststoffproduktion.

Die Entwickler bei Ziehl-Abegg verwirklichen bei den Ventilatoren immer stärker bionische Ansätze, um die Aerodynamik zu verbessern. Allerdings ist es eine große Herausforderung, diese optimierten Formen in der Serienproduktion umzusetzen. „Wir haben so komplexe Spritzgusstechnik im Einsatz, dass alleine die Kosten für ein einzelnes Werkzeug eine halbe Million Euro betragen“, erklärt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender der Ziehl-Abegg SE. In die neuen Anlagen ist die Erfahrung aus zehn Jahren eingeflossen, in denen Lieferanten im Auftrag von Ziehl-Abegg Ventilatoren aus Kunststoff gefertigt hatten. Der Clou ist, dass die Spritzgussmaschinen bereits bei der Produktion wichtige Prozess-Parameter überwachen, sodass fehlerhafte Produkte ausgeschlossen sind.

Wertschöpfung ins Haus geholt

„Der Einstieg in die Kunststofftechnik bringt vor allem unseren Kunden Vorteile“, sagt Fenkl. Denn nun produziert Ziehl-Abegg selbst Ventilatoren aus Aluminium, aus Stahl und aus Kunststoff. „Wir haben die Wertschöpfung ins Haus geholt“, sagt der Firmenchef über die neue Ära. Dadurch kann jeder Ingenieur nach objektiven Kriterien entscheiden, welcher Werkstoff derjenige ist, der sich am besten für die Kundenanwendung eignet.

Ziehl-Abegg hat im Markt viele Ventilatoren, die bisher aus Stahl oder Aluminium gefertigt worden sind, durch Kunststoff ersetzt. Der thermoplastische Faserverbundwerkstoff ZAmid ist eine Entwicklung von Ziehl-Abegg. Das Material ist viel leichter als Stahl, lässt aber Ventilatoren mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h im Dauerbetrieb drehen; geprüft werden die Kunststoffventilatoren mit Geschwindigkeiten bis zu 500 km/h. „Wir werden für unsere Kunden das Leichtbaupotenzial von Kunststoff weiter ausbauen“, verspricht Fenkl. Denn viele aerodynamisch ideale Geometrien sind in Stahl oder Aluminium einfach nicht umsetzbar.

Ausstoß der EC-Ventilatoren wurde verdoppelt

Mit einer Investitionssumme von 5 Mio. Euro für Maschinen und Werkzeuge sind bisher sechs neue Arbeitsplätze im Bereich der Kunststoffproduktion geschaffen worden. Insgesamt ist die Mitarbeiterzahl bei Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe von 480 auf 770 Menschen gestiegen. Der große Anstieg an Mitarbeitern resultiert aus der Produktion von energiesparenden Ventilatoren: Diese wurde vom Werk an der Würzburger Straße in Künzelsau in den Neubau im Gewerbepark verlagert. Dort ist die Fläche für die Herstellung der EC-Produkte auf 9000 m2 gestiegen und der Ausstoß der EC-Ventilatoren ist verdoppelt worden. Obwohl der Automatisierungsgrad deutlich erhöht worden ist, werden durch den Umsatzzuwachs mehr Menschen in der Produktion beschäftigt.

Ein modernes Großraumbüro komplettiert den Neubau. In diesen Bürotrakt sind mehrere Abteilungen von Künzelsau nach Kupferzell gezogen. In Künzelsau ist die Fläche nötig, um die Produktion von Leiterplatten für Elektromotoren ausbauen zu können. ■

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