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20.08.2019
Heizungstechnik

2018: 1,4 Mio. Mängel an Heizungsanlagen

Das Schornsteinfegerhandwerk hat bei seiner täglichen Arbeit sowie im Rahmen der Feuerstättenschau und bei baulichen Abnahmen im Jahr 2018 fast 1,4 Mio. Mängel festgestellt. Überprüft wurden bestehende, wesentlich geänderte und neu installierte Anlagen. An neu errichteten Feuerungsanlagen wurden bei der Prüfung der Tauglichkeit und sicheren Benutzbarkeit etwa 110.000 Mängel und an wesentlich geänderten Feuerungsanlagen nach den jeweiligen Landesbauordnungen über 177.000 Mängel festgestellt. Bei den Zahlen handelt es sich allerdings um Einzelmängel, nicht um die Anzahl der bemängelten Feuerungsanlagen insgesamt.

Die Ergebnisse im Bereich der neuen Anlagen belegen, dass selbst diese nicht per se sicher sind. Wegen technischer Mängel oder Fehler in der Installation war eine Nachbesserung vor der endgültigen Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger erforderlich. „Dies beweist, dass die unabhängige Prüfung durch den Schornsteinfeger eine wichtige Aufgabe ist und bleibt“, so Oswald Wilhelm, Präsident des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks.

Mehr Eigenrisiko bei europäischen Nachbarn

Wilhelm: „Ein Blick in europäische Nachbarländer zeigt, wohin eine Rücknahme der Sicherheitsüberprüfungen an Heizungsanlagen und Öfen führen kann.“

In mehreren EU-Ländern liegt die Zahl der Kohlenmonoxid(CO)-Unfälle und Brandschäden über den Vergleichszahlen in Deutschland. Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen und liegt auch an den unterschiedlichen Systemen. Nicht in jedem Land sind Schornsteinfeger verantwortlich für die Betriebs- und Brandsicherheit von Heizungsanlagen. Auch die Qualität der Ausbildung und das Berufsbild weichen im europäischen Vergleich zum Teil deutlich voneinander ab. Vielfach arbeiten Schornsteinfeger mit der Feuerwehr und Gasversorgern zusammen. Qualitätsanforderungen an die fachliche Ausführung und Ausbildung gibt es oft nur intern und auf freiwilliger Basis. Da eine behördliche Kontrolle der vorgeschriebenen Arbeiten nicht stattfindet, ist die Zahl der CO-Unfälle und Brände im Ausland vergleichsweise hoch.

In Deutschland haben im Jahr 2018 die Messungen der Schornsteinfeger ergeben, dass mehr als 117.000 Gasfeuerungsanlagen den vorgeschriebenen Kohlenmonoxid(CO)-Grenzwert von 1000 ppm überschreiten. Darüber hinaus wiesen über 161.700 Gasfeuerungsanlagen einen CO-Gehalt zwischen 500 und 1000 ppm auf. Bei diesen Feuerstätten wurde aus Sicherheitsgründen eine Wartung empfohlen. Anlagen mit einem Wert von über 1000 ppm müssen verpflichtend gewartet und vom Schornsteinfeger nochmals überprüft werden. Eine Konzentration von über 1000 ppm Kohlenmonoxid im Abgas ist bei Abgasaustritt lebensgefährlich. ■

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