TGA-Newsletter: 16-2009 | 25.11.2009

ANLAGENTECHNIK

Studie: Kombisysteme zur Wärmeversorgung

Das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) hat im Auftrag des hessischen Umweltministeriums die Einsatzmöglichkeiten von kombinierten Heizsystemen zur nachhaltigen Wärmeversorgung in Niedrigenergiehäusern untersucht. Dabei zeigte sich, dass die fokussierte Kombination von Solaranlage, Abluft-Wärmepumpe und Holzpellet-Ofen bei Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand zur nachhaltigen Wärmeversorgung prinzipiell geeignet ist (zum Bericht).

Größere Anstrengungen bei Wärmeversorgung im Bestand
Hintergrund der Untersuchung ist die Annahme, dass der im Neubau einfach zu realisierende Passivhausstandard im Gebäudebestand nicht flächendeckend umgesetzt werden kann. Ein guter Niedrigenergiehausstandard, der in der Regel auch im Altbau möglich ist, erreicht aber mit einer konventionellen Wärmeversorgung noch nicht die ehrgeizigen Klimaschutzziele, heißt es in der Projektbeschreibung. Darum seien bei der Wärmeversorgung größere Anstrengungen erforderlich, um mit dem typischerweise verbleibenden Heizwärmebedarf von 40 bis 70 kWh/(m2 a) beim Primärenergieverbrauch und bei den CO2-Emissionen auf das Niveau eines Passivhauses zu kommen.

Kombisystem im Einfamilienhaus: Noch viel Entwicklungsarbeit
Die Autoren kommen zu dem Fazit, dass es schon heute möglich ist, eine Niedrigenergiehaus-Wohnungsheizung mit Abluftwärmepumpe, Pellet-Ofen und Solaranlage aus am Markt verfügbaren Geräten zusammenzustellen. Bis zur breiten Markteinführung seien aber noch wesentliche Aufgaben zu lösen: Die Entwicklung eines praxistauglichen Reglers unter Berücksichtigung von Messergebnissen aus einer Versuchsanlage (Teststand, eventuell Modellgebäude), Fragen der Speicherschichtung und Speicherwahl sowie die Entwicklung von standardisierten „Paketlösungen“, um die Systemkosten deutlich zu senken.

Auch im Mehrfamilienhaus ist das Kombisystem eine Herausforderung
Das zentrale Kombisystem für die Anwendung im Niedrigenergie-Mehrfamilienhaus ist wegen Kostenvorteilen und der höheren Flexibilität beim Rückgriff auf bestehende Komponenten deutlich näher an einer möglichen breiteren Markteinführung. Allerdings sei auch hier zu berücksichtigen, dass es sich bei der Kombination der drei Wärmeerzeuger in einer Anlage um keinen allgemein etablierten Ansatz handelt und deswegen besondere, individuell angepasste Lösungen erforderlich sind, insbesondere zur Regelung der Anlage. Gleichzeitig hätten bereits Erfahrungen mit einfacheren Wärmeversorgungsanlagen für Niedrigenergiehäuser gezeigt, dass in der Praxis durch Unzulänglichkeiten bei der Auslegung, Installation oder Regelung die Potenziale dieser Systeme nicht immer ausgeschöpft werden und sich sehr unbefriedigende Ergebnisse für die Gesamteffizienz ergeben können. ToR

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