TGA-Newsletter: 09-2010 | 15.07.2010 (28.KW)

GEBÄUDETECHNIK

Netto-Null-Energie-Gewerbegebäude

Neubau des Netto-Null-Energie-Gebäudes von Zeller/Athoka.
In Herten entsteht ein modernes Bürogebäude mit Netto-Null-Energie-Bedarf. Ziel des Projekts ist die Untersuchung des aktuellen Stands der Technik sowie zukünftiger Optimierungspotenziale für Netto-Null-Energie-Gewerbegebäude. Die Durchführung erfolgt unter der Leitung der Daikin Europe N.V. aus Oostende, Belgien, am kurz vor der Fertigstellung befindlichen neuen Firmensitz der Zeller Kälte und Klimatechnik und der Athoka – Alles Klima GmbH. Über einen Zeitraum von zwöl Monaten werden Messungen vorgenommen, an denen voraussichtlich das Fraunhofer Institut für Bauphysik und die Fraunhofer UMSICHT, die TU Dortmund, die University of Manchester (UK) sowie das französische Centre Technique des Industries Aérauliques et Thermiques (CETIAT) beteiligt sind.

Gebäude soll künftige EU-Standards erfüllen
Die Vision der Athoka-Geschäftsführer Thorsten und Achim Zeller bei der Konzipierung des Objekts war die Errichtung eines modernen Bürohauses mit ambitionierter Energiebilanz, welches als Netto-Null-Energie-Gebäude die künftigen EU-Standards erfüllt. Mit ihnen kommt Heizungs- und Klimaunternehmen die wichtige Rolle zu, Produkte und Systeme zur weiteren Erhöhung der Energieeffizienz von Gebäuden auf den Markt zu bringen sowie systemübergreifende Planungsansätze zu entwickeln, die das Konzept Netto-Null-Energiegebäude zu minimalen Investitionskosten umsetzen. Von der Studie sollen auch bestehende Bürobaute profitieren. Im Fokus steht dabei neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch die praktische Anwendbarkeit: Zum einen ist die gewählte Gebäudeart – eine Kombination aus Büro und Lagerhaus – ein häufig genutztes Konzept, zum anderen werden bei der energetischen Ausstattung des Komplexes nur existierende und leicht erhältliche Großserien-Technologien verwendet.

Verzahnte Technologie
Das Netto-Null-Energie-Gebäude von Zeller/Athoka vereint etablierte erneuerbare Energiesysteme wie Wärmepumpen und Solarzellen miteinander. Die Raumklimatisierung erfolgt über eine Kombination aus einer Daikin Altherma Luft/Wasser-Wärmepumpen für die Fußbodenheizung (und Trinkwassererwärmung) und einer Daikin VRV-Klimaanlage. Ergänzt wird das energetische Konzept durch das Daikin VAM-Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Da sich durch die abgestimmte Dimensionierung der Gebäudehülle und der haustechnischen Anlagen ein geringer spezifischer Endenergiebedarf ergibt, kann dieser in der Jahresbilanz über die eigene Photovoltaik-Anlage gedeckt werden. Ein 100 m2 großes Testfeld des Daches soll zudem mit einem Daikin Zeffle Lack beschichtet werden, der das Sonnenlicht reflektiert und verhindert, dass sich das Gebäude selbst an heißen Tagen über das Dach aufheizt. Zusätzlich verbessert die Reflektion den Energiegewinn der Photovoltaik-Anlage.

„Standardsysteme kreativ einsetzen“
Achim Zeller, Geschäftsführer der Athoka GmbH, erläutert: „Wir wollen am eigenen Objekt zeigen, dass sich nachhaltige (Gewerbe-)Bauten schon heute wirtschaftlich errichten lassen. Hierzu ist es wichtig, Gebäude und Technik optimal aufeinander abzustimmen. Zudem waren wir darauf bedacht, die Technik-Sicherheit zu maximieren. Dazu wurden ausschließlich verfügbare und bewährte Standardsysteme projektiert, die kreativ eingesetzt das Planungs- und Anwendungsrisiko minimieren.“ ToR

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