TGA-Newsletter: 11-2015 | 17.09.2015 (38.KW)

TRINKWASSERHYGIENE

Schnelltest für Legionellen

Seit einem Jahr arbeitet die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) gemeinsam mit BioSolutions an einem neuen Test, mit dem Legionellen in nur wenigen Stunden entdeckt werden können.

Bisher kommen die aufbereiteten Wasserproben auf Nährböden und für zehn Tagen in einen Brutschrank. Bakterienkulturen sind danach bereits mit bloßem Auge sichtbar und können bestimmt werden. Sind Legionellen darunter, werden aufwendige Gegenmaßnahmen bis hin zum Duschverbot notwendig. Durch das Testverfahren weiß man oft zunächst nicht, ob eine Desinfektionsmaßnahme erfolgreich war, sodass beispielsweise ein Duschverbot unnötig lange bestehen bleiben muss. Ein schnellerer Test erspart also Unannehmlichkeiten und vermeidet Kosten.

Herzstück des neuen Verfahrens ist ein Thermocycler. Das Wasser – nicht mehr als ein Tropfen – wird mit einem speziellen Farbstoff versetzt. Die Farbe heftet sich an die Erbsubstanz der Legionellen und wird dadurch aktiv. Im Thermocycler wird die Erbsubstanz vervielfältigt. Ein Laser bestrahlt die Proben und bringt den Farbstoff zum Leuchten (Fluoreszenz). Das Licht wird aufgenommen und von einem Computer in eine Messkurve übersetzt. Auf der kann man ablesen, wie viele Bakterien in der Probe waren. Der ganze Prozess dauert nur wenige Stunden.

Das neue Verfahren kann bereits als unterstützender Schnelltest eingesetzt werden. Um das alte Verfahren ersetzen zu können, sind noch weitere Messungen und Prüfungen erforderlich. Doch schon Ende 2015 könnte es nach Angaben von HWS so weit sein, dass der Schnelltest das alte Verfahren ersetzen kann. ■

Jochen Vorländer

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