TGA-Newsletter: 16-2017 | 07.09.2017 (36.KW)

Bauen

GEG-Standard ist längst Baupraxis

Energieeffizientes Bauen ist so gefragt wie nie zuvor – auch im aktuellen Bauboom. Von Juli 2016 bis Juni 2017 übertrafen mehr als die Hälfte aller neuen Wohnungen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich. Wie der neuste Förderreport der KfW zeigt, wurden in diesem Zeitraum über 144.000 neue Wohneinheiten nach dem Standard Effizienzhaus 55 oder höher aus Bundesmitteln gefördert. Diese Rekordzahl spricht aus Sicht der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) eine deutliche Sprache: Bauherren bevorzugen energieeffizientes Bauen.

Energieeffizientes Bauen ist mittlerweile Mainstream

Christoph Freiherr von Speßhardt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deneff, lobt den Erfolg der KfW-Förderung: „Energieeffizientes Bauen ist mittlerweile Mainstream. Dazu hat die KfW mit ihrer Förderung maßgeblich beigetragen. Dank der großen Nachfrage ist energieeffizientes Bauen immer günstiger geworden – Hausbauer bekommen heute mehr Effizienz für das gleiche Geld. Und schließlich sind Effizienzstandards die einzigen Bauanforderungen, die die Wohnkosten senken.“

Speßhardt: „Wer heute effizient baut, spare über Jahrzehnte hinweg Nebenkosten und treibt gleichzeitig den Klimaschutz voran. Nach der Bundestagswahl müssen geeignete Instrumente und Rahmenbedingungen auf den Weg gebracht werden, um der Nachfrage am Markt gerecht zu werden. Neubaustandards und ein neues Gebäudeenergiegesetz müssen am Prinzip ‚Efficiency First‘ ausgerichtet werden.“

Das Scheitern des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)…

…in der auslaufenden Legislaturperiode lag zwar primär an der viel zu späten Vorlage eines Referentenentwurfs, politisch ausgebremst wurde es aber durch die im GEG-Entwurf vorgesehenen Baustandards, die etwas moderater als der Standard Effizienzhaus 55 hinterlegt waren (Kein GEG vor der Wahl). Formuliert waren sie nur für Behördengebäude. Der Niedrigstenergiegebäude-Standard für den privaten Neubau soll erst in einer zweiten Stufe „rechtzeitig vor 2021“ festgelegt werden. Die CDU/CSU-Fraktion argumentierte aber im Kanzleramt, dass durch die Vorgabe für die Behördengebäude auch Fakten für den privaten Neubau geschaffen werden.

In ihrem Programm für die Bundestagswahl 2017 hat die Union übrigens „versprochen“: „Vorschriften für Neubauten zum Schutz von Umwelt und Klima sowie zur Reduzierung von Energiekosten amortisieren sich oftmals erst nach Jahrzehnten. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Förderangeboten der KfW werden wir deshalb Lösungen prüfen, die eine Amortisation dieser Kosten über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes ermöglichen und so den Kreditrahmen junger Familien entlasten. […] Wir werden in der kommenden Wahlperiode keine Maßnahmen beschließen, die die Schaffung von Wohnraum zusätzlich verteuern. Wir werden prüfen, inwieweit durch die Abschaffung überflüssiger Vorschriften Kostensenkungspotenziale erschlossen werden können.“ ■

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