Energieberater-Wünsche zur Bundestagswahl

„Was erwarten Sie für Ihre Tätigkeit als Gebäude-Energieberater von den Partei(programm)en“, „was brennt unter den Nägeln“, „was läuft schief“ haben wir im letzten GEB-Newsletter gefragt - und aus Ihren Antworten eine Wunschliste gemacht.
Ob Sitte oder Unsitte: Die Verbände positionieren sich schon seit Wochen mit ihren politischen Forderungen zur Bundestagswahl. In den letzten Newsletter-Ausgaben hatten wir aus solchen Katalogen Eckpunkte benannt, die die Energieberatung tangieren würden. Doch was brennt Gebäude-Energieberatern wirklich unter den Nägeln? Was läuft schief? Welche politischen Aussagen und Versprechen erwarten Sie für Ihre Tätigkeit als Energieberater von den Partei(programm)en vor der anstehenden Bundestagswahl fragten wir unsere Leser im letzten GEB-Newsletter.

Qualität. Energieberater wollen Qualität. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die zahlreichen Zuschriften, von denen sich die meisten wie Handbücher für die nächste EnEV-Novelle lesen: „Datenermittlung durch den Eigentümer untersagen“, „Verbrauchsausweise für Wohngebäude abschaffen“, „das Ausstellen von Energieausweisen über das Internet verbieten“, „DIN V 18599 deutlich vereinfachen“, „höhere Qualitätsanforderungen für Ausstellungsberechtigte“, „freier Zugang zu allen Normen, die von der EnEV in Bezug genommen werden“, „Übersetzung der EnEV aus dem Amtsdeutsch ins Deutsche“.

Allerdings wollen Energieberater für ihre Leistungen auch fair bezahlt und behandelt werden: So wurden beispielsweise eine „verbindliche Honorarordnung für Energieberatungsleistungen“ und „Mindestpreise für Energieausweise“ angeregt. Offensichtlich ist die am Markt erzielbare Vergütung für unabhängige Gebäudeenergieberater auch mit Fördermitteln kaum auskömmlich. „Energieberatung muss einen Preis haben. Förderungen sind nicht grundsätzliche abzulehnen, sie sollten aber auch definitiv ausgewiesen werden, damit Empfänger neben dem Preis auch den Wert erkennen können.“ Zudem wünschen sich viele Gebäudeenergieberater eine geschützte Berufsbezeichnung für ihre Tätigkeit: „Wer sich Energieberater nennt, sollte auch eine entsprechende, zertifizierte Ausbildung und ständige Weiterbildung vorweisen müssen.“

Weitere Anregungen für die Parteiprogramme betreffen Energieberatungsaspekte in der Umwelt- und Energiepolitik, allerdings ist hier kein einheitliches Meinungsbild zu kristallisieren, sodass wir auf eine Darstellung verzichten. Herauszulesen ist jedoch eine sehr große Unzufriedenheit darüber, dass keine konsistente Energiepolitik existiert, und Energiethemen in der jüngeren Vergangenheit durch die vielen Zuständigkeiten stets „verwässert“ bis „verstümmelt“ worden sind. GLR

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