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21.10.2011
ZVSHK

Resolution gegen Viessmann-BILD-Aktion

Screenshot von der Viessmann-BILD-Aktion. (Quelle: www.bild.de)
Screenshot von der Viessmann-BILD-Aktion. (Quelle: www.bild.de)
Anfang Oktober 2011 haben BILD Energie und Viessmann ein gemeinsames Aktionspaket für Gasheizungs-Betreiber zur Heizungsmodernisierung gestartet. Der Kunde erhält dabei zum Komplettpreis von 5749 Euro einen neuen Gas-Brennwertheizkessel Vitodens 200-W und bei Abschluss eines Gasliefervertrags mit BILD Energie eine Gutschrift von 1250 Euro (Bericht von TGA Fachplaner). In der bis zum 31. Dezember 2011 (Bestelldatum) befristeten Aktion „Heizungswechsel zum Hammerpreis“ wird offensiv der Differenzbetrag 4499 Euro beworben. Schritt 1 der Aktion: „Den vollständig ausgefüllten Coupon [Adresse und Vorjahresverbrauch] geben Sie Ihrem Heizungsfachmann.“

„Missachtung der Standesorganisation“


In der Branche stößt die Aktion auf wenig Gegenliebe. Am 20. Oktober 2011 hat der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) mit seinen 17 Landesverbänden mit einer Resolution „Faire Marktpartnerschaft“ die gemeinsame Endkunden-Aktion von Viessmann und BILD Energie verurteilt. Aus Sicht des organisierten SHK-Handwerks habe Viessmann mit diesem Schritt „die seit Jahrzehnten bewährte Marktpartnerschaft mit dem installierenden Gewerbe einseitig aufgekündigt. Wir werten dies als eine gezielte Missachtung der Standesorganisation von über 50.000 Handwerksunternehmen“.

Angst vor dem Schaffen von Fakten


Zuvor hatte der ZVSHK nach eigenen Angaben Dr. Martin Viessmann, Präsident und CEO von Viessmann, um eine Stellungnahme gebeten. Die im Vorfeld der ZVSHK-Mitgliederversammlung in Bonn eingegangene Erklärung habe jedoch keine Ausführungen, wie das Unternehmen Viessmann sich die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Heizungsindustrie und Handwerk im Markt vorstellt, enthalten. Vielmehr habe sich dem ZVSHK der Eindruck aufgedrängt, „dass mit dieser Pilotaktion eines führenden deutschen Heizungsunternehmens Fakten geschaffen werden sollen, in der Hoffnung, dem Unternehmen neue Vertriebswege zu öffnen“.

„Degradierung der SHK-Unternehmen zu Lohnschraubern“


Stellvertretend für das SHK-Handwerk wertet der ZVSHK die Vorgehensweise des Unternehmens Viessmann als Kampfansage. Die unter dem Vorwand der „öffentlichen Sensibilisierung für die Heizungsmodernisierung“ gestartete Aktion stelle gezielt die Kalkulationshoheit der SHK-Betriebe infrage, was dem unverhohlenen Versuch einer Degradierung der SHK-Unternehmen zu Lohnschraubern gleichkommt; und das alles unter der missbräuchlichen Verwendung unseres Markenzeichens, des Eckrings. [Anmerkung: In Anzeigen zu der Aktion ist ein Heizungsmonteuer mit dem Eckring-Emblem abgebildet.]

„Sanierungsstau statt Modernisierungs-Offensive“


Laut ZVSHK ist die Verbitterung der überwiegenden Mehrzahl der Mitgliedsbetriebe über die Viessmann-BILD-Aktion groß; sie sei sogar „kaum wieder wett zu machen“. Jahrelang gut funktionierende Kundenbindungen zwischen dem Unternehmen Viessmann und den SHK-Fachbetrieben seien grundlegend beschädigt worden. Die Aktion habe darüber hinaus eine Verunsicherung in den Markt gebracht, welche den von allen Seiten beklagten Modernisierungsstau in den deutschen Heizungskellern weiter verstärken wird.

„Faire Marktpartnerschaft wieder herstellen“


Die Mitgliederversammlung des ZVSHK fordert das Unternehmen Viessmann mit seiner Resolution auf, „das jahrzehntelang unbelastete und bewährte Verhältnis zwischen Industrie und Handwerk im SHK-Markt nicht länger zu unterminieren“. Der ZVSHK stehe für klärende Gespräche mit der verbindlichen Zielsetzung der Wiederherstellung einer fairen Marktpartnerschaft bereit. ■
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