TGA-Newsletter: 22-2017 | 09.11.2017 (45.KW)

Smart Home / Smart Building

Ist Smart Home in deutschen Haushalten angekommen?

Bild 1: Smart Home Index 2017: Einschätzung des Intelligenzgrades der genutzten Smart-Home-Produktgruppen durch die Befragten.
Connected Living hat in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Mücke, Sturm & Company in einer groß angelegten Studie knapp 1000 Teilnehmer zur Verbreitung und dem Stand der Technologie von smarten Geräten in deutschen Haushalten befragt. Danach kennen zwar 80 % der Befragten den Begriff Smart Home, 40 % besitzen jedoch kein smartes Gerät.

Zwar gelangen immer mehr smarte Geräte auf den Markt, Smart-Home-Nutzer besitzen bisher jedoch nur Endgeräte aus durchschnittlich 4,1 der 19 abgefragten Produktgruppen. Betrachtet man die Smart-Home-Verbreitung nach Altersgruppen, zeigt sich, dass 85 % der Digital Natives zwischen 25 und 34 Jahren mindestens ein smartes Gerät im Haushalt installiert haben, wohingegen nur 59 % der Digital Immigrants im Alter zwischen 45 und 54 Jahren Smart Home-Nutzer sind.

Die abgefragten Produktgruppen sind: Fernseher, Musikanlagen, Digitale Assistenten und Spielekonsolen („Entertainment“), Beleuchtung/Elektrik, Temperatur und Beschattung („Energie“), Meldesysteme, Fenster/Türen, Überwachungsanlage („Sicherheit“), Waschgeräte, Kühlgeräte, Kleingeräte, Kochgeräte, Spülgeräte und Reinigungsgeräte („Hausgeräte“) sowie Gartengeräte, Badprodukte und Schlafprodukte („Sonstige“).

Bild 1 zeigt die Einschätzung des Intelligenzgrades der genutzten Smart-Home-Produktgruppen durch die Befragten in Relation zum Grad der Vernetzung, gemessen an der Anzahl der in den Haushalten installierten smarten Produktgruppen. Bemerkenswert ist, dass der Grad der Intelligenz der Systeme durch die Nutzer als hoch eingeschätzt wird, wohingegen der Vernetzungsgrad smarter Geräte als Indikator für die Verbreitung gering ausfällt.

Um in Zukunft den tatsächlichen Durchbruch von Smart Home in Deutschland zu verwirklichen, muss insbesondere eine höhere Balance aus Verbreitung und Technologie angestrebt werden. „Wirklich smart ist das Zuhause erst, wenn die Vielfalt an smarten Produktgruppen im Haushalt zunimmt. Denn nur durch die Vernetzung der Geräte untereinander entstehen echte Vorteile“, so Michael Mücke, Vorstandsmitglied von Connected Living und Geschäftsführer von Mücke, Sturm & Company.

Erlebte Mehrwerte steigern die Kaufabsicht

Sowohl das Interesse, als auch die Kaufabsicht ist bei den Heavy-Smart-Home-Nutzern, die über mindestens sechs smarte Produktgruppen verfügen, am höchsten. 60 % dieser Nutzer geben an, Interesse an weiteren Produkten zu haben, 25 % beabsichtigen den Kauf weiterer smarter Geräte. Bei den Nichtnutzern fällt der Anteil wesentlich geringer aus: Nur 40 % interessieren sich für Smart Home und lediglich 4 % befinden sich in der konkreten Kaufplanung.

Es zeigt sich deutlich, dass Nutzer, die über Geräte aus mindestens einer smarten Produktgruppe verfügen und die Mehrwerte der Lösungen bereits erfahren haben, eine höhere Motivation aufweisen, ihr Smart Home mit zusätzlichen Anwendungen zu erweitern. Für Anbieter bedeutet dies, dass sie mit Erlebniswelten am Point of Sale und attraktiven Einstiegspaketen die Mehrwerte der Angebote transparent kommunizieren müssen, um über diesen Einstiegspunkt die Nutzer zu binden und zur Erweiterung ihres Smart Homes durch den Kauf weiterer Produkte zu bewegen.

Ein Muss: Einfache Bedienung und Datensicherheit

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Bild 2: Smart-Home-Verbreitung in einzelnen Segmenten und präferierte Angebotsmerkmale.
Ferner wurden in der Studie die wichtigsten Eigenschaften von Smart-Home-Lösungen aus Endkundensicht abgefragt. Einfache Bedienung und Datensicherheit liegen bei allen Haushaltssegmenten an erster Stelle. Für Nichtnutzer sind zudem die Aspekte Installation und Wartungs-Services wichtig, wohingegen Heavy-Smart-Home-Nutzer Kompatibilität und Design als „perfektes Angebot“ schätzen.

Zusammenfassung der Studie Smart Home Index 2017 als Download . ■

Jochen Vorländer

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