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05.07.2010
Energieträger

Dena fordert Neuausrichtung der Biogas-Förderung

Von EnviTec in Güstrow errichtete Bioerdgasanlage. (Quelle: EnviTec)
Von EnviTec in Güstrow errichtete Bioerdgasanlage.
Der Absatz von Biogas im Erdgasnetz (Biomethan, Bioerdgas) kommt in Deutschland nur schleppend voran. Wegen der geringen Nachfrage drohen neue Biogasanlagen verschoben oder eingestellt zu werden. Ohne Anpassung der Fördermechanismen sind die Ausbauziele der Bundesregierung für den Energieträger nicht annähernd zu erreichen. Bis Ende 2010 werden insgesamt nur etwa 70 Biomethananlagen in Betrieb sein. Um das Ausbauziel bis 2020 zu erreichen, müssten aber jährlich rund 120 Anlagen dazukommen. Das ist der Ergebnis einer Studie, die die Deutschen Energie-Agentur (dena) in Zusammenarbeit mit Projektpartnern erstellt hat (siehe auch: www.biogaspartner.de). Untersucht wurden die Biomethan-Absatzmärkte für die Erzeugung von Wärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Kohler: Biogas-Ausbau muss hohe Priorität haben
„Mit gezielten Maßnahmen kann die Bundesregierung dem Biomethanmarkt wieder neuen Schwung geben“, betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Das Ziel, 6 Mrd. Normkubikmeter Erdgas bis zum Jahr 2020 durch Biogas zu ersetzen, wäre dann wieder realistisch. Biogas gehört zu den Multitalenten unter den erneuerbaren Energien und ist ein wichtiger Faktor im Energiemix der Zukunft. Der Ausbau muss daher eine hohe Priorität haben.“

Netznutzungsentgelte sollten angepasst werden
Die Studie schlägt verschiedene Maßnahmen vor. Als erstes sollten die Entgelte, die Biogasproduzenten dafür erhalten, dass sie mit ihrer dezentralen Einspeisung Netzkosten vermeiden, erhöht werden. Sinnvoll wäre laut der Studie eine Anhebung von 0,7 auf 1,5 Ct/kWh. Für diejenigen, die Biomethan in KWK-Anlagen in Verbindung mit Gas-Spitzenlastkesseln nutzen, sollten außerdem die Netznutzungsentgelte reduziert werden, damit eine Doppelbelastung durch den gleichzeitigen Gas- und Biomethan-Bezug vermieden werden kann.

Bessere Vergütung für große KWK-Anlagen
Mittelfristig kann die Bundesregierung durch eine Anpassung der bestehenden Instrumente wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) weitere Anreize schaffen, um den Absatz von Biogas im KWK- und Wärmemarkt zu fördern. Derzeit liegt der Förderschwerpunkt des EEG auf der Nutzung von Biomethan in kleinen KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von bis zu 500 kW. Leistungsstärkere industrielle KWK-Anlagen bieten aber auch ein großes Absatzpotenzial und sollten deshalb ebenfalls auskömmlich vergütet werden, heißt es in der dena-Studie.

Biogas-Freigabe zur Erfüllung der EEWärmeG-Nutzungspflicht
Auch das Heizen mit Biomethan in Brennwertkesseln könne in einer Übergangszeit ein sinnvoller Absatzweg für Biomethan sein. Eine Maßnahme dafür wäre, im EEWärmeG den Einsatz von Biomethan in Brennwertanlagen zur Erfüllung der Pflicht zur Nutzung von erneuerbaren Energien zuzulassen und die Nutzungsverpflichtung auf den Gebäudebestand bei Investitionen in das Heizungssystem auszuweiten. Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen ließen sich nicht immer ohne weiteres nachträglich installieren. Deshalb sei Biomethan eine attraktive Lösung für Hausbesitzer, die in ein neues Heizsystem investieren. Anmerkung: Der Ruf nach einer Ausweitung der EEWärmeG-Nutzungspflicht auf den Gebäudebestand wird damit immer lauter. Bei der Einführung hatten sich auch Projektpartner der Studie noch vehement dagegen ausgesprochen. ToR


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