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22.11.2015
DencoHappel

Neuer Prüfstand für Klimageräte bis 85.000 m3/h

DencoHappel, Herne, hat in Wurzen bei Leipzig den wohl größten und modernsten Prüfstand für Zentralklimageräte in Betrieb genommen und setzt damit international Maßstäbe. Auf dem Prüfstand können Rechenzentrumsklimageräte der Serie Adia-Denco, die auf einer indirekten adiabatischen Verdunstungskühlung basieren, und Zentralklimageräte mit Volumenströmen von 10.000 bis 85.000 m3/h und Temperaturen zwischen +10 und +45 °C unter den Realbedingungen getestet werden.

Leistungsnachweis ist Kaufbedingung

Der neue Prüfstand bildet zusammen mit dem dazugehörigen Leitstand und großzügigen Besprechungsmöglichkeiten das Herzstück des neuen Kundenzentrums. Im Wesentlichen dient der Prüfstand dazu, Betreibern von Rechenzentren die Klimageräte unter Realbedingungen zu demonstrieren und die Leistungsfähigkeit von Adia-Denco-Geräten mit einem PUE (Power Usage Effectiveness) von dicht an 1,0 unter Beweis zu stellen. „Niemand kauft heute mehr eine Klimaanlage für ein Rechenzentrum vom Reißbrett“, sagt Dr. Christian Fieberg, Entwicklungsleiter bei DencoHappel. „Wer mehrere dutzend Klimageräte für die präzise Klimatisierung seines Rechenzentrums kauft, will absolut sicher sein, dass die Anforderungen problemlos erfüllt werden. Ein Leistungsnachweis unter Spitzenlast ist ein integraler Bestandteil der Energieplanung von neuen Rechenzentren.“

Prüfen unter Realbedingungen

Auf dem Prüfstand können Bedingungen nachgestellt werden, wie sie in Rechenzentren und deren Umgebung auftreten. Wesentliche Parameter sind dabei die Einhaltung der Auslegungstemperatur und -feuchte an den Außenluft-Stutzen, die Einhaltung der Ablufttemperatur des Rechenzentrums und die statischen Drücke an den vier Kanalstutzen für Außenluft, Abluft, Zuluft und Fortluft.

Das System besteht aus drei Zentrallüftungsgeräten, die über feste Luftkanäle mit dem Prüfling verbunden sind. Je nach Größe und Leistung des getesteten Adia-Denco-Geräts konditionieren ein oder zwei Zentralgeräte die Außenluft auf Temperatur und Feuchte. So kann zum Beispiel ein schwülwarmer Sommertag simuliert werden – der Härtetest für die indirekte adiabatische Verdunstungskühlung.

Mit dem dritten Gerät wird das eigentliche Rechenzentrum simuliert und die Zuluft mithilfe eines Erhitzers auf die Ablufttemperatur der Server erwärmt, die der Kunde für seinen speziellen Fall erwartet.

Alle Parameter werden erfasst

Die Messtechnik besteht aus vier Messrastern an den Luftstutzen mit schnell reagierenden Thermoelementen für die Temperaturmessung und kapazitiven Feuchtesensoren für die relative Luftfeuchtigkeit. Die Einhaltung des Rechenzentrums-Luftstroms, sowie des Außenluft-Volumenstroms wird prüfstandseitig mithilfe des Staudruckmessverfahrens sichergestellt.

Des Weiteren werden die statischen Drücke, sowie die elektrische Leistungsaufnahme und der Wasserverbrauch des Prüflings, als auch die zugeführte Wärmeleistung des Rechenzentrums gemessen. Insgesamt werden 130 Messsignale alle zehn Sekunden erfasst und ausgewertet. Aus diesen Werten lassen sich dann die wichtigsten Kennwerte Kühlleistung, EER (Energy Efficiency Ratio) und der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) berechnen.

Geregelt wird die gesamte Anlage über eine Leitwarte, die gleichzeitig auch als Besprechungsraum für Kundengespräche genutzt werden kann. Über einen Großbildschirm können Besucher alle Details verfolgen, während der Prüfstandleiter über drei weitere Monitore die Anlage und das Testgerät überwachen und regeln kann. Die Messwerterfassung wird über ein Bussystem auf den Leitrechner geführt, sodass alle Werte zentral zusammenlaufen. ■

Jochen Vorländer

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