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10.07.2017
BDH / BWP

Heizungsindustrie fordert niedrigere Strompreise

Hohe Strompreise verhindern, dass sich mehr Verbraucher für Wärmepumpen entscheiden. Seit 2006 sind die Preise für Wärmepumpen-Strom um rund 64 % gestiegen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung vor allem auf staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen, die mittlerweile Dreiviertel des Strompreises ausmachen. Teilweise werden aber auch preisdrückende Wirkungen durch die Energiewende im Strombereich verdeckt oder beschnitten.

Die Verbände der Heizungsindustrie BDH und BWP befürworten deshalb gemeinsam eine deutliche Entlastung durch die Abschaffung der Stromsteuer (Bundessteuer, aktuell beträgt diese 2,05 Ct/kWh zzgl. MwSt.). Zusätzlich fordern BDH und BWP in einem gemeinsamen Positionspapier, dass die EEG-Rabatte für energieintensive Unternehmen künftig aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Insgesamt würden diese Maßnahmen den Strompreis um 4,1 Ct/kWh (brutto) entlasten. Weiterhin sollen flexible Strompreise eingeführt werden, um die Marktdurchdringung hybrider Wärmepumpen zu fördern.

Die Verbände betonen ausdrücklich, dass alle Stromverbraucher, nicht nur Wärmepumpen-Nutzer, entlastet werden müssen. BWP-Vorstandsvorsitzender Paul Waning: „Das derzeitige Finanzierungsmodell der Energiewende, alle Kosten per Umlage auf den Strompreis zu finanzieren, ist nicht mehr tragfähig. Nach der Bundestagswahl muss die neue Bundesregierung hier dringend neue Wege gehen.“

BDH-Präsident Manfred Greis: Für die erfolgreiche Energiewende bedarf es der Sektorkopplung, und die kann nur auf marktwirtschaftliche Weise gelingen. Die Investition in eine Wärmepumpe muss sich für den Endverwender lohnen. Die staatliche Belastung der Strompreise stellt eine Marktverzerrung dar, die reduziert werden muss. Derzeit basieren lediglich 4 % der in Deutschland installierten Heizungen auf Wärmepumpen-Technik. BWP und BDH gehen davon aus, dass der Bestand bis 2030 auf bis zu 2,4 Mio. wachsen könnte, wenn der Strompreis entlastet wird. ■

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