TGA Raumlufttechnik

TGA Ausgabe 02-2014
Referenzprojekt Camfil

Lupenreine Luft für Logistikbereich

Abb. 1 CamCleaner von Camfil in den Lagern von Carl Zeiss IMT. (Quelle: Camfil)
Abb. 1 CamCleaner von Camfil in den Lagern von Carl Zeiss IMT.

Was nützt minutiöse Genauigkeit bei der Entwicklung und Produktion hoch­sensibler Messtechnik, wenn hohes Staubaufkommen im Logistikbereich deren problemlose Implementierung in Forschungs- und Fertigungsprozesse gefährden kann? Diese Frage beschäftigte Carl Zeiss IMT und gab den Impuls zur Installation einer Luftreinigungsanlage.

Was 1846 in Jena mit einer Werkstatt und kleinem Ladengeschäft für die Fertigung und Instandhaltung von Mikroskopen, Brillen, chemischen Waagen und anderer wissenschaftlicher Geräte begann, hat sich längst zu einem weltweit agierenden Konzern mit über 24 000 Mitarbeitern entwickelt. Bei der Carl Zeiss Gruppe stehen heute wie damals höchste Präzision, Flexibilität und Zuverlässigkeit im Fokus der Unternehmensbereiche Mikroskopie, Augenoptik, Medizin- und Halbleitertechnik sowie industrielle Messtechnik.

Das gilt von der Entwicklung über die Fertigung bis hin zum Versand. So spielen Sauberkeit und Sorgfalt auch in der Logistik eine wichtige Rolle, um die hochsensiblen Produkte adäquat zu lagern, verladen, transportieren und schließlich beim Kunden anzuliefern. Entsprechend wollte Carl Zeiss Industrielle Messtechnik (Carl Zeiss IMT) an ihrem baden-württembergischen Logistikstandort Aalen-Ebnat die Lagersituation durch maßgeschneiderte Luftreinigungstechnik optimieren. Die passende Produktantwort konnte Camfil mit seinem Cam­Cleaner-Konzept geben Abb. 1.

Aufgabenstellung

Rund 8000 m2 Lagerfläche mit Deckenhöhen bis zu 9 m dienen Carl Zeiss IMT als Umschlagplatz für lieferfertige Koordinatenmessgeräte, Sensortechnik und deren Zubehör. Auftragsgerecht kommissioniert werden die fertigen Produkte hier in Kartonagen oder Holzkisten verpackt und bis zum Versand in Hochregalen zwischengelagert.

Der relativ häufige Lagerumschlag in Zusammenhang mit ungefilterter Zuluft, Abgasen, Gummi- und Papierabrieb verursachte eine hohe Staubbelastung. Die unreine Luft drohte jedoch nicht nur die Produkte und technische Ausstattung der beiden Lagerhallen, sondern auch das Wohlbefinden der hier tätigen Logistikmitarbeiter zu belasten. Denn schlechte Luftqualität mit einem hohen Aufkommen an Staub und Partikeln sind nachweislich ein verstärkender Faktor, beispielsweise für allergische Reaktionen, Kopfschmerzen bis hin zu Asthma und Atemwegreizungen.

CamCleaner 6000

Um anschaulich davon zu überzeugen, wie mit vergleichbar geringem Energieaufwand ein hohes Staubaufkommen einer Lagerhalle bewältigt werden kann, hatte Camfil das Qualitätsmanagement der Carl Zeiss IMT zu einer Produktdemonstration in seine Niederlassung in Ellwangen eingeladen. Die patentierte Technologie der hier installierten CamCleaner-Serie basiert auf außergewöhnlich großen, beidseitigen Lufteinsaugflächen.

In der Standardausführung des 6000er-Modells beispielsweise entsprechen bereits die Vorfilter der Feinstaubfilterklasse F7 und die Hauptfilter der Schwebstofffilterklasse E11. Diese Kombination aus großen Ansaugflächen und leistungsfähigen Filtermedien steigert die Effizienz in der Form, dass schon beim ersten (Um)Luftwechsel über 95 % aller Partikel aus der Luft gefiltert werden können. Der durch die eingesetzte Kompakt- und Schwebstofffilter-Kombination erzielbare Reinheitsgrad der Hallenluft ist im Vergleich zu regulären Lüftungssystemen mit Feinstaubfiltern bis zu dreifach höher.

Tobias Zimmer, EU-Produktmanager für Taschenfilter bei Camfil: „Hierdurch lässt sich in erster Linie der Effekt der Agglomeration von Feinstaubpartikeln zu gröberem und dadurch sichtbarem Staub deutlich verringern und somit dessen Ablagerung minimieren. Anlagen und Einrichtungen können grundlegend sauberer unterhalten und Reinigungsintervalle um bis zu 50 % verlängert werden. Außerdem sind Waren und technische Ausstattungen besser geschützt und Betriebsabläufe störungsfreier durchführbar.“

Nachdem der erste Eindruck die Besucher von dem flexibel einsetzbaren System überzeugt hatte, erfolgte im zweiten Schritt ein 24-h-Vergleichstest, bei dem sowohl im Camfil-Logistikzentrum in Ellwangen als auch an vergleichbaren Standorten innerhalb des IMT-Lagers mit Reinraum-Plättchen bestückte Test-Paletten positioniert wurden. Nach dem Test­ablauf konnten die Partikel auf diesen Plättchen ausgezählt werden. Auch dieses Ergebnis war eindeutig: Durch den Einsatz der CamCleaner war die Staubbelastung im Camfil-Logistikzentrum um drei- bis viermal geringer als in den Lagerhallen von Carl Zeiss IMT in Aalen-Ebnat ohne Luftreiniger.

Erwartete Vorteile…

Also stand der Entscheidung für die CamCleaner-Serie von Camfil nichts mehr im Wege. Zur Auswahl des geeigneten Gerätetyps und der optimalen Positionen wurde die Partikelkonzentration in der Luft gemessen. Sollten die neuen Anlagen doch so positioniert werden, dass sie eine gute Durchströmung der Halle ermöglichen und zugleich den Betriebsablauf nicht behindern. Die Produktempfehlung der Luftfilter-Experten lautete CamCleaner 6000 Abb. 3 mit einer Kapazität bis 6000 m3/h, positionsabhängig mit Wand- oder Deckenmontage. Die Geräte haben einen Luftreinigungsbereich von bis zu 1000 m2. Die Leistungsaufnahme im Einsatzspektrum zwischen 3000 und 6000 m3/h beträgt 150 bis 887 W.

Bereits kurz nach der Inbetriebnahme der insgesamt zwölf hocheffizienten und zugleich geräuscharmen Gerätetypen im September 2012 konnte Carl Zeiss IMT eine um mehr als die Hälfte reduzierte Partikelbelastung im Größenbereich zwischen 0,3 und 0,5 µm verzeichnen. Zwei Wochen später ergab eine zweite Messung die nochmalige Halbierung der Partikelkonzentration auf nur noch rund 20 % des ursprünglichen Aufkommens Abb. 2.

Über dieses Ergebnis freuten sich das Qualitätsmanagement von Carl Zeiss IMT bezüglich Reinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsaufwand und auch die Logistikmitarbeiter im Hinblick auf die raumklimatischen Bedingungen. Jürgen Gaßmann, QM-Manager bei Carl Zeiss IMT: „Die CamCleaner 6000 ermöglichen jetzt eine staubfreiere Lagerhaltung und somit weniger Reinigungsaufwand in den Lagerhallen. Gleichzeitig konnte die Partikelbelastung der dort Beschäftigten spürbar gesenkt werden. Durch die hocheffiziente Filtration sind weniger Luftwechsel nötig – dies senkt auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten. Alle Anlagen arbeiten mit höchstmöglicher Energie-Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Mit den Luftreinigern haben wir die Staubbelastungen in jeder Hinsicht fest im Griff.“

…und unerwartete Vorteile

Einen Bonus-Nebeneffekt liefert das CamCleaner-Konzept quasi obendrein: Durch ihren Betrieb zirkuliert die im Raum befindliche und bereits erwärmte Luft und die Temperatur­unterschiede innerhalb der bis zu 9 m hohen Räume werden deutlich verringert. So steigt mit den CamCleanern besonders die Raumlufttemperatur im Aufenthaltsbereich. Zimmer: „Das macht sich speziell in den kalten Jahreszeiten durch eine deutliche Heizkosteneinsparung ­bemerkbar.“  

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Lupenreine Luft für Logistikbereich
  2. Teil: CamCleaner-Luftreiniger
  3. Teil: Kontakt zum Anbieter
  • Abb. 2 Gemessene Partikelreduktion Die Messkurve in Grün zeigt die Partikelkonzentration vor dem Einbau; die Kurven in Rot und Blau belegen die deutliche Partikelreduzierung nach dem Einbau der Luftreiniger.
  • Abb. 3 Der Luftreiniger CamCleaner 6000 filtert durch eine Kombination aus großen Ansaug­flächen und leistungsfähigen Filtermedien schon mit dem ersten (Um)Luftwechsel 95 % der Partikel aus der angesaugten Raumluft, auch Tabak- und Schweißrauch, Baustaub und Asbest. Er kann mobil aufgestellt oder bodenstehend, an der Wand oder von der Decke abgehängt montiert werden.
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