TGA Management

TGA Ausgabe 04-2014

Management

1 Die Auswahl an Web-Baukastensystemen ist groß – doch nicht alle eignen sich für einen Unternehmens-Auftritt …

1  Die Auswahl an Web-Baukastensystemen ist groß – doch nicht alle eignen sich für einen Unternehmens-Auftritt …

Kompakt informieren

Web-Baukastensysteme ermöglichen den Aufbau, die Publikation und Pflege einer Online-Präsenz in Eigenregie und ohne spezielles Know-how.

Zahlreiche Anbieter offerieren dafür Online-Seitengestaltungswerkzeuge, Layout-, Text- und Bildvorlagen. Um jedoch nicht mit Texten und Bildern „von der Stange“ negativ aufzufallen, sollte man möglichst eigenes, individuelles Text- und Bildmaterial verwenden.

Die monatlichen Kosten für den eigenen Internetauftritt betragen, je nach gewähltem Leistungsumfang, zwischen 5 und 50 Euro pro Monat. Hinzu kommt der Zeitaufwand für eine regelmäßige Aktualisierung und Pflege der Webseiten.

Wer weder Zeit für Aufbau noch Pflege hat und sich durch ein besonderes Webdesign aus der Masse hervorheben möchte, muss einen professionellen Mediendesigner beauftragen.

Für Ingenieurbüros und Handwerksbetriebe, die sich in unserer „Netzgesellschaft“ durch keine oder eine unattraktive Online-Präsenz ins Abseits stellen, wird es immer schwieriger, Neukunden zu akquirieren. Zum eigenen Büroauftritt im Internet gibt es heute keine Alternative, will man Unternehmen, Leistungen und Projekte zeitgemäß präsentieren und mit seiner Zielgruppe direkt und unkompliziert in Kontakt treten.

Gegenüber anderen Medien hat eine Online-Präsenz entscheidende Vorteile: sie lässt sich einfach aktualisieren (Neue Projekte, Dienstleistungen, Mitarbeiter etc.), hat rund um die Uhr geöffnet und ist weltweit erreichbar. Außerdem bildet sie die Grundlage für ineinandergreifende, crossmediale Marketing-Aktivitäten: In Anzeigen, auf Prospekten, auf Visitenkarten, dem Geschäftspapier oder in Stellenausschreibungen ist die eigene Web-Adresse heute ein Muss.

Do-It-Yourself – einfach und schnell?

Man muss weder Informatiker noch Mediengestalter oder Grafiker sein, wenn man einen Auftritt im Internet in Eigenregie realisieren möchte. Alles, was man dazu braucht, ist ein halbwegs aktueller PC mit schnellem DSL-Internetzugang. Der Bildschirm sollte eine Auflösung von mindestens 1024 × 768 Pixel sowie eine Bildschirmdiagonale ab 15“ haben, damit man die Seite bequem gestalten kann. Das ist auch schon alles und wohl in jedem Ingenieurbüro vorhanden.

Jetzt muss man nur noch die Webseite des Web-Baukastenanbieters seiner Wahl ansteuern (siehe Anbieterübersicht). Er ist in der Regel zugleich „Webhoster“, der den Betrieb einer eigenen Webseite mit mehreren E-Mail-Adressen ermöglicht und einen ausreichend großen und erweiterbaren Speicherplatz für die Online-Präsentation bietet. Dann kann es auch schon losgehen! Vorher sollte man sich natürlich Gedanken zur Konzeption des eigenen Web-Auftritts machen, zudem sind technische, gestalterische, inhaltliche und rechtliche Aspekte zu beachten.

Welche Web-Baukästen gibt es?

Ein Web-Baukasten (auch Homepage- oder Internet-Baukasten) ist eine Sonderform sogenannter Web-Content-Management-Systeme (WCMS). Diese trennen Technik, Gestaltung und Inhalt einer Webseite konsequent voneinander und ermöglichen dadurch Benutzern ohne Programmierkenntnisse die einfache Erstellung, Aktualisierung und Erweiterung ihres Web-Auftritts. Damit werden sie unabhängig gegenüber Webdesign-Dienstleistern und vermeiden gleichzeitig die gröbsten technischen Fehler.

Das WCMS kümmert sich selbstständig um Layout, Navigation und Technik und sorgt für eine korrekte Darstellung der Webseite auf nahezu jeder Hardware-Plattform. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Baukasten-Kategorien: Offline- und Online-Webbaukästen. Während erstere (beispielsweise LazyJo, NetObjects oder Web2Date) vom Anwender eine lokale Installation auf dem eigenen PC sowie Eigeninitiative bei der Wahl des Webhosters voraussetzen, bieten webbasierende Homepage-Baukästen, um die es hier geht, ein Rundum-Sorglos-Paket: Der Anbieter stellt sowohl den Web-Baukasten als auch Speicherplatz (Webspace) und eine Web-Adresse (Domain) für die Online-Präsentation eines Unternehmens bereit. Dadurch hat der Anwender bei eventuell auftauchenden Problemen nur einen Ansprechpartner.

Webbasierende Homepage-Baukästen erfordern als echte Cloud-Computing-Anwendungen keine lokale Installation. Sie laufen vollständig auf den Servern des jeweiligen Anbieters und werden ausschließlich über einen Webbrowser bedient. Unter den Online-Webbaukästen unterscheidet man weiterhin zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Lösungen. Für private Zwecke reichen mitunter auch Gratis-Angebote von Beepworld, Jimdo, Npage, Webnode und anderen. Dafür bekommt man allerdings in der Regel keine eigene Domain ( http://www.nutzername.de ), sondern nur eine Subdomain (beispielsweise http://www.nutzername.anbietername.de ) und muss sich mit Beschränkungen (Speicherplatz, Datentransfer-Volumen, Seitenanzahl etc.) sowie mehr oder weniger auffälliger Werbung abfinden.

Im geschäftlichen Bereich ist das inakzeptabel, weshalb man eine kostenpflichtige Variante wählen sollte. Nur sie bietet eine eigene Web-Adresse, ausreichenden Speicherplatz, mehrere E-Mail-Adressen sowie zahlreiche Funktionen, die eine erfolgreiche Homepage ausmachen: vom Dokument-Download, über die Optimierung für Suchmaschinen und die mobile Anzeige auf Smartphones – bis hin zur Anbindung an Soziale Netzwerke.

Was sollte alles drin sein?

Um den individuellen Nutzeranforderungen besser gerecht zu werden, offerieren die Anbieter Paketlösungen mit unterschiedlichem Leistungs- und Funktionsumfang (z. B. Basis, Plus, Professional) und unterschiedlichen Preisen (zwischen 5 und 50 Euro pro Monat).

Zu den wichtigen technischen Größen zählen der verfügbare Speicherplatz für Daten, der mögliche Datenverkehr (Traffic), die maximale Seitenanzahl sowie die Anzahl der Web- und E-Mail-Adressen. Hier gilt: je größer, desto besser – desto zahlreicher und größer können Dokumente, Abbildungen etc. sein, die man ablegen oder herunterladen kann und desto mehr Inhalte und Seiten lassen sich unterbringen. Auch für eine spätere Ausbaufähigkeit des Internetauftritts ist das entscheidend. Mit mehreren Web- und E-Mail-Adressen ist man ebenfalls für alle Eventualitäten gerüstet (alternative Web-Adressen, Mitarbeiterzuwachs etc.).

Besonders wichtig sind sowohl die Anzahl als auch die Qualität der branchenspezifischen Designvorlagen (Templates) und Textbausteinen sowie eine möglichst umfangreiche Bilddatenbank für die Illustration der Seiten. Zu den wichtigen Basisfunktionen gehören, neben einem einfach bedienbaren WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) für die Gestaltung der Seiten, beispielsweise ein Dokument-Download, ein Kontaktformular sowie eine Suchmaschinenoptimierung. Mit der Download-Funktion spart man sich Druck- und Portokosten für den Versand von Firmenbroschüren. Über das Kontaktformular können Besucher einen ersten, unverbindlichen Kontakt aufnehmen.

Damit die Seite von Suchmaschinen und Besuchern gefunden wird, sollten grundlegende Funktionen für die Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization, kurz: SEO) enthalten sein. Zu den nicht minder wichtigen Zusatzfunktionen zählen die Einbindung von Google-Maps-Karten, Youtube-Videos, Social-Media-Diensten sowie die Optimierung der Seitendarstellung auf mobilen Geräten. Je nach Anbieter und Paket werden weitere nützliche Funktionen offeriert. Dazu gehören beispielsweise eine News-Funktion, die interessierten Besuchern auf Wunsch in regelmäßigen Abständen Aktuelles aus bestimmten Themengebieten zusendet, eine Newsletter-Funktion für die Pflege von Geschäftskontakten oder ein Blogmodul, um Kunden auf dem Laufenden zu halten und einen Dialog zu ermöglichen.

Worin unterscheiden sich die Anbieter?

Unterschiede gibt es auf mehreren Ebenen. Im Hinblick auf die Technik setzen einige Anbieter ausschließlich auf HTML, die Standard-Programmiersprache des World Wide Web, andere zusätzlich oder ausschließlich auf Flash, einer Programmiertechnik für die Erstellung multimedialer Inhalte. Unterschiede gibt es auch in der Möglichkeit, kleine Anwendungen einzubinden, beispielsweise spezielle Anzeige- oder Abspielprogramme (Viewer, Player) oder etwa ein Online-Berechnungs- oder -Konfigurationsprogramm.

Unterschiedlich ist auch die individuelle Anpassungsmöglichkeit, konkret ob und wie tief man als Anwender in den vom Baukastensystem automatisch generierten Quelltext eingreifen kann. Das ist eine grundsätzliche Frage, denn wer seine Webseite etwas individueller gestalten will, kommt letztlich an manuellen Änderungen im Quellcode nicht vorbei.

Besonders deutlich sind die Unterschiede bei den branchenspezifischen Layouts, Texten und Bildern. Teilweise werden überhaupt keine oder nur wenige, auf spezielle Branchen zugeschnittene Inhalte bereitgestellt. Teilweise sind Umfang und Qualität hervorragend.

Da man von ihm abhängig ist und sich an ihn bindet, sollte man auch den Anbieter unter die Lupe nehmen: Wie lange ist er am Markt, wie viele Nutzer hat er, wird der Baukasten kontinuierlich weiterentwickelt? Außerdem sind neben den laufenden Kosten auch der Support, eventuelle kosten für eine Nutzung der Hotline, die Erreichbarkeit, die Schnelligkeit einer Rückmeldung per E-Mail und die Kompetenz der Auskünfte bei der Auswahl entscheidend.

Homepage Schritt für Schritt

Die Reihenfolge der Arbeitsschritte ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich, aber fast alle folgen einem Grundprinzip: Der Web-Baukasten generiert automatisch eine mehr oder weniger vollständige Standardseiten-Struktur für die gewählte Branche, die anschließend vom Anwender individualisiert werden muss.

Nach der Nutzerdateneingabe, Paket- und Branchenwahl wählt man ein Seitenlayout. Danach passt man die vorgegebene Menüstruktur und die Inhalte (Texte, Bilder etc.) in allen Menüs und Untermenüs (zum Beispiel: Leistungen, Referenzen, Aktuelles, Unternehmen, Kontakt, Anfahrt und Impressum) den eigenen Bedürfnissen an. Neben Texten und Bildern können auch Tabellen, Videos, Download- oder Social-Media-Links und weitere Elemente und Dienste eingefügt werden.

Die individuelle Anpassung ist der aufwendigste Teil, sorgt aber dafür, dass sich die eigene Seite inhaltlich von anderen Seiten unterscheidet. Deshalb sollte man möglichst häufig eigene Bilder (Referenzprojekte, Firmensitz, Teamfoto usw.) für die Startseite (Home) und Folgeseiten verwenden. Achten sollte man dabei stets auf eine ausreichende Bildqualität, -auflösung und -größe, denn neben Tipp- oder Rechtschreibfehlern im Text wirkt kaum etwas unprofessioneller als schlechtes Bildmaterial.

Eine der Stärken von Web-Baukastensystemen ist der einfache Layoutwechsel: Gefällt einem das gewählte Layout nicht oder will man das Corporate Design des Unternehmens ändern, wählt man einfach ein anderes – das Baukastensystem fügt die Inhalte so gut es geht in das neue Layout ein. Meist müssen Text- und Bildinhalte jedoch zusätzlich manuell an das neue Layout angepasst werden (Bildgröße und -position, Textumfang etc.).

Wichtig ist, dass man das gewählte Layout zusätzlich individualisieren kann, indem man die Titelgrafik, Typografie, Farben etc. variiert oder – sofern es das System zulässt – direkt in den HTML-Code eingreift. Trotz der vielen Möglichkeiten besteht kaum Gefahr, dass man sich im Dschungel der vielen Menüs und Funktionen verirrt. Schritt-für-Schritt-Abfolgen und eine intuitive Bedienung der WYSIWYG-Baukasteneditoren sorgen dafür, dass sich auch Homepage-Laien schnell zurechtfinden.

Ist der Internetauftritt fertig, stellt man ihn online. Damit ordert man zugleich das gewählte Baukasten-Paket inklusive Hosting-Vertrag verbindlich, sodass monatliche Gebühren fällig werden. Einige Anbieter geben Neueinsteigern die Möglichkeit, vorher alle Funktionen innerhalb eines bestimmten Zeitraums (beispielsweise 30 Tage) kostenlos zu testen.

Webseite bekannt machen

Die Webseiten-Erstellung ist eine Sache – eine andere ist es, die eigene Seite auch bekannt zu machen. In den Weiten des Internets würde sie hoffnungslos untergehen, würde man nicht etwas nachhelfen. Damit der eigene Internet-Auftritt optimal zu finden ist und bekannt wird, müssen nach dessen Publikation weitere Aktivitäten folgen, die teilweise aufeinander aufbauen und sich gegenseitig beeinflussen. Einige dieser Aktivitäten übernehmen die Web-Baukastenanbieter.

Um andere muss man sich selbst kümmern. Dazu gehören interessante Inhalte, zielgruppengerechte Schlüsselwörter (Keywords) und anderes mehr. Die Einstufung in die Rangliste (Ranking) einer Suchmaschine ist maßgeblich verantwortlich für den Erfolg einer Webseite. Wer bei Google & Co nicht auf den vorderen, möglichst den ersten fünf bis zehn Plätzen erscheint, wird kaum oder nur selten gefunden.

Man muss also versuchen, Suchmaschinen zu gefallen – das heißt, die Seite inhaltlich und technisch zu optimieren (SEO). Je nachdem, ob die eigene Seite optimiert oder die Vernetzung mit anderen Webseiten verbessert werden soll, unterscheidet man zwischen der Onpage- und Offpage-Optimierung. Erstere berücksichtigt den Seiteninhalt sowie technische Details eines Web-Auftritts.

Beispiele für Onpage-Optimierungen sind aussagekräftige Seitentitel, Textinhalte, die möglichst viele Suchbegriffe abdecken, Alternativtexte für Abbildungen, korrekte Formatierungen, aber auch im HTML-Quellcode enthaltene, den Seiteninhalt beschreibende Schlüsselwörter. Das sind jene Begriffe, die von potenziellen Besuchern in das Suchfeld einer Suchmaschine eingetippt werden. Bei der Recherche nach geeigneten Suchbegriffen kann man sich unterschiedlicher Methoden bedienen: man kann selbst passende Begriffe recherchieren, Keyword-Datenbanken (z. B. http://www.suchmaschinentricks.de ), Synonym-Wörterbücher (z. B. http://www.woerterbuch.info ) oder das Keyword-Tool von Google AdWords ( https://adwords.google.de/select/KeywordToolExternal ) zurate ziehen. Letzteres hat den Vorteil, dass nicht nur verwandte Suchbegriffe, sondern auch die Anzahl monatlicher Suchanfragen pro Suchbegriff angegeben werden.

Bei der Recherche sollte man sowohl einzelne Begriffe, Wortkombinationen als auch regionale Aspekte (Ortsnamen etc.) berücksichtigen. Sinnvoll ist es auch, gut platzierte Mitbewerberseiten zu analysieren: Mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle klicken und mit „Quelltext anzeigen“ kann man sich den für Suchmaschinen relevanten HTML-Quelltext einer Seite und jene Begriffe anzeigen lassen, die zur guten Positionierung der Seite beitragen.

Immer wichtiger werden externe SEO-Faktoren, die mithilfe der Offpage-Optimierung nur zum Teil vom Seitenbetreiber beeinflusst werden können. Dabei geht es darum, die eigene Seite mit anderen Webseiten zu verlinken und damit eine möglichst weit verzweigte Linkstruktur mit anderen Internetauftritten aufzubauen, die selbst über eine gute Suchmaschinen-Positionierung verfügen. Das können thematisch passende Portale, Foren oder Blogs ebenso sein, wie Internet-Auftritte von Projektpartnern oder Berufsverbänden, Online-Branchenkataloge oder regionale Verzeichnisse.

Je mehr thematisch passende externe Links eine Webseite vorweisen kann, desto höher ist ihre „Linkpopularität“ und desto besser wird sie von Suchmaschinen in der Rangliste eingestuft. Vergleichbar wird die Linkpopularität einer Seite durch den sogenannten PageRank. Dieser lässt sich auch durch die Einbindung Sozialer Netzwerke verbessern. Neben einer attraktiven Eigendarstellung in und Verknüpfungen mit Sozialen Netzwerken sind vor allem Empfehlungen von Social-Media-Nutzern wichtig. Auch hier zählen wieder die „inneren Werte“: So werden interessante, nützliche Inhalte, die Besuchern einen Mehrwert bieten, naturgemäß eher beachtet und mit Freunden geteilt, als pure Selbstdarstellung und Eigenwerbung.

Neben informativen Texten und Tabellen sollten vor allem auch Grafiken, Bilder oder Videos einbezogen werden, weil sie sich einfacher und schneller konsumieren und per Mausklick mit Freunden teilen lassen. Aktivitäten in Sozialen Netzwerken können sich ebenso positiv auf das Ranking der eigenen Webseite auswirken, wie Kontakte mit Bloggern oder selbstverfasste, fachlich fundierte Beiträge in Foren. Sie können das eigene Renommee steigern, setzen aber, wie alle SEO-Aktivitäten, viel Engagement, Zeit und Geduld voraus.

Wie genau oben genannte und weitere Kriterien in die Bewertung einbezogen und gewichtet werden, wird von Suchmaschinenbetreibern auch aufgrund möglicher Manipulationsgefahren nicht offengelegt. Hinzu kommt, dass die Bewertungskriterien nicht statisch sind und an das Nutzerverhalten, Entwicklungen und Trends kontinuierlich angepasst werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man eigene SEO-Aktivitäten, die Wahl der Keywords usw. gelegentlich hinterfragen und anpassen sollte. Bereits kleine, aber feine Änderungen können zu einer deutlichen Verbesserung in der Ranglisten-Position führen.

Mit relevanten Inhalten locken

Man kann es nicht oft genug betonen: Die Basis eines erfolgreichen Internet-Auftritts ist die Qualität der Inhalte und deren Attraktivität für die Besucher. Wer es schafft, mit interessanten Inhalten auf sich aufmerksam zu machen, ist auch für Suchmaschinen attraktiv. Man kann noch so viele technische Kunstgriffe anwenden – letztlich entscheidet der Inhalt (Content) darüber, ob man von den Suchmaschinen-Bewertungsalgorithmen als relevant und wertvoll eingestuft wird.

Wer sich von Mitbewerberauftritten unterscheiden und Besucher mehrmals auf seine Seite locken will, muss mehr bieten als nur Selbstdarstellung. Besuchernutzen ist hier das Stichwort: Seiten, die nützliche Informationen bieten, werden mehrfach besucht, locken auch Besucher an, die nicht primär einen TGA-Fachplaner suchen und bringen andere Seitenbetreiber dazu, diese Seite zu verlinken.

Das können Basisinformationen zur Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik, zu Energiesparmaßnahmen am Gebäude oder Angaben über Fördermaßnahmen ebenso sein, wie eine News-Funktion, die Besuchern regelmäßig Aktuelles zur Nutzung erneuerbarer Energien anbietet. Diese und weitere Inhalte wecken das Interesse von Besuchern und Suchmaschinen und sorgen zugleich für eine gute Platzierung in den Suchergebnislisten.

Anbieter von Web-Baukästen wie 1&1, Strato oder Webnode unterstützen diese und weitere Maßnahmen zur Steigerung der Qualität von Seiteninhalten. Sie bieten meist auch entsprechende Analysewerkzeuge, die übersichtlich und grafisch aufbereitet aufzeigen, wie erfolgreich der eigene Webauftritt bisher war und was man konkret tun kann, um den Erfolg zu steigern.

Angezeigt werden unter anderem die Herkunft der Besucher und deren verwendete Suchbegriffe, deren Verweildauer oder die Anzahl der Zugriffe auf bestimmte Rubriken. So sehen Seitenbetreiber schnell, mit welchen Schlagworten gesucht wurde. Bestimmte Begriffe können danach stärker herausgestellt werden, um auf den begehrten vorderen Plätzen im Ranking von Suchmaschinen zu landen. Rückschlüsse, welche Dienstleistungen Besucher besonders interessieren oder ob eine Marketingaktion zu einem erhöhten Besucheraufkommen geführt hat, sind ebenso möglich.

Selber machen oder machen lassen?

Online-Web-Baukästen haben auch Nachteile: Da ist zunächst die Abhängigkeit vom gewählten Hersteller, der Baukasten- und Internetdienst-Anbieter (Host-Provider) zugleich ist. Homepage-Baukästen verfügen demzufolge über keinen eigenen FTP-Zugang, mit dem man seine Homepage auf einem Server seiner Wahl veröffentlichen kann. Will man beispielsweise mit seiner Webseite zu einem anderen Host-Provider umziehen, ist das nicht so einfach möglich und häufig bleibt einem nur die Neuerstellung der Webseite. Da es sich um eine Cloud-Lösung handelt, sind auch die Webseiten-Inhalte auf dem Server des Anbieters gespeichert.

Aufpassen sollte man auch bei den Vorlagen: Verwendet man Layout- Text-, oder Bildvorlagen unverändert, wird man schnell als Webbaukasten-Nutzer erkannt. Außerdem ist die Gefahr groß, dass auch Mitbewerber aus der Region die gleichen Vorlagen verwenden. Das hinterlässt bei Besuchern immer einen faden Beigeschmack. Auch Suchmaschinen erkennen mehrfach vorkommende Inhalte und bewerten dies negativ. Abhilfe bietet nur die Verwendung eigener, individueller Layouts, Texte und Bilder. Spätestens mit der Vorstellung eigener Projekte muss man ohnehin auf eigenes Text- und Bildmaterial zurückgreifen.

Wer Wert auf Individualität, Flexibilität und ein anspruchsvolles Design legt, das sich am bestehenden Corporate Design des eigenen Unternehmens orientiert, sollte lieber ein anspruchsvolleres WCMS-System verwenden – und / oder einen externen Multimedia-Profi beauftragen. Er ist idealerweise nicht nur Grafiker, Mediengestalter, Programmierer und Techniker in Personalunion – er kümmert sich auch um andere Aspekte, die einen guten Internet-Auftritt ausmachen: Dazu zählen eine konsequente Zielgruppenorientierung, interessante Inhalte, die Besuchernutzen bieten, eine effiziente Suchmaschinenoptimierung und andere Online-Marketing-Aspekte.

Wer hingegen keine extravaganten gestalterischen, inhaltlichen und technischen Ansprüche stellt, kann sich in ein bis zwei Stunden einen erstaunlich attraktiven Web-Auftritt im Do-It-Yourself-Verfahren „zimmern“. Doch damit ist es nicht getan! Man muss die online gestellte Webseite auch bekanntmachen und vor allem kontinuierlich pflegen. Für Ersteres sorgt bis zu einem gewissen Grad der Web-Baukastenanbieter. Das mindestens monatliche (besser: wöchentliche) Über-prüfen und Aktualisieren alter sowie das Einstellen neuer Inhalte, etwa in die Rubrik „Aktuelles“, muss man aber schon selber machen. Dazu sollte man etwa ein bis zwei Stunden Arbeitszeit pro Woche, mindestens aber pro Monat einkalkulieren.

Ob und wann man diese Zeit neben seinem eigentlichen Job unter der Woche und dem Bürokram am Wochenende erübrigen kann, muss jeder für sich beantworten. Natürlich hat die Frage „Selber machen oder beauftragen?“ auch einen Kostenaspekt: Schon ab etwa 10 Euro pro Monat gibt es einen Internet-Auftritt nach dem Baukastenverfahren, inklusive Hosting-Gebühr. Für etwas mehr erhält man zusätzliche Funktionen und mehr Komfort. Wer einen externen Mediendesigner beauftragt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen (ab 1000 Euro, zuzüglich monatlicher Hosting-Gebühren). Für was man sich auch immer entscheidet – ob Webbaukasten oder Medienprofi – letztlich muss das Ergebnis stimmen!Marian Behaneck

Literatur / weitere Infos

[1] Müller, P. M.: Die Homepage-Schule. Der effektivste Weg zur eigenen Website. München: Pearson, Markt & Technik, 2011

[2] Kaindl, M., Böhme, G.: Internet-Marketing im Handwerk. Praxishandbuch für regional tätige Unternehmen. Norderstedt: Books on Demand, 2011

[3]  http://www.websitetooltester.com Testberichte, Tipps

[4]  http://www.wikipedia.de Suchwort: „Homepage-Baukasten“

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Management
  2. Teil: Produkte und Anbieter*)
  • 2  … Rückschlüsse auf die Qualität des Angebots ermöglichen unter anderem die Vorlagen und die Art und Aufmachung des branchenspezifischen Angebots.

  • 3  Dank eines mehr oder weniger einfach zu bedienenden WYSIWYG-Editors ist die Webseiten-Erstellung kein Hexenwerk.

  • 4  Wichtig ist ein branchenspezifischer Zuschnitt der Inhalte und Leistungen.

  • 5  Werden Layout-, Text- und Bildvorlagen sparsam und in veränderter Form verwendet, ist kaum erkennbar, dass derselbe Webbaukasten genutzt wurde.

  • 6  Analysewerkzeuge zeigen, wie erfolgreich der eigene Webauftritt ist und was man tun kann, um noch mehr Erfolg zu haben …

  • 7  … optional kann man zusätzlich auch Webseiten-Optimierungsprogramme einsetzen, mit denen man die eigene Internetseite Schritt für Schritt optimieren kann.

  • 8  Zu den wich-tigen Zusatzfunktionen zählen die Einbindung von Google-Maps-Karten, Youtube-Videos oder Social-Media-Diensten.

  • 1  Ob Handwerksbetrieb, Ingenieur- oder Architekturbüro – ein attraktiver Internet-Auftritt ist heute ein wichtiges Wettbewerbskriterium und auch für die Gewinnung neuer Mitarbeiter ein Muss.

  • 9  Auf eine für stationäre PCs und mobile Endgeräte zugeschnittene Darstellung sollte man sowohl bei Web-Baukastenanbietern als auch Webdesignern achten.

Bild: Webnode

Bild: Cabanova

Bild: Hottgenroth

Bild: 1&1, diverse Webauftritte

Bild: 1&1

Bild: RankingCoach

Bild: 1&1

Bild: W. Riemenschneider

Bild: Cebe Design

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