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25.06.2007

CO2-Intensität beim Energieverbrauch steigt

Trotz hoher Energiepreise ist der globale Energieverbrauch 2006 im Trend der vergangenen Jahre wieder überdurchschnittlich (10-Jahres-Durchschnitt) gestiegen. Es ist außerdem eine Verlagerung des Energieverbrauchs festzustellen, und zwar weg von den OECD-Ländern. Der Verbrauch wird zudem auch noch zunehmend CO2-intensiv, stellt der BP Statistical Review of World Energy 2007 (englisch) fest.

China steigert Energieverbrauch um 15%
Im zweiten Jahr in Folge verlangsamte sich das globale Primärenergiewachstum auf 2,4% (2005: 3,2%), lag damit jedoch immer noch knapp über dem 10-Jahres-Durchschnitt. Der Energietrend der letzten Jahre – nämlich, eine starke Nachfrage vor allem im Asien-Pazifik-Raum und in China – setzte sich fort, wobei der Energieverbrauch in China um mehr als 8% stieg. In China stieg 2006 der Einsatz aller Energieformen und dies führte dazu, dass sich der Anteil des Landes am Gesamtenergieverbrauch weltweit auf mehr als 15% erhöhte.

Reserven: 40 Jahre für Öl, 60 Jahre für Gas
Die Öl- und Gasreserven blieben 2006 weitgehend unverändert. Die „Reserves-to-Production Ratio“ (geförderten Mengen in Bezug zu den geschätzten Reserven) betrug über 40 Jahre für Öl und 60 Jahre für Gas. Trotz eines kleinen Rückgangs im Jahre 2006 sind die Ölreserven mit 1208 Mrd. Barrel ca. 15% höher als vor zehn Jahren. Die globalen Gasreserven lagen mit 181.000 Mrd. m³.

Ölverbrauch stieg um 0,7%
Die Auswirkung steigender Ölpreise zeigte sich 2006 deutlich in den OECD-Ländern, in denen der Ölverbrauch um 400.000 Barrel pro Tag (b/d) zurückging – der stärkste Rückgang in diesen Ländern seit mehr als 20 Jahren. Mit 78 US-Dollar pro Barrel erreichten die Preise im August ihren Höhepunkt. Der Rückgang des Ölverbrauchs in den OECD-Ländern war der Hauptgrund für die schwächste Wachstumsrate für Öl seit 2001: 0,7%, oder die Hälfte des Durchschnittswerts der letzten zehn Jahre. Weltweit stieg die Gesamtölförderung um ca. 0,4% auf 81,7 Mio. b/d.

Gas-Verbrauch stieg um 2,5%
2006 erhöhte sich der Gasverbrauch um ca. 2,5 Prozent, was beinahe dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre entsprach. Die Erhöhung war vor allem auf eine wachsende Nachfrage in Russland und China zurückzuführen, die einen Rückgang in den USA und Europa ausglich. Grund für den Rückgang in Europa war eine Kombination aus höheren Preisen und überdurchschnittlich warmem Wetter. Die Gasnachfrage in Russland stieg 2006 um ca. 7% Prozent und machte damit 40% des globalen Anstiegs aus. Der Verbrauch in China erhöhte sich um mehr als 20% auf 55,6 Mrd. m³. Mit 3% war die Erhöhung der Gasproduktion so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Kohleverbrauch stieg um 4,5%
Die Kohle war 2006 erneut der fossile Brennstoff mit der weltweit stärksten Wachstumsrate – vor allem in China. Hier stieg die Nachfrage im achten Jahr in Folge. Mit 8,7% blieb sie jedoch weit unter den zweistelligen Wachstumsraten der letzten Jahre. Trotzdem machte der Anstieg des Kohleverbrauchs in China 70% des weltweiten Anstiegs aus. Auch ohne China nahm der weltweite Kohleverbrauch zu, insgesamt stieg er um ca. 4,5%.

Kernkraft steigt um 1,4%, Wasserkraft um 3,2%
In der Erzeugung von Kernkraft hatten die OECD-Länder den Löwenanteil am globalen Produktionsanstieg von 1,4%. Er basierte hauptsächlich auf einer höheren Nutzung der Kapazitäten bzw. durch Upgrades. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 3,2% über dem 10-Jahres-Durchschnitt. Nennenswerte Erhöhungen – die auf höhere Kapazitäten zurückzuführen waren – waren in China, Indien und Brasilien zu verzeichnen.

Erneuerbare Energien mit hohem Wachstum
Die Erzeugung von Strom aus Wind- und Solarenergieanlagen wächst weiterhin schnell, jedoch von einer niedrigen Ausgangslage. Die installierte Windkraft-Kapazität stieg 2006 um ca. 25%, macht jedoch immer noch weniger als 1% der gesamten Stromproduktion weltweit aus. Solarstrom stieg ebenfalls stark. Da er jedoch – wie Windkraft und andere erneuerbare Energien – stark von staatlichen Subventionen abhängt, ist sein Anteil an der weltweiten Stromerzeugung noch kleiner als bei Windkraft. Dies sind Angaben aus einer Pressemitteilung anlässlich der Veröffentlichung des BP Statistical Review of World Energy 2007. Eine detaillierte Statistik für erneuerbare Energien (außer Wasserkraft) enthält der Bericht nicht. ToR

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