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08.06.2011
AS Solar

Plusenergie-Industriegebäude eröffnet

Das neues Firmengebäude von AS Solar in Hannover. (Quelle: AS Solar / Tom Baerwald)
Das neues Firmengebäude von AS Solar in Hannover.
Der Fachgroßhandel für Solartechnik und Pelletsysteme AS Solar hat eine Industrieruine zum Plusenergie-Firmengebäude saniert. Das am 1. Juni 2011 eröffnete Gebäude erzeugt in der Jahresbilanz mehr Energie, als es verbraucht. Zu diesem Erfolg tragen die energetische Sanierung der Gebäudehülle auf Passivhaus-Standard, eine auf die reduzierten Lastverhältnisse angepasste Heizungsanlage, die Integration einer Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung und die Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen bei.

„Energiewirtschaftliches Leitprojekt“


Der sanierte Gebäudekomplex an der Nenndorfer Chaussee in Hannover wurde bis Anfang der 1980er-Jahre von Telefunken für die Produktion von Fernsehgeräten genutzt, war anschließend Sitz einer Großdruckerei, wurde bis zum Jahr 2000 teilweise durch Speditionen genutzt und stand dann leer. Vandalismus setzte ihm schwer zu. „Wir haben aus dem Gebäudekomplex mit einer Investition von 7,5 Mio. Euro ein weltweit einzigartiges Plusenergie-Industriegebäude für Büro, Produktion und Lager geschaffen, das mit einem Umfang von 12.500 m2 für bis zu 240 Mitarbeiter eines der größten Projekte seiner Art und ein energiewirtschaftliches Leitprojekt ist“, berichtet AS-Solar-Geschäftsführer Gerd Pommerien. Wegen des Modellcharakters des Projekts erhielt AS Solar Zuschüsse vom Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 100.000 Euro.

Biomasse und Sonnenenergie


Die Heizung und Klimatisierung erfolgt vollständig durch Sonnenenergie und Biomasse. Zur Beheizung wurden Holzpellet-Heizkessel mit einer thermischen Solaranlage aus Vakuum-Röhrenkollektoren (150 m2 Aperturfläche) an den West-, Süd- und Ostfassaden kombiniert. Die Kühlung des Gebäudes im Sommer erfolgt über eine Sorptionskältemaschine mit 30 kW Kälteleistung, die aus der thermischen Solaranlage gespeist wird. Über die Stromlieferung einer auf dem Dach angeordneten großflächigen PV-Anlage und der im Sommer 2011 noch zu errichtenden Carport-Anlage wird bilanziell ein „Plusenergie-Standard“ erreicht. Die Abwärme der Wechselrichter wird in die Lüftung eingespeist und zur Heizung des Gebäudes genutzt. Im Sommer werden die Wechselrichter über die Ansaugung von Frischluft gekühlt, um so höhere Erträge für die PV-Anlage erzielen zu können. ■

Datenblatt zum Gebäude
Jochen Vorländer

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