TGA Sanitärtechnik

TGA Ausgabe 03-2014
Referenzprojekt Schell

Armaturen im Land der Raupenkräne

Abb. 1 Die neue Raupenkran-Montagehalle von Liebherr in Ehingen. Die homogen gestaltete Fassade ermöglicht einen hohen Lichteinfall. (Quelle: Schell / Liebherr )
Abb. 1 Die neue Raupenkran-Montagehalle von Liebherr in Ehingen. Die homogen gestaltete Fassade ermöglicht einen hohen Lichteinfall.

In Ehingen, einer Kleinstadt inmitten der schwäbischen Alb, hat die Unternehmensgruppe Liebherr auf dem 620000 m2 großen Firmengelände eine neue Raupenkran-Montagehalle errichtet und dabei auf energieeffiziente und umweltfreundliche Gebäudetechnik gesetzt. Auch bei den Armaturen in den Sanitärbereichen.

Seit jeher lebt Liebherr eine konsequent standortbezogene Unternehmenspolitik. So werden die einzelnen Produktsegmente – beispielsweise Bau-, Raupen- und Fahrzeugkräne, maritime Kräne, Spezialtiefbaumaschinen, Großbagger oder Mischtechnik-Fahrzeuge – von der ersten Schraube bis zur letzten Endkontrolle und Auslieferung jeweils komplett an einem Standort gefertigt.

„Als selbstständig operierende Unternehmenseinheit können wir flexibel auf Marktsignale reagieren und gewinnen Kundennähe“, berichtet Wolfgang Beringer, Leiter der Verkaufsförderung im Liebherr-Werk Ehingen. Gerade in schwierigen Zeiten profitiert das global operierende Unternehmen von dieser Bündelung seiner Kräfte. Weltweit beschäftigt Liebherr mit Hauptsitz in Bulle, Schweiz, 32000 Mitarbeiter in über 100 Gesellschaften auf allen Kontinenten – rund 2700 Beschäftigte sind es am Standort Ehingen.

Es ist eine gigantische Welt, in der neben Mobilkränen auch Gittermastkräne auf Mobil- und Raupenfahrwerken sowie die weltweit größten beweglichen Teleskop-Raupenkräne entstehen. Diese für die Bauwirtschaft und den Schwertransport unentbehrlichen Riesen bewältigen Hebekapazitäten bis zu 1350 t, erreichen mit multifunktionalen Auslegersystemen Hubhöhen bis 223 m und Ausladungen bis 152 m.

Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

Speziell für die Fertigung der neuen Teleskop-Raupenkräne, die im Industrie- und Brückenbau und immer häufiger bei der Errichtung von Windkrafträdern eingesetzt werden, hat Liebherr eine neue Montagehalle errichtet. Wer Großes fertigt, benötigt viel Platz: So erreicht der Neubau Abb. 1 eine Höhe von 25 m und bietet auf einer Fläche von 20000 m2 derzeit Arbeit für 100 Mitarbeiter. Entwickelt sich der Markt für Raupenkräne weiterhin positiv, kann Liebherr bis zu 200 Mitarbeiter in der neuen Halle beschäftigen und bis zu 150 Raupenkräne pro Jahr produzieren Abb. 2.

Die Unternehmensgruppe ist aber nicht nur Vorbild für eine standortgeprägte Unternehmenspolitik und nutzenorientierte Hightech-Produkte. Sie ist in jeder Hinsicht auch Vorbild für eine nachhaltige Produktion. So nutzt die neue Raupenkran-Montagehalle im Ehinger Werk regenerative Energien und wurde darüber hinaus umweltgerecht zur Energie- und Wasser­einsparung konzipiert: mit einer Geothermie-Anlage zur Heizung, Kühlung, Belüftung und Trinkwassererwärmung sowie mit innovativer, energiesparender Lichttechnik. Zur Senkung des Strombedarfs für die künstliche Beleuchtung trägt in der gesamten Halle die Nutzung des natürlichen Lichts bei.

Auch für alle Sanitärbereiche hat Liebherr hohe wirtschaftliche, funktionale und ästhetische Anforderungen gestellt Abb. 3 und sich darum für exklusive elektronische Armaturen von Schell entschieden. Jürgen Abele, zuständig für Gebäudetechnik und Bauplanung bei Liebherr, und Jan Weisser, Schell-Vertriebsbeauftragter Technik in Baden-Württemberg, entwickelten zusammen ein intelligentes Sanitärkonzept, bei dem Qualität und Funktionalität die Modernität der Halle in jeder Hinsicht vervollständigen. An Urinalen, Waschplätzen und Duschen bieten zeitgemäße, formschöne Armaturen ein Höchstmaß an Komfort und Hygiene.

Armaturen im Architektur-Design

An den Doppelwaschtischen in den Sanitärräumen der Mitarbeiterinnen wurde die berührungslose, mit mehreren Designpreisen ausgezeichnete Waschtisch-Armatur Puris E installiert. Sie hat einen schrägzylindrischen Ganzmetallkörper, hochwertige, leicht zu reinigende Chromoberflächen und eine betriebssichere Technik im Gehäuse. Die Armatur verfügt über ein Hygieneprogramm zur thermischen Desinfektion und löst 24 h nach der letzten Nutzung eine automatische Hygienespülung aus.

Wie die Doppelwaschtische bei den Damen, bestehen auch die Waschrinnen im Herrenbereich aus einem hochwertigen Verbundwerkstoff in Granitoptik. Hier hat Schell auf Wunsch des Bauherrn eine Sonderlösung für 75 Wandauslauf-Armaturen Abb. 4 realisiert, um auch beim Wasserauslauf „direkt aus der Wand“ die Anforderungen einer komfortablen Nutzungsweise zu erfüllen: Das Abdeckelement zur Bedienung, hinter dem sich auch die gesamte Technik befindet, stammt von der elektronischen Dusch-Armatur Linus, der robuste Auslauf mit diebstahlsicherem Strahlregler vom Wandauslauf Linus SC – einer Selbstschluss-Armatur. Die Rosette des Schell Design-Eckventils „Line“ sorgt optisch für einen perfekten Wandanschluss. „Individuelle Kundenwünsche sind stets eine besondere Herausforderung und werden bei Schell häufiger angefragt“, berichtet Jan Weisser. Auch diesmal habe es ihm viel Spaß gemacht, diese Aufgabe zu lösen.

Die elektronische Dusch-Armatur Linus D-E-T Eco Abb. 5 bewährt sich an allen 16 Duschplätzen und ist für den industriellen Einsatz mit gehobenem Niveau geradezu prädestiniert. Wie auch bei den Waschrinnen funktioniert die Auslösung bequem per Fingertipp auf dem Glaselement. Die Armatur ist mit gradgenauer Thermostatregelung und einer Radarsensorik ausgerüstet, die den Wasserauslauf unmittelbar stoppt, sobald der Nutzer aus dem Duschbereich her­austritt. Dies garantiert eine größtmögliche Wasser- und Energieeinsparung beim Duschen.

Urinale mit Stadionfunktion

Zur sauberen und ansprechenden Atmosphäre in den WC-Bereichen trägt auch die unsichtbare HF-Steuerung an 20 Urinalen bei Abb. 6. ­Berührungslose Nutzung und zuverlässige Nutzer­erkennung sichern die Hygiene und gewährleisten eine schonende Behandlung der Urinal­spültechnik. Ab Werk integriert ist auch die ­automatische Stadionfunktion, in die das ­Steuerungsmodul bei Vielbenutzung der ­Urinalanlagen wechselt, beispielsweise in den Pausenzeiten.

Ist der Andrang gering, kehrt die Steuerungstechnik wieder in den Normalmodus zurück. In den Ferienzeiten sorgt die 24-Stundenspülung für eine Geruchsunterbindung. Äußerst reinigungsfreundlich: Die HF-Urinalsensorik befindet sich hinter der Keramik, es gibt somit keine Abdeckplatte, die der regelmäßigen Pflege bedarf. Geschützt und gut zugänglich ist das eigentliche Steuerungsmodul in der abgehängten Decke untergebracht.

Testgelände für Mobilkräne

Mit Inbetriebnahme der Raupenkran-Montagehalle ist die Entwicklung des Liebherr-Werks Ehingen zugleich fortgeschritten. Auf einem angrenzenden, zusätzlich erworbenen Grundstück von 180000 m2 entsteht derzeit ein neues Gelände für den Test und die Abnahme von ­Mobilkränen.  

http://www.schell.eu

http://www.h-schnitzer.de

http://www.liebherr.com

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Armaturen im Land der Raupenkräne
  2. Teil: Jens Gebers
  • Abb. 2 Raupenkran-Montage. Liebherr-Kräne werden nicht gelagert: Nach Fertigung und detailgenauer ­Endprüfung werden sie unmittelbar an den Kunden ausgeliefert.
  • Abb. 3 In den Wasch­räumen wurden die Waschrinnen...
  • Abb. 4 …mit Spezial-Armaturen von Schell ­ausgestattet.
  • Abb. 5 Elektronische Dusch-Armaturen Linus D-E-T Eco.
  • Abb. 6 Unsichtbar für berührungslose Hygiene: die HF-Urinalsteuerung.
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