TGA Planungsbüro

TGA Ausgabe 04-2016
PictureMap

Bilder und Dateien auf Grundrissen verorten


1 PictureMap-Gesamtansicht, geteilt in Grundriss- und Verzeichnisansicht.

1  PictureMap-Gesamtansicht, geteilt in Grundriss- und Verzeichnisansicht.

Das Ingenieurbüro Jens Bartsch, Birkenwerder, entwickelt derzeit die Software PictureMap, die sich in vielen Bereichen der Technischen Gebäudeausrüstung, insbesondere im Bereich der Dokumentation, hilfreich einsetzen lässt.

Kompakt informieren

Die übersichtliche Dokumentation von Altbestand, Bauphase, Mängeln, Übergabestand und Betriebsphase ist bei Gebäuden und technischen Anlagen aufgrund der vielen unterschiedlichen Daten eine Herausforderung.

Ein TGA-Planer hat die Herausforderung angenommen und mit PictureMap eine Software entwickelt, mit der sich die Daten einfach auf Grundrissen verorten lassen. Sortier- und Filterfunktionen bieten jederzeit einen schnellen Überblick.

Die Programm-Funktionen vereinfachen zeitraubende Vorgänge im Tagesgeschäft von Planungsbüros – teilweise erfordern sie nur wenige oder nur einen einzigen Klick.

PictureMap ist für die komfortable Verwaltung von Bildern und Dateien konzipiert und bietet viele Möglichkeiten, diese mit anderen zu teilen. Das Besondere daran ist, das alle Daten sehr einfach auf Grundrissen verortet werden können und eine Vielzahl an Dokumentationslösungen bereitgestellt werden.

Das Grundkonzept hat einen einfachen Hintergrund: Evolutionsbedingt ist der Mensch wesentlich besser dazu in der Lage, sich im Raum und anhand visueller Eindrücken zu orientieren, als sich durch die computertypischen Datenstrukturen zu kämpfen. Das Verorten auf Grundrissen bietet aber noch weitere Vorteile: Durch die Verwendung von Farben und Symbolen sind wesentliche Informationen auf den ersten Blick ersichtlich, beispielsweise ist durch die Verwendung von Transparenz schnell erkennbar, ob Fotos alt oder neu sind.

Die Idee für das Programm ist im Rahmen einer Bestandserfassung für das Schloss Charlottenburg in Berlin entstanden. Dort gab es den Wunsch, eine einfache Zuordnung von Bildern zu haben, um auch ortsfremden Personen eine schnelle und nachvollziehbare Orientierungsmöglichkeit zu geben. PictureMap wurde bereits so weit entwickelt, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und konnte damit überzeugen. Noch Jahre später greifen Planer auf die damals entstandene Fotodokumentation zurück, um sich bestimmte Dinge noch einmal ins Gedächtnis zu rufen.

PictureMap befindet sich derzeit auf dem Stand einer Beta-Version; was fehlt ist lediglich der letzte Feinschliff. Es kann bereits genutzt werden, da alle wesentlichen Funktionen optimiert und stabil arbeiten. So konnte das Programm bereits in einigen Bauvorhaben seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen. Auf Basis der von den Anwendern gemachten Erfahrungen wurde PictureMap weiter verbessert und noch intuitiver gestaltet. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung ist zudem der Funktionsumfang gewachsen, sodass inzwischen mehr als nur eine Bestandserfassung damit realisiert werden kann.

Erstellen einer Fotodokumentation

So lassen sich beispielsweise Fotodokumentationen von Gebäuden innerhalb kurzer Zeit erstellen. Das Programm überwacht mehrere Bildquellen gleichzeitig. Sobald eine Kamera am Computer angeschlossen wird, werden die darauf befindlichen Bilder in der Vorschau angezeigt und können von dort per Drag-and-drop auf einen Grundriss oder eine Ansicht gezogen werden. Auf Wunsch werden die Bilder nach dem Ablegen automatisch von der Kamera gelöscht.

Wem dies noch nicht schnell genug ist, kann den Serienmodus verwenden, bei dem jedes Bild mit nur einem Mausklick verortet wird. Ganze Etagen lassen sich so innerhalb weniger Minuten dokumentieren. Im Vorfeld können die Bilder auf der Kamera mit wenigen Tastatur-Maus-Aktionen gedreht und aussortiert werden. Beispiel: Bei gedrückter Strg-Taste und Mausklick auf ein Vorschaubild wird dieses – je nach Maustaste – um 90° nach links oder nach rechts gedreht.

Das Erstellen einer Fotodokumentation geht am schnellsten, wenn mehrere Räume hintereinander systematisch fotografiert und die Bilder schon vor Ort abgelegt werden. Erst im Nachgang sollten Anmerkungen und Hinweise zu einzelnen Bildern ergänzt werden.

Fotodokumentationen stellen eine einfache Möglichkeit dar, Gebäude vor und nach einer Bauausführung zu dokumentieren. Eine Fotodokumentation kann auch im Vorfeld einer Umbaumaßnahme den Fachplanern zur Verfügung gestellt werden, was das Erfordernis von Ortsbegehungen reduziert. Die Örtlichkeiten lassen sich so direkt vom Büro aus anschauen.

Weiterhin lassen sich Detailansichten von Gebäuden, Heizstationen, Schaltschränken, oder sonstigen in wenigen Sekunden erzeugen. Besonders anschaulich wird es, wenn ein Foto als Gesamtansicht, z. B. von einer Heizstation, als Hintergrund definiert wird. Darauf werden dann lagerichtig Detailfotos, etwa Typenschilder von Feldgeräten, platziert (verortet). Die Zuordnung ist damit eindeutig, ein aufwendiges Abschreiben von Typenschildern entfällt, Übertragungsfehler werden vermieden. Zudem lassen sich der Ansicht weitere Dokumente, wie Datenblätter, Schemen oder Schaltpläne, per Drag-and-drop hinzufügen, um das Betreiben der Anlage zu unterstützen.

Automatisierbares automatisiert

Der Fokus bei der Entwicklung von PictureMap lag von Beginn an auf der einfachen und effizienten Bedienbarkeit: Alles was automatisiert werden kann, wird automatisiert. Aufgrund der langjährigen Erfahrung des Entwicklers bei der Planung und Objektüberwachung von TGA-Projekten wurden bereits viele unterstützende Funktionen integriert.

Das Anlegen neuer Projekte ist selbst für riesige Bauvorhaben einfach und schnell erledigt. Durch das Anlegen von Ebenen können mehrere Gebäude oder Bauteile innerhalb eines Projekts leicht organisiert werden. Grundrisse oder Ansichten können einzeln oder in Gruppen eingefügt werden. Durch den einfachen Wechsel zwischen den Projekten wird auch das Verwalten großer Liegenschaften abgedeckt.

Auf den Grundrissen können Achsen oder Räume definiert werden. Diese Informationen werden beim Ablegen von Daten automatisch ermittelt und gespeichert und dienen anderen zur Orientierung. Auch können Räume durch Angabe der Raumnummer gefunden werden, womit das Suchen in den Grundrissen entfällt.

Jedes Bild, jede Datei und jede Notiz die mit PictureMap archiviert wird, kann mit zusätzlichen Informationen, z. B. einer Kostengruppe nach DIN 276 oder einem Stichpunkt, versehen werden. Häufig vorkommende Begriffe können als Vorschlagtext individuell vorgegeben und beim Ablegen ausgewählt werden. Weitere Informationen, wie das Erstellungs- und Ablagedatum, die hinzufügende Person oder in welchem Raum das Bild erstellt wurde, werden automatisch ermittelt. So werden mit PictureMap Fotodokumentationen mit einer Vielzahl an Informationen erstellt, ohne dass eine Tastatur erforderlich ist Abb. 3.

Eine besonders hilfreiche Funktion ist auch das Definieren eigener Schlagwörter. Damit können Daten unterschiedlichen Kategorien, etwa einer Firma oder einer Schadensart oder auch beidem, zugeordnet werden. Über Filterfunktionen kann dann gezielt nach den gewünschten Daten, beispielsweise nach allen offenen Leistungen einer Firma gesucht werden. Und mit nur zwei weiteren Mausklicks wird aus den gefundenen Daten eine E-Mail generiert, die alle wesentlichen Informationen schon beinhaltet und die ausgewählten Dateien und Bilder – auf Wunsch auch komprimiert – im Anhang trägt. Ebenso einfach kann der Empfängerkreis um selbstdefinierte Adressgruppen erweitert werden.

Da jede Adressgruppe bereits Textvorschläge, beispielsweise für eine Mängelanzeige, enthalten kann, erspart dies viel Schreibarbeit und gewährleistet einen einheitlichen Aufbau der E-Mails. Auch ein Terminzwang kann in einem Textvorschlag definiert werden, damit nie ungewollt eine E-Mail ohne Termin / Frist versendet wird. Die Vorgehensweise erledigt zwei Aufgaben mit einer Aktion: Der Sachverhalt im Projekt wird dokumentiert und mit den betreffenden Personen kommuniziert.

Daten mit anderen teilen

PictureMap wurde dafür konzipiert, Daten mit anderen zu teilen. Neben der E-Mail-Funktion können auch Word-, Excel- oder HTML-Dokumente generiert werden. Wurden Fotos im Rahmen einer Begehung, beispielsweise zur Dokumentation von Brandschutzklappen oder dem Erfassen von Mängeln, erstellt und sind die Fotos bereits in PictureMap abgelegt und kommentiert, können daraus mithilfe vorgefertigter Schablonen blitzschnell Dokumente generiert und an die Beteiligten bzw. den Auftraggeber weitergeben werden.

Durch die Verwendung von Schablonen wird ein einheitlicher Aufbau der Dokumente gewährleistet. Die Schablonen werden durch Tags definiert und können individuell an die eigenen Bedürfnisse und an Anforderungen des Auftraggebers angepasst werden. Für alle wichtigen Informationen, die in einem Projekt existieren, gibt es ein zugehöriges Tag. So kann die Titelseite des Dokuments neben verschiedenen Adressen auch Projektansichten oder eine Projektbeschreibungen enthalten. Zur Orientierung können den Dokumenten auch Grundrisse mit nummerierten Markierungen hinzugefügt werden.

PictureMap(Viewer)

Neben dem PictureMap wurde der kostenlose PictureMap(Viewer) entwickelt. Damit können dem Auftraggeber oder anderen Beteiligten die gesamte Dokumentation oder Ausschnitte zur Ansicht zur Verfügung gestellt werden. Bei kleinen Datenmengen erfolgt die Weitergabe in nur wenigen Sekunden und mit nur wenigen Mausklicks. So kann von einem Projekt oder ausgewählten Teilen eine E-Mail generiert werden, die alle erforderlichen Daten inklusive dem PictureMap(Viewer) in einer Zip-Datei enthält. Der Empfänger muss dann nur noch die Zip-Datei entpacken und das Projekt über den darin enthaltenen PictureMap(Viewer) öffnen. Die einzige System-Voraussetzung ist, das Java in einer aktuellen Version auf dem Zielrechner vorhanden ist. Je nach Komprimierungsstufe können Projekte mit mehreren hundert Bildern mit nur einer einzigen E-Mail übergeben werden.

Synchronisationsmechanismen

Um ein Projekt zu teilen oder um mehrere Projekte zusammenzuführen, bietet PictureMap einfache Synchronisationsmechanismen. So können beispielsweise von einem vorhandenen Projekt nur die Grundrisse auf einen mobilen Rechner geladen werden, um vor Ort Bilder direkt ablegen zu können. Später können diese Bilder in das ursprüngliche Projekt geschoben werden, auch das lässt sich mit nur einem Mausklick realisieren.

Ein PictureMap-Projekt kann von mehreren Personen gleichzeitig geöffnet und bearbeitet werden. Ein Projekt wird nur so lang blockiert wie notwendig ist, um die Datenkonsistenz sicherzustellen. Den aktuellen Status signalisiert eine mehrfarbige Bildschirm-LED. Jede Änderung am Projekt, ist für alle Teilnehmer sofort sichtbar.

Durch eine umfangreiche Freigabesteuerung können passwortgeschützt einzelne Funktionen von PictureMap gesperrt oder eingeschränkt werden, beispielsweise um das Anlegen neuer Grundrissen in einem bestehenden Projekt zu verhindern. Einschränkungen können dabei projektbezogen für alle oder individuell für jeden Nutzer, durch Benutzeranmeldung und Passworteingabe, erfolgen. Auch gibt es eine Freigabeart für Dokumentationszwecke, die einmal für ein Projekt gewählt nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und die beim Löschen (Entfernen) von Daten eine Wiederherstellung sicherstellt und dokumentiert, wer für das Löschen verantwortlich war.

Weitere nützliche Funktionen

Das Programm bietet noch viele weitere nützliche Funktionen, etwa das Ermitteln von Abständen und Flächen. Und um einen zeit-lichen Verlauf zu dokumentieren, können einem bereits existierenden Bild weitere Bilder hinzugefügt werden Abb. 4. PictureMap bietet ein stabiles Grundgerüst, das um weitere Funktionen nahezu beliebig erweitert werden kann. Künftig sollen auch das Zeichnen auf Grundrissen und Bildern und das Erstellen von Raumbüchern und Bautagebüchern zur Verfügung stehen.

Um den derzeitigen Stand Beta-Version und den Anspruch des Entwicklers besser zu verdeutlichen, ist zu erwähnen, dass einige Funktionen noch vervollständigt oder verbessert werden müssen. So ist beispielsweise das Erstellen einer Word-Dokumentation noch nicht perfekt. Beim Kopieren mehrerer Bilder per Copy-and-paste von Grundriss zu Grund-riss müssen beide Grundrisse den gleichen Maßstab besitzen. Beim Erstellen einer E-Mail oder einer Word-Dokumentation werden derzeit nur ganze Grundrisse eingefügt, ein Ausschnitt davon ist noch nicht möglich. Wenn ein Bild nicht als JPG-Datei vorliegt, wird dieses als Datei behandelt. Grundrisse können nur eingefügt werden, wenn diese im JPG-Format vorliegen.

Durch die umfangreichen schon verfügbaren Funktionen kann PictureMap bereits bei vielen Tätigkeiten sehr hilfreich sein und Unterstützung bieten. Funktionen, die von Anwendern vorgeschlagen wurden, konnten bisher oft zeitnah implementiert werden. Vorschläge zur Verbesserung von PictureMap sind stets willkommen. Den aktuellen Stand des Programs erläutert ein Erklärvideo auf www.bajestro.de, hier ist auch eine Bedienungsanleitung hinterlegt. 

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Bilder und Dateien auf Grundrissen verorten
  2. Teil: Dipl.-Ing. (FH) Jens Bartsch
  • 2  PictureMap-Detailansicht: Schaltschrank und Heizstation mit Fotos, PDF- und Word-Dateien.

  • 3  PictureMap-Dialog zur Angabe von Informationen zu einem Foto oder zu einer Datei.

Jens Bartsch

Jens Bartsch

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