TGA Energietechnik

TGA Ausgabe 06-2018

Direktnutzung mitteltiefe Geothermie

Die Niederlande wollen künftig vermehrt die oberflächennahe und mitteltiefe Geothermie zur Beheizung von Gewächshäusern, aber auch für Wohn- und Geschäftshäuser nutzen. Andreas Steiler, Herrenknecht, Schwanau, und Kees van der Zalm, Visser & Smith Hanab, Niederlande, stellten gemeinsam das neue Bohrverfahren „VertiZontal“ zur direkten Nutzung des geothermischen Potenzials vor. Anstatt einer sogenannten geothermischen Dublette (eine Förderbohrung, eine Injektionsbohrung), wie sie in der Tiefengeothermie üblich ist, bevorzugen die beiden Unternehmen mitteltiefe Erdwärmesonden mit Längen zwischen 500 und 1250 m. Die so gewonnene „Low Temperature Geothermal Heat“ (LTA) gilt in den Niederlanden als ungleich wirtschaftlicher als die Tiefengeothermie, auch weil dafür ein Bohrverfahren verwendet wird, das sich in der Erschließung kleiner und unkonventioneller Öl- und Gasvorkommen offensichtlich bestens bewährt hat. Dieses Bohrverfahren, genannt Slant Directional Drilling (SDD), vereint die horizontale Bohrmethode mit den Vorteilen des vertikalen Bohrverfahrens. Die möglichen Eintrittswinkel liegen in einem Bereich zwischen 8 und 90° zur Vertikalen. Außerdem können mit diesem Bohrverfahren senkrechte Bohrungen in einer definierten Tiefe horizontal abgelenkt werden. Das erste Projekt von Visser & Smith Hanab mit diesem Verfahren erfolgt in Zevenbergen bei Breda. Von Vorteil ist, dass mit dieser Kombination aus horizontalem und vertikalem Bohrverfahren von einer Bohrstelle aus ein definiertes Gebiet für die geothermische Nutzung erschlossen werden kann.

  • 7  Herrenknecht sieht in Tiefen von 500 bis 1250 m neue Möglichkeiten der direkten Nutzung geothermischer Energie. Das in der Öl- und Gasindustrie bewährte Bohrverfahren „Slant Directional Drilling“ (SDD) wurde für diesen Einsatz modifiziert.

Margot Dertinger-Schmid

Inhaltsübersicht

  1. Teil: Qualitätskontrolle von EWS: Ein klares Jein
  2. Teil: Direktnutzung mitteltiefe Geothermie
  3. Teil: Wolfgang Schmid
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