TGA news

30.08.2007

Mehr Trinkwasserhygiene in vermachten Netzen

„Versorgungstechnik“ eines Feigenblatts. Auch die Natur nutzt die Vorteile vermaschter Strukturen.
Nimmt man heutige Trinkwasserinstallationen kritisch unter die Lupe, können sie die Hygieneanforderungen nicht erfüllen. Zu diesem Schluss kommen Prof. Dr.-Ing. Detlef Orth, FH Köln, und Dipl.-Ing. Robert Kremer, Mitarbeiter in Ausschüssen bei DVGW, DIN und VDI zum Thema Trinkwasserhygiene, in einem Fachartikel im TGA Fachplaner 09-2007 (Erscheinungstermin 31. August 2007). Die Autoren schlagen in dem Fachartikel vor, Rohrnetze zur Verteilung von warmem und kaltem Trinkwasser in großen Gebäuden künftig vermascht auszuführen. So können Stagnation und zusätzlich die unzulässige Erwärmung im Kaltwasserbereich verhindert werden.

Das Problem
Das baumartige Grundmuster der Trinkwasserinstallation ist über viele Jahrzehnte unverändert geblieben. Entscheidend geändert hat sich aber die Anzahl der Entnahmestellen. Wurde anfänglich Trinkwasser nur mit einer Zapfstelle auf jeder Etage oder jedem Hausflur zur Verfügung gestellt, hat heute bereits jede Wohnung mindestens in Küche und Bad Zapfstellen. Neben steigenden Komfortbedürfnissen sind weitere Veränderungen eine kontinuierlich abnehmende Belegungsdichte, lange Abwesenheitszeiten (Wochenendfahrer, Leerstand, Urlaub), Wasser sparende Armaturen und Haushaltsgeräte, Armaturen mit geringeren Volumenströmen (Spülkästen statt Druckspülern), die Verwendung von Regen- und Betriebswasser zur WC-Spülung, höhere Temperaturen in den Gebäuden bzw. in den Verlegezonen usw.

Verordnungen, Regelwerke und Hersteller haben auf diese Entwicklung mit einer Vielzahl von Detailvorgaben und -verbesserungen reagiert. Abgesehen von der Einführung der Trinkwasserzirkulation ist die Geometrie von Rohrnetzen in der Trinkwasser-Hausinstallation aber quasi unberührt geblieben. Es wurde zwar versucht, elementare Hygieneprobleme, wie Stagnation und zu hohe Temperaturen im Kaltwassernetz durch technische und betriebstechnische Regeln auszuschließen, in der Praxis haben sie sich aber nur bedingt bewährt. Kritisch sind insbesondere Vorgaben, die über die normale Benutzung hinaus eingehalten werden müssen. Beispielsweise das Schließen der Stockwerksabsperrungen einer Wohnung bei einer Abwesenheit von mehr als 3 Tagen und ein 5-minütiges Spülen nach der Rückkehr.

Die Lösung
Stagnation und unzulässige Erwärmung im Kaltwasserbereich in sonst selten benutzten Leitungen, können vermieden werden, wenn die Rohrnetze mit oben und unten parallel geschalteten Steigesträngen ausgeführt, bewirkt die Zapfung an einer beliebigen Stelle im Rohrnetz eine Wasserbewegung in allen Hauptleitungen. Zugleich können durch eine andere Dimensionierung das Volumen und die benetzte Oberfläche verringert werden. Das neue System ist für Kaltwassernetze und für Warmwassernetz mit Zirkulation, insbesondere in Wohngebäuden geeignet. Eine weitere Option ist es, im Kaltwassernetz an einem zentralen Punkt temperatur- und/oder zapfmengenabhängig eine Wasserverwurf oder eine Wärmerückgewinnung vorzunehmen. Anhand von zwei Grafiken wird erläutert, wie Rohrnetze einfach umgestaltet werden können und welche Strömungsbedigungen sich bei einem Zapfvorgang ergeben. ToR

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