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05.11.2009
AGEB

2009 3.Q: Primärenergieverbrauch sinkt um 6,4 %

Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2009 in Deutschland – Veränderungen in %. (Quelle: AGEB)
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2009 in Deutschland – Veränderungen in %.
Der schleppende Konjunkturverlauf dämpft den Energieverbrauch in Deutschland. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) lag der Verbrauch an Primärenergieträgern nach neun Monaten mit 9721 PJ (331,7 Mio. t SKE1)) um 6,4 % unter dem Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet die AGEB angesichts einer leichten konjunkturellen Erholung mit einem Minus von knapp 6 % gegenüber dem Vorjahr.

Viel mehr Biokraftstoffe
Der Verbrauch an Mineralöl sank in den ersten neun Monaten um knapp 3 %. Neben dem aus konjunkturellen Gründen stark rückläufigem Verbrauch von Chemiebenzin, Schmierstoffen und Petrolkoks sorgte die um 50 % erhöhte Beimischung von Biokraftstoffen für die negative Gesamtentwicklung. Biokraftstoffe werden in der Energiestatistik unter den erneuerbaren Energien ausgewiesen. Ohne diesen Effekt läge der Verbrauch an Kraftstoffen und Heizöl auf dem Niveau des Vorjahres.

Industrie und Kraftwerke benötigen weniger Energieträger
Der Erdgasverbrauch ging um rund 7 % zurück, vornehmlich infolge verminderter Nachfrage aus der Industrie sowie eines geringeren Einsatzes in der Stromerzeugung. Der Verbrauch der privaten Haushalte nahm dagegen infolge deutlich niedrigerer Temperaturen leicht zu. Der Verbrauch an Steinkohle verminderte sich um rund 22 %. Die Entwicklung spiegelt den verminderten Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie wider. Aber auch in der Stromerzeugung wurde deutlich weniger Steinkohle eingesetzt als in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Der Verbrauch an Braunkohlen sank um 3 %. Dieser Rückgang entspricht in etwa dem Rückgang der Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung, an die über 90 % der deutschen Braunkohlenförderung gehen. Die Stromerzeugung aus Kernkaft verringerte sich um rund 10 %.

Erneuerbare deckten 8,9 % des Primärenergieverbrauchs
Witterungsbedingt produzierten die Wasserkraftwerke knapp 10 % und die Windkraftanlagen 12,5 % weniger Strom. Insgesamt konnten die erneuerbaren Energien ihren Beitrag zur Deckung des Energieverbrauchs in Deutschland jedoch um rund 2 % erhöhen. Wesentlich trug dazu der höhere Anteil der Biokraftstoffe bei. Insgesamt stieg der Beitrag der erneuerbaren Energiequellen zur Primärenergiebilanz der ersten drei Quartale um 0,8 Prozentpunkte auf 8,9 %. ToR

1) SKE: Steinkohleeinheit. 1 t SKE = 8141,1 kWh = 29.307,98 MJ, siehe auch: Energieeinheitenumrechner

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