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09.06.2011
RWE Effizienz

Mikro-KWK senkt Strombezug um 30 %

Beim Pilotprojekt „Emslandhaus“ konnte der Strombezug eines großen Einfamilienhauses mit einem Stirling-BHKW um 30 % gesenkt werden. (Quelle: RWE Effizienz)
Beim Pilotprojekt „Emslandhaus“ konnte der Strombezug eines großen Einfamilienhauses mit einem Stirling-BHKW um 30 % gesenkt werden.
RWE Effizienz hat im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum „Energiehaus der Zukunft“ einen Feldtest zur Einbindung von Mikro-KWK-Anlagen in Einfamilienhäuser abgeschlossen. Eines der Projektziele war, detailliertere Erkenntnisse zur Integration dezentraler Strom- und Wärmeerzeuger in die Erdgas- und Stromnetze zu gewinnen. So konnten der Strombedarf des Versuchshauses zu 30 % über die Mikro-KWK-Anlage gedeckt und die Energiekosten während des ersten Betriebsjahres um insgesamt 370 Euro gesenkt werden.

3744 Volllaststunden für Stirling-BHKW


Für das Pilotprojekt „Emslandhaus“ wurde im Oktober 2009 in einem Einfamilienhaus nahe der holländischen Grenze eine Mikro-KWK-Anlage auf Basis eines Stirling-Motors mit einem integrierten Gas-Brennwertgerät zur Spitzenlastabdeckung installiert. Bei 260 m2 Wohnfläche hat das von einer 4-köpfigen Familie bewohnte Versuchshaus einen Wärmeverbrauch von 38.500 kWh/a sowie einen Stromverbrauch von über 7000 kWh/a. Bei einer thermischen Leistung von 5 kW erreichte die wärmegeführt betriebene Mikro-KWK-Anlage hier mit 3744 Volllaststunden im Jahr eine gute Auslastung. Dabei übernahm die KWK-Anlage das ganze Jahr über vorrangig die Trinkwassererwärmung, das Spitzenlastmodul (bis 18 kW) wurde im Wesentlich für die Raumheizung bedarfsgerecht zugeschaltet.

Eigenverwendungsquote von 60 %


Entsprechend positiv fiel auch die Strombilanz der Mikro-KWK-Anlage mit einer elektrischen Leistung von 1 kW aus. Der KWK-Unterzähler ermittelte eine Stromproduktion von 3332 kWh/a. Davon wurden 40 % ins öffentliche Netz eingespeist und 60 % direkt im Haus verbraucht, wodurch sich der externe Strombezug um 2100 kWh/a bzw. 30 % verringerte. Gleichzeitig nahm der Erdgasverbrauch aufgrund der zusätzlichen Stromproduktion im Vergleich zum früheren Erdgas-Brennwertheizkessel um etwa 10 % zu.

Größerer Speicher soll Stromproduktion optimieren


Weitere Einsparungen sollen in Zukunft durch einen größeren Deckungsanteil des Eigenbedarfs sowie eine netzlastorientierte Einspeisung des selbsterzeugten Stroms ermöglicht werden. Basis des Konzepts ist ein großzügig dimensionierter Pufferspeicher, mit dem sich der Stromerzeugung und Wärmenutzung entkoppeln lassen. Neben der besseren Ausrichtung der Stromerzeugung des Mikro-BHKWs am tatsächlichen Lastgang eröffnet dies die Option, bei der Einspeisung ins Netz auch auf lastvariable Tarife reagieren zu können, um eine höhere Vergütung zu erzielen. ■
Jochen Vorländer

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