TGA-Newsletter: 01-2011 | 13.01.2011 (2.KW)

ERNEUERBARE

PV-Strom auf bestem Weg zur Grid Parity

Die zunehmende Wirtschaftlichkeit von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zeigt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE auf. Vor allem bei Photovoltaikanlagen sinken im Vergleich zu anderen Technologien die Kosten überdurchschnittlich stark, so dass PV-Strom bald mit dem Kostenniveau anderer Stromerzeuger konkurrieren kann. „Die von uns errechneten Zahlen für Strom aus erneuerbaren Quellen belegen die rasche Entwicklung hin zur Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu Strom aus konventionellen Kraftwerken“, so.

Bei günstigen Bedingungen schon konkurrenzfähig


Die Studie analysiert die aktuellen Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Anlagen, solarthermische Kraftwerke und Windkraftanlagen anhand technologiespezifischer Systemauslegungen und Anlagenpreise. An deutschen Standorten liegen die Stromgestehungskosten von Photovoltaik-Kleinanlagen zwischen 0,30 und 0,34 Euro/kWh. Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen bei südeuropäischer Sonneneinstrahlung sinken sie abhängig von der eingesetzten Technologie, den Modulen und der Größe der Anlage bis auf 0,16 Euro/kWh. „Die Analyse ergab, dass bei der Photovoltaik die Parität von Endkundenstrompreis und Stromgestehungskosten (Grid Parity) in Regionen mit sehr hoher Einstrahlung und hohem Endkundenstrompreis – z.B. Süditalien – heute bereits gegeben sein kann“, so Prof. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE. Für Onshore-Windkraftanlagen verdeutlicht die Studie, dass diese bei den Erzeugungskosten schon seit einigen Jahren mit dem Strommix aus konventionellen Kohle- und Kernkraftwerken konkurrieren kann.

Bis 2030 auf dem Kostenniveau fossiler Kraftwerke


Insgesamt zeigt die ISE-Studie eine sehr positive Entwicklung für die erneuerbaren Energien. Dies geschieht auf der Grundlage von Marktentwicklungsprognosen und historisch realisierten Erfahrungskurven, die gleichmäßig verlaufende Kostensenkungen annehmen. Setzt man bei der Photovoltaik voraus, dass die in der Vergangenheit gezeigten hohen Lernkurven anhalten, dann sinken die Stromgestehungskosten zukünftiger Photovoltaik-Anlagen im Vergleich zu solarthermischen Kraftwerken und zu Windkraftanlagen überproportional. So können bis 2030 auch Offshore-Windanlagen, in Deutschland installierte Photovoltaik-Kleinanlagen und in Spanien installierte solarthermische Kraftwerke ein Kostenniveau erreichen, das auch für konventionelle, fossile Kraftwerke prognostiziert wird.

Grid Parity für PV-Strom in zwei Jahren


„In den vergangenen Jahren hat das reale Marktgeschehen meist die Prognosen überholt. Dadurch konnten wir eine in dieser Geschwindigkeit für unmöglich gehaltene Preisdegression bei Photovoltaik, solarthermischen Kraftwerken und Windkraft beobachten. Bei einer weiterhin dynamischen Marktentwicklung erwarten wir, dass die Grid Parity für PV-Strom auch in Deutschland bereits in zwei Jahren erreicht sein wird“, so Weber. ■

Link zur Studie
Jochen Vorländer

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