TGA-Newsletter: 13-2014 | 11.09.2014 (37.KW)

ANLAGENTECHNIK

Wärmepumpen legen im Neubaumarkt zu

Von den im Jahr 2013 fertiggestellten Wohngebäuden nutzen laut Statistischem Bundesamt 32,2 % Umwelt- oder Geothermie als primäre Heizenergie und somit eine Wärmepumpe zur Heizung. Damit legte die Wärmepumpe im Neubaumarkt gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte deutlich zu. Marktanteile in diesem Umfang konnte in den letzten zehn Jahren nur die Wärmepumpentechnik erreichen. Seit 2007 hat sich der Anteil der Bauherren, die sich für die Wärmepumpe entscheiden, nahezu verdreifacht. Bei Einfamilienhäusern liegt der Anteil von Wärmepumpen inzwischen bei 33,8 %.

Besonders häufig entschieden sich Bauherren im Jahr 2013 für Luft/Wasser-Wärmepumpen. 22,9 (2012: 20,2) % der installierten Heizungen im Neubau nutzen die Wärmequelle Luft (Umweltthermie) als primäre Heizenergie, wohingegen der Anteil erdgekoppelter Wärmepumpen (Geothermie) von 10,0 auf 9,2 % gesunken ist. Bereits seit 2011 ist bei der Geothermie ein Rückgang bei den Neuinstallationen festzustellen. 2010 lagen Luft/Wasser-Wärmepumpen und Sole/Wasser-Wärmepumpen mit Anteilen von 14,8 und 14,1 % noch in etwa gleich auf.

Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverband Wärmepumpe (BWP), sieht diesen Rückgang in der leichteren Erschließbarkeit der Wärmequelle Luft sowie der gestiegenen Effizienz der Luft/Wasser-Wärmepumpen begründet: „Luftwärmepumpen sind einfacher zu installieren und daher günstiger in der Anschaffung. Durch die technische Entwicklung erreichen sie heute außerdem hohe Effizienzwerte.“

Wärmepumpe vor allem im Osten und Süden stark


Ausgeprägt sind auch die regionalen Unterschiede. Im Osten Deutschlands entscheiden sich Bauherren neu errichteter Wohnhäuser besonders häufig für eine Wärmepumpe: Thüringen belegt mit einem Anteil von 47,7 % den Spitzenplatz im Länderranking, dicht gefolgt von Sachsen mit 47,4 %. Auch in Sachsen-Anhalt (42,5 %) und Brandenburg (36,0 %) haben 2013 weit über einem Drittel der Bauherren Wärmepumpen installiert.

Die südlichen Bundesländer liegen ebenfalls über dem Durchschnitt. Das Schlusslicht bilden hingegen die Stadtstaaten Berlin (23,1 %), Hamburg (17,7 %) und Bremen (6,6 %), davor rangieren die nördlichen Bundesländer Schleswig-Holstein (20,8 %) und Niedersachsen (15,4 %). Teilweise sind die Unterschiede mit dem unterschiedlichen Anteil von Ein- und Zweifamilienhäusern in der Fertigstellungsstatistik zu erklären.

Auch der Anteil der Wärmequellen ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gewichtet. Erdwärme ist besonders beliebt in Sachsen, Brandenburg und in Sachsen-Anhalt, allerdings ist auch hier eine Verschiebung zur Luft/Wasser-Wärmepumpe zu beobachten. In Baden-Württemberg sind über sechs Mal mehr Luft/Wasser-Wärmepumpen als erdgekoppelte Anlagen in Neubauten installiert worden. Ähnlich verhält es sich in Hessen, wo 27,8 % der primären Heizsysteme in den 2013 fertiggestellten Neubauten Luft/Wasser-Wärmepumpen und nur 5,3 % an das Erdreich gekoppelte Wärmepumpen sind.

„Kein Anlass für falschen Optimismus“


Laut BWP bieten die Zahlen aus energiepolitischer Sicht aber keinen Anlass für falschen Optimismus. Angesichts von fast 20 Mio. Bestandswohngebäuden sei der Einfluss der jährlich rund 100.000 Neubauten marginal. Im Bestand wird nur in jedem achten Wohngebäude mit erneuerbaren Energien geheizt – und von den bestehenden Gas- und Öl-Heizkesseln sind 80 % aus heutiger Sicht ineffizient. „Um dies zu ändern, brauchen die Hausbesitzer attraktive Anreize, um in die Nutzung erneuerbarer Wärme zu investieren“, mahnt Stawiarski. Dazu zählt er neben geeigneten Förderprogrammen auch ein gerechteres Preisgefüge der Energieträger am Wärmemarkt. Momentan werde Wärmepumpen-Strom gegenüber anderen Heizenergieträgern überproportional mit Steuern, Abgaben und Umlagen belastet. ■
Jochen Vorländer

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