TGA-Newsletter: 10c-2018 | 25.10.2018

Raumlufttechnik

Dezentrale Wohnraumlüftung hat hohe Lüftungseffizienz

Push-Pull-Prinzip. (Quelle: Verband der Interessensgemeinschaft Dezentrale Wohnungslüftung)
Push-Pull-Prinzip.
Auch wenn es mindestens ebenbürtige Argumente für die kontrollierte Wohnraumlüftung gibt: Im Zuge des energiesparenden Bauens und Sanierens ist sie heute aus der Bauplanung nicht mehr wegzudenken und mittlerweile gibt es zur Umsetzung eine große Vielfalt hochentwickelter Lösungen.

Galten zentrale Lüftungsanlagen bis vor kurzem noch als das Nonplusultra in der Wohnraumlüftung, sind nun dezentrale Lösungen mit enormen Absatzsteigerungen auf dem Vormarsch – im Zeitraum 2014 bis 2018 lag das Wachstum nach Angaben der Interessengemeinschaft dezentrale Wohnraumlüftung (IGDWL) über 100 %, aktuell liegt die Absatzmenge in Deutschland bei über 200.000 Stück pro Jahr.

Pendellüfter: „Nahezu ideale Mischlüftung“

Der Trend zu dezentralen Lösungen könnte sich künftig noch verstärken, denn inzwischen wurde genauer untersucht, wie sich die alternierende Betriebsweise dezentraler Push-Pull-Systeme auf die Effizienz des Luftaustauschs im Raum auswirkt. Zwei wissenschaftliche Studien konnten dabei das Vorurteil, dass Pendellüfter für keinen oder nur geringen Austausch der Raumluft sorgen, klar widerlegen: Zum einen die Doktorarbeit von Dr. Alexander Merzkirch an der Universität Luxemburg, zum anderen das Forschungsprojekt EwWalt der RWTH Aachen mit der Unterstützung des ITG Dresden. Beide Studien zeigen laut IGDWL, dass die raumweise- und raumübergreifende Lüftung mit dezentralen Pendellüftungssystemen für eine nahezu ideale Durchmischung von alter und neuer Luft (Mischlüftung) sorgt.

In beiden Forschungsprojekten wurde näher untersucht, wie sich der alternierende Betrieb der Push-Pull-Lüftungssysteme auf die Lüftungseffizienz auswirkt. Merzkirch führte im Rahmen seiner Dissertation „Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Kostenanalyse von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden: Feldtests von neuen Anlagen und Vorstellung bedarfsgeführter Prototypen“ eine groß angelegte Analyse zur Funktion von Lüftungsgeräten durch. Dabei ermittelte er in einer Musterwohnung Lüftungseffizienzwerte für dezentrale Push-Pull-Systeme. Der Idealwert einer Mischlüftung von 0,5 wurde mit 0,45 dabei nahezu erreicht.

Kurz nach dieser Analyse wurde die Lüftungseffizienz dezentraler Geräte an der RWTH Aachen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller erneut untersucht. Das Forschungsvorhaben EwWalt „Energetische Bewertung dezentraler Einrichtungen für die kontrollierte Wohnraumlüftung mit alternierender Betriebsweise“ forschte ab 2016 zwei Jahre lang zur Lüftungseffizienz und Beeinflussung der Wärmerückgewinnung bei Pendellüftern. Das Forschungsprojekt kam schließlich zu ähnlichen Ergebnissen wie zuvor Merzkirch. Außerdem zeigte sich, dass die Positionierung der Push-Pull-Systeme in einer Wohneinheit kaum Einfluss auf die Lüftungseffizienz aufweist. ■

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