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11.12.2011
ILEK

Effizienzhaus-Plus-Schaufenster eröffnet

Das „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ in Berlin. (Quelle: Werner Sobek, Stuttgart)
Das „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ in Berlin. (Quelle: Werner Sobek, Stuttgart)
Am 7. Dezember 2011 ist das „Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität“ im Beisein von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer feierlich eröffnet worden. Geplant haben das Effizienzhaus Plus Prof. Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Uni Stuttgart, und sein Team. Der großflächige Einsatz von Photovoltaik auf Dach- und Fassadenflächen des Gebäudes und eine Wärmepumpe sorgen in der Gesamtbilanz für einen Energieüberschuss, der zum Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden kann.

Stand der Entwicklung aufzeigen


Das nach nur einem Jahr Planungs- und Bauzeit fertiggestellte Gebäude auf dem Gelände des Bundesbauministeriums in der Fasanenstraße 87 in Berlin ist das Ergebnis eines Wettbewerbs, den das Ministerium Ende 2010 durchgeführt hat. Ziel dieses Wettbewerbs war es, anhand eines architektonisch attraktiven Pilotprojekts den Stand der Entwicklung von energieeffizienten, nachhaltigen Gebäuden aufzuzeigen, bei denen Elektromobilität integraler Bestandteil des Gebäudekonzepts ist. Der Entwurf, den die Arbeitsgemeinschaft unter Sobeks Leitung eingereicht hatte, wurde mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Mitglieder der Arbeitsgruppe waren neben dem Büro Werner Sobek Stuttgart und WSGreenTechnologies das ILEK und beratend weitere Institute der Universität sowie andere Einrichtungen.

Rückbau- und Recyclingkonzept


Der prognostizierte Energiebedarf des Gebäudes und der Elektrofahrzeuge liegt deutlich unter dem erwarteten Energieertrag von mehr als 16.000 kWh/a. Das Effizienzhaus Plus zeichnet sich aber nicht nur durch eine positive Energiebilanz aus. Ein Rückbau- und Recyclingkonzept ermöglicht den sorgsamen Umgang mit Rohstoffen. Dazu wurde beispielsweise auf das Verkleben einzelner Schichten oder verschiedener Bauteile weitgehend verzichtet, um bei einem späteren Rückbau eine möglichst sortenreine Trennung zu erreichen.

Schaufenster, Energiekern, Wohnräume


Das architektonische Konzept beruht auf einer Dreiteilung: Das Schaufenster ist der öffentlichen Straße zugewandt und informiert Interessierte über das Haus und seine Eigenschaften. In der Mitte befindet sich der Energiekern, der alle technischen Funktionen des Hauses beherbergt. Die Wohnräume befinden sich auf der von der Straße abgewandten Seite des Gebäudes. Durch die vollflächige Verglasung der Ost- und Westseite entsteht ein großzügiges Raumgefühl, und es gelangt viel Tageslicht in das Gebäude. Ein außen liegender beweglicher Sonnenschutz verhindert eine Überhitzung des Gebäudes. Wo erforderlich, wird das Haus durch dimmbare LEDs energieeffizient beleuchtet. Das Schaufenster bildet auch eine Schnittstelle zwischen Mobilität und Immobilie. Hier parken die Elektrofahrzeuge des Hauses und können berührungslos aufgeladen werden.

Rückbau in spätestens drei Jahren


Im Planungs- und Realisierungsprozess untersuchten die Ingenieure das Gebäude fortlaufend mittels dynamischer gekoppelter Anlagen- und Gebäudesimulationen. Dieser iterative Prozess führte laut ILEK zur Optimierung des Gebäudes im Hinblick auf Komfort und Energieeffizienz. Um weitere Erfahrungswerte zu sammeln, ist geplant, dass das Haus einige Zeit von einer Modellfamilie bewohnt wird. Nach einer Standzeit von maximal drei Jahren soll das Gebäude vollständig zurückgebaut werden. ■
Jochen Vorländer

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