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Impact Whitepaper:

Mini-Photovoltaik mit Speicher entlastet das Stromsystem

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Anker Solix hat aus der „Solarbank“-Nutzergruppe (mit Zustimmung zur Datenverarbeitung) eine zufällige Stichprobe von rund 230.000 Haushalten ausgewertet.
  • Die Haushalte aus der Stichprobe erreichten im Jahr 2025 eine Eigenverbrauchsquote von 83 % und eine Senkung ihrer Stromkosten um durchschnittlich 270 bis 360 Euro (bezogen auf einen Strompreis von 38 Ct/kWh).
  • Die Spitzenlast im Stromnetz wird bei intelligentem Speicherbetrieb doppelt gesenkt, beim Entladen für Stromverbrauch am Morgen und am Abend und beim Beladen in der Mittagszeit.
  • Auf Basis eines durchschnittlichen Emissionsfaktors im deutschen Strommix ergibt sich rechnerisch für die Stichprobe im Jahr 2025 eine Verringerung der CO2-Emissionen um 0,326 t pro Haushalt.
Bild 1 Kleine Batteriespeicher für Balkonkraftwerken und Mini-Photovoltaik-Systeme werden durch ihre großräumige Verteilung auch zunehmend systemisch relevant.

Anker Solix

Bild 1 Kleine Batteriespeicher für Balkonkraftwerken und Mini-Photovoltaik-Systeme werden durch ihre großräumige Verteilung auch zunehmend systemisch relevant.

Mit einem Stromspeicher kombinierte Balkonkraftwerke und Mini-Photovoltaik-Systeme erreichen erwartungsgemäß einen höheren Eigenverbrauch. In welchem Umfang sie die Stromkosten senken, die Stromnetze entlasten und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wurde nun aus realen Betriebsdaten ermittelt.

Der Hersteller von Balkonkraftwerk-Stromspeichern Anker Solix hat Ende März 2026 mit dem Impact Whitepaper „Vom Balkonkraftwerk zum Energiesystem“ einen datenbasierten Bericht vorgelegt, der auf Basis einer zufälligen Stichprobe zeigt, welchen Beitrag Balkonkraftwerks- und Mini-Photovoltaik-Systeme mit Stromspeicher bereits heute für Haushalte, Stromnetze und Klimaschutz leisten können.

Die Ergebnisse basieren auf einer anonymisierten Auswertung realer Betriebsdaten von Anker-Solix-Solarbank-Systemen in Deutschland aus dem Jahr 2025. Für die Analyse wurde aus der Grundgesamtheit aller Nutzer, die der Datenverarbeitung zugestimmt haben, eine zufällige Stichprobe von rund 230.000 Haushalten ausgewählt.

Die Auswertung zeigt, dass die Systeme mit Speicher bereits heute messbare Effekte erzielen: Sie erzeugten im Jahr 2025 insgesamt 206 Mio. kWh (0,206 TWh) Solarstrom, von denen 83 % direkt im Haushalt genutzt wurden – deutlich mehr als bei Systemen ohne Speicher (bei Balkonkraftwerken ohne Speicher werden typischerweise etwa 30 bis 40 % des Ertrags genutzt). Daraus ergaben sich Stromkosten-Einsparungen von insgesamt rund 65 Mio. Euro (bezogen auf einen Strompreis von 0,38 Ct/kWh). Pro Haushalt lagen die Einsparungen damit rechnerisch bei durchschnittlich 270 bis 360 Euro im Kalenderjahr 2025.

Auch Kleinspeicher entlasten die Netze

Die Auswertung der Nutzungsdaten belegt: Batteriespeicher in den Systemen verschieben einen Teil der Solarstromnutzung gezielt in Zeiten hoher Nachfrage. 52 % der Speicherladung passiert zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während 68 % der gespeicherten Energie in den Abendstunden zwischen 18:00 und 22:00 Uhr verbraucht werden – also genau dann, wenn der Strombedarf in Haushalten besonders hoch ist und die Last im Netz am höchsten ist.

Dadurch wird von der Stichprobe die Spitzenlast um rund 120 bis 190 MW gesenkt, verteilt über Wohngebiete in ganz Deutschland. Auch Kleinspeicher werden so zum entscheidenden Faktor für lokale Puffer im Stromnetz: Sie nehmen Solarüberschüsse lokal auf und reduzieren gleichzeitig den Netzbezug in Zeiten hoher Nachfrage.

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung betrifft die Netzeinspeisung: 34 % der analysierten Systeme arbeiten im vollständigen Null-Einspeise-Modus, weitere 38,5 % speisten weniger als 5 kWh pro Tag ins Netz ein. Insgesamt verursachen damit 72,5 % der untersuchten Anlagen nur wenig bis gar keine Rückspeisung in das Verteilnetz.

Nutzer mit Anker Intelligence-Optimierung, einer KI-basierten Steuerung der Systeme von Anker Solix, erzielten laut der Analyse einen durchschnittlichen Mehrertrag von rund 270 Euro innerhalb von sechs Monaten. Diese Steuerung kombiniert Preis- und Wetterprognosen mit lernenden Verbrauchsprofilen und passt Lade- und Entladeentscheidungen kontinuierlich an. Dadurch können dynamische Stromtarife nutzende Haushalte Strom gezielt in günstigen Zeitfenstern speichern und zu Zeiten höherer Preise nutzen.

Vom Balkonkraftwerk zum Balkonsystem

Ende 2025 waren mehr als eine Million Balkonkraftwerke im Marktstammdatenregister erfasst – noch vor wenigen Jahren galten Steckersolargeräte als Nischenlösung. Ihr heutiger Verbreitungsgrad zeigt, dass sie sich zu einer Komponente der privaten Energieinfrastruktur entwickelt haben. Balkonkraftwerke ermöglichen Haushalten, unabhängig von Eigentumsverhältnissen, einen niedrigschwelligen Zugang zur eigenen Stromerzeugung und leisten damit einen sichtbaren Beitrag zur Dezentralisierung des Energiesystems.

Mit der zunehmenden Verbreitung dieser Systeme wird jedoch ein strukturelles Grundproblem der Solarenergie besonders deutlich: Erzeugung und Verbrauch fallen zeitlich oft nicht zusammen. Photovoltaik erreicht ihre höchsten Erträge typischerweise zwischen 11:00 und 15:00 Uhr, während der Strombedarf privater Haushalte vor allem in den Abendstunden zwischen 18:00 und 22:00 Uhr Höchstwerte erreicht. Ohne Zwischenspeicherung muss der Großteil der mittäglichen Erzeugung ins Netz eingespeist werden, während Haushalte abends weiterhin Strom aus dem Netz beziehen, den häufig konventionelle Kraftwerke erzeugen.

Diese zeitliche Diskrepanz begrenzt sowohl die Wirtschaftlichkeit einzelner Anlagen als auch ihre systemische Integration. Hinzu kommt, dass immer mehr erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien abgeregelt werden muss, weil er zum Zeitpunkt der Erzeugung nicht verbraucht oder transportiert werden kann. Batteriespeicher für Balkonkraftwerke, auch Kleinspeicher oder Plug-and-Play-Speicher genannt, adressieren dieses Problem direkt. Sie entkoppeln Erzeugung und Verbrauch, indem überschüssige Solarenergie lokal gespeichert und zeitversetzt genutzt wird. Damit verändern sie die Funktion von Balkonkraftwerken grundlegend: Aus reinen Einspeise- und Ergänzungssystemen werden integrierte sowie auch registrierte erweiterte Balkonsysteme, die einen relevanten Teil des Haushaltsstrombedarfs abdecken können. Diese Transformation ist nicht nur technisch, sondern auch ökonomisch und systemisch relevant: Mit den richtigen Preissignalen können auch Kleinspeicher helfen, Netzengpässe zu verringern und Kosten für Redispatch zu senken.

Beitrag zum Klimaschutz

Neben wirtschaftlichen und systemischen Effekten wirft das Whitepaper auch einen Blick auf den Klimabeitrag dezentraler Solarstrom-Speicher-Systeme: Durch den Eigenverbrauch von 171 Mio. kWh Solarstrom wurden im Jahr 2025 laut Nutzerdaten der Studie CO2-Emissionen von rund 75.000 t CO2 vermieden (berechnet auf Basis eines Emissionsfaktors des deutschen Strommixes von 438 gCO2/kWh). Das entspricht etwa dem jährlichen Stromfußabdruck von rund 57.700 Haushalten mit einer Netzentnahme von 3000 kWh/a) bzw. bezogen auf die Stichprobe von 0,326 t pro Jahr und Haushalt.

Mit inzwischen über 1 Mio. registrierten Balkonkraftwerken in Deutschland entwickeln sich Steckersolar-Systeme und Kleinspeicher zunehmend von einer Nischenlösung zu einem relevanten Bestandteil der dezentralen Energieversorgung. Die im Whitepaper analysierten Daten von Anker Solix zeigen, dass auch Kleinspeicher die Wirtschaftlichkeit von Steckersolar- oder Mini-PV-Systemen deutlich erhöhen und gleichzeitig zur Entlastung von Stromnetzen beitragen können.

Mit wachsender Marktdurchdringung, steigender Speicherkapazität und intelligenter Steuerung und Vernetzung könnten speicherintegrierte Energiesysteme künftig einen noch größeren Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien leisten und das wirtschaftlich für Haushalte, netzdienlich für das Stromsystem und klimawirksam zugleich. www.ankersolix.com/de

Fachberichte mit ähnlichen Themen bündelt das TGA+E-Dossier Photovoltaik

Literatur

[1] Impact White Paper: Vom Balkonkraftwerk zum Energiesystem. München: Anker Solix Deutschland, März 2026, Zusendung auf Anfrage über: ankersolix@schwartzpr.de

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