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04.03.2010
IEU

„Geringerer Kesseltauschbonus ist falsches Signal“

Rückwirkend zum 1. Januar 2010 und mit deutlich reduziertem Umfang ist im Marktanreizprogramm zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) der Kesseltauschbonus befristet wieder eingeführt worden (Bericht im TGA-Newsletter). Er honoriert im Altbestand die Installation einer Solarthermieanlage zur kombinierten Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung mit dem gleichzeitigen Austausch eines alten Heizkessels gegen einen Brennwertheizkessel. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) hat jetzt die Fortsetzung der Förderung im Grundsatz begrüßt, befürchtet wegen der Kürzungen aber eine spürbare Verlangsamung des Modernisierungstempos. 2009 wurde der Kesseltauschbonus im Rahmen des MAP insgesamt 55.258 Mal beantragt.

Kesseltauschbonus 2009 und 2010
Der Förderung mit dem Kesseltauschbonus war durch eine Festlegung im MAP zunächst zum 31. Dezember 2009 beendet worden. Ob und in welcher Form die Förderung weitergeführt wird, war dann bis Mitte Januar unklar (TGAonline berichtete). Seit dem 22. Februar ist es amtlich, dass das Bundesumweltministerium die Fördersätze praktisch halbiert hat. Statt bisher 750 Euro für einen neuen Brennwertheizkessel in Kombination mit einer Solaranlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung gibt es künftig neben der Standardförderung der Solaranlage nur noch einen Kesseltauschbonus von 400 Euro. Für Solaranlagen ohne Heizungsunterstützung wurde der bisherige Kesseltauschbonus von 375 Euro nicht verlängert.

„Förderung: Mindestens 10 % der Investitionen“
„Die Entscheidung ist aus unserer Sicht das falsche Signal“, kritisiert Bernhard Funk, Sprecher der IEU. „Dadurch verlangsamt sich das Tempo der notwendigen Heizungsmodernisierung und die Reduzierung von CO2-Emmissionen wird erschwert. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen pro Jahr etwa 1 Mio. Heizungsanlagen erneuert werden. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlegen Verbraucher sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben und in welche Sanierungsmaßnahmen sie investieren. Auch aus diesem Grund macht sich die Initiative Erdgas pro Umwelt dafür stark, dass die Förderung auf mindestens 10 % der jeweiligen Investitionskosten erhöht wird.“ (Vgl.: Wärmemarkt: Zauberwaffe Förderdegression)

IEU fordert mehr Unterstützung für Sanierer
Nach Überzeugung der IEU bedarf es einer besser durchdachten und zielführenderen Förderpolitik. Drei Weichenstellungen seien entscheidend:
  1. Je höher die CO2-Einsparung ausfällt, desto mehr sollte sich der Staat an der Investition beteiligen.
  2. Der Heizungsaustausch muss durch signifikant höhere finanzielle Anreize gefördert werden. Hilfen von Bund und Ländern motivieren Hauseigentümer, alte Heizungsanlagen durch moderne Brennwertgeräte zu ersetzen.
  3. Die Förderpolitik muss transparent, verlässlich und stetig sein. Alle Maßnahmen und Programme sollten nachhaltig, das heißt mindestens auf zehn Jahre angelegt sein.
Funk: „Eine solche Förderpolitik ist eine essenzielle Voraussetzung dafür, dass Deutschland sein Klimaschutzziel im Wärmemarkt erreicht.“ ToR

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