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07.12.2012
proKlima

Erster Passivhaus-Verbrauchermarkt

Der bundesweit erste Verbrauchermarkt im energiesparenden Passivhaus-Standard in Hannover-Wettbergen. (Quelle: meravis)
Der bundesweit erste Verbrauchermarkt im energiesparenden Passivhaus-Standard in Hannover-Wettbergen.
Am 6. Dezember 2012 ist der bundesweit erste Verbrauchermarkt mit Passivhaus-Standard eröffnet worden. Standort: Die in Europa einzigartige Nullemissionssiedlung „zero:e park“ mit 300 geplanten Passivhaus-Wohngebäuden in Hannover-Wettbergen. Der von meravis Wohnungsbau- und Immobilien erbaute REWE-Markt hat eine Verkaufsfläche von 1300 m2 und zeichnet sich durch einen um 30 % geringeren Energiebedarf als bei üblichen neu errichteten Supermärkten dieser Größenordnung aus. „Der Neubau ist weltweit der erste nach diesem Standard realisierte Passivhaus-Verbrauchermarkt und somit ein herausragendes Pilotprojekt“, betont proKlima-Geschäftsführer Harald Halfpaap.

Fokus auf Kühlung und Beleuchtung


Das Passivhaus Institut und der enercity-Fonds proKlima haben gemeinsam mit REWE und den Universitäten Chalmers aus Göteborg sowie der ETH Zürich die Effizienzanforderungen für die einzelnen Komponenten entwickelt. Im Gegensatz zu Wohngebäuden wird der Energiebedarf bei einem Verbrauchermarkt nicht so stark durch die Qualität der Gebäudehülle beeinflusst, sondern vor allem durch Lebensmittelkühlung und Beleuchtung. Die Kühlung hat einen Anteil von rund 60 % und die Beleuchtung von rund 20 % am gesamten Energieverbrauch. Somit lassen sich hier die größten Einsparungen erzielen. Die installierte Leistung der Beleuchtung beträgt 12 W/m2 Energiebezugsfläche. Halfpaap: „Für einen Lebensmittelmarkt ist dies ein extrem niedriger Wert und das Beleuchtungsergebnis ist hervorragend.“

Kühlung sorgt für Raumwärme


Eine herkömmliche Heizungsanlage für die Raumwärme gibt es in dem neuen REWE-Markt nicht. Der Wärmebedarf wird hauptsächlich durch die Abwärme der Kälteanlage gedeckt. Anstelle einer Vielzahl von Kompressionskältemaschinen erfolgt die Kälteerzeugung zentral über eine Verbundkälteanlage. Im Sommer leitet sie die Wärme direkt nach außen ab, ohne den Verkaufsraum aufzuheizen. Nur wenn an sehr kalten Tagen die Abwärme der Kälteerzeugung nicht ausreicht, wird zusätzlich eine Außenluft-Wärmepumpe eingesetzt. Auch bei den Kühlmöbeln wurde besonderer Wert auf höchste Energieeffizienz gelegt, teilweise kommen Ausführungen zum Einsatz, die zuvor in dieser Form noch nie realisiert wurden.

DGNB-Auszeichnung


Der neue REWE-Markt wird außerdem mit dem Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet. Der enercity-Fonds proKlima fördert das Vorzeigeprojekt mit 131.000 Euro. ■
Jochen Vorländer

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