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28.04.2014
Techem

Legionellen: Große TW-Anlagen anfälliger

In großen Trinkwasseranlagen ist die Wahrscheinlichkeit eines zu hohen Legionellenbefalls höher. Diesen Schluss legt eine Ergebnisbewertung von Techem nahe, die zeigt: Mit der Größe einer Liegenschaft steigt auch die Befallsquote. Bis zum 31. Dezember 2013 musste laut Trinkwasserverordnung in einem großen Teil der deutschen Mehrfamilienhäuser die Trinkwasserinstallation auf Legionellenbefall überprüft werden. Durch eine Kooperation mit dem SGS Institut Fresenius ist Techem hierfür einer der wenigen bundesweit agierenden Anbieter.

Die Auswertung von Techem basiert auf den dabei gewonnenen, gemeinsamen Analyseergebnissen. Das Unternehmen wertete die anonymisierten Analyseergebnisse von über 176.000 Proben aus, die bis zum Jahresende 2013 in annähernd 25.000 Mehrfamilienhäusern genommen wurden. Die Auswertung liefert damit einen bundesweiten Trend.

Nahezu jede achte Anlage betroffen


Bundesweit stellte Techem in 13,3 % der untersuchten Liegenschaften einen höheren Befall mit Legionella spec. fest als laut Trinkwasserverordnung (TrinkwV) zulässig – diese sieht einen Maximalwert („technischer Maßnahmenwert“, bei dessen Überschreitung eine von der Trinkwasser-Installation ausgehende vermeidbare Gesundheitsgefährdung zu besorgen ist und Maßnahmen zur hygienisch-technischen Überprüfung der Trinkwasser-Installation im Sinne einer Gefährdungsanalyse einzuleiten sind) von 100 koloniebildenden Einheiten (KbE) in 100 ml Wasser vor.

Rund 7,3 % der ausgewerteten Liegenschaften wiesen einen Befall von 101 bis 1000 KbE/100 ml auf, 5,1 % lagen zwischen 1000 und 10.000 KbE/100 ml und 0,9 % über 10.000 KbE/100 ml. Nennenswerte regionale Unterschiede ergab die Untersuchung zwar nicht, dies könne nach Aussagen von Techem aber auch in der Datenbasis begründet sein: Eine regionale Zuordnung der Ergebnisse ist nur eingeschränkt möglich, da die Anzahl der genommenen Proben lokal zu unterschiedlich war.

Befall großer Anlagen: wahrscheinlicher, aber nicht höher


Das Rohrleitungssystem großer Anlagen hat zumeist einen größeren Rohrdurchmesser, ist länger und weiter verzweigt. Zudem sind Leerstände oder längere Abwesenheit einzelner Mieter in größeren Liegenschaften statistisch wahrscheinlicher. All dies führt zu mehr Stagnation beziehungsweise einem langsameren Durchfluss und auch zu einem größeren Temperaturgefälle innerhalb des Leitungssystems.

Da Legionellen in stehendem oder nur langsam fließendem Wasser mit einer Temperatur zwischen 25 und 55 °C besonders gut gedeihen, finden sie in großen Trinkwasseranlagen zumeist bessere Lebensbedingungen. Dies zeigte auch die Auswertung von Techem. Sie ergab für Liegenschaften mit bis zu zehn Wohnungen eine Befallsquote (Befall von über 100 KbE/100 ml) unter 10 %, für Liegenschaften von 20 bis zu 50 Wohnungen dagegen schon über 20 % und für Liegenschaften mit 100 und mehr Wohnungen sogar eine Befallsquote von durchschnittlich über 30 %. Die Größe der Trinkwasseranlage zeigte in der Auswertung jedoch nur Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Befalls, nicht auf die Höhe.

Hydraulischer Abgleich, Spülungen und Isolierung


In der Regel helfen bei einem Legionellenbefund relativ einfach umzusetzende Maßnahmen, wie eine thermische oder chemische Desinfektion, um den Befall zumindest kurzfristig einzudämmen. Um einen wiederholten Befall zu vermeiden, spielen aber auch die richtigen Präventionsmaßnahmen eine große Rolle: Bei einer korrekten Einstellung der Wassertemperatur, die laut Techem gerade in großen Anlagen deutlich über 60 °C liegen sollte, trägt ein professioneller Hydraulischer Abgleich der Trinkwasser-Anlage dazu bei, dass die Temperatur im gesamten Leitungssystem ausreichend hoch gehalten wird. Regelmäßige Spülungen in leerstehenden Wohnungen, eine an den tatsächlichen Bedarf der Liegenschaft angepasste Dimension der Trinkwasseranlage und die Dämmung freiliegender Warmwasserleitungen, etwa in Leitungsschächten, unterstützen diese Maßnahmen. ■
Jochen Vorländer

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