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14.08.2014
BWP

„Effizienzrichtlinie zügig umsetzen“

Karl-Heinz Stawiarski (Quelle: BWP)
Karl-Heinz Stawiarski
Bis zum 5. Juni 2014 hätte Deutschland die Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht umsetzen müssen. Sie verpflichtet Deutschland bis 2020 den Energieverbrauch um 20 % (verglichen mit 2008) zu senken. Bisher ist dies nicht im erforderlichen Umfang geschehen. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hat nun ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet, an dessen Ende Millionenstrafen verhängt werden könnten.

„Energieeffizienz wird weitgehend ignoriert“


Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP) überrascht dieser Schritt der EU-Kommission nicht: „Energieeffizienz ist der ‚rosa Elefant‘ der Energiepolitik: riesig und auffällig – aber aus irgendeinem Grund wird er weitgehend ignoriert. Das betrifft vor allem den Gebäudebereich. Die Bemühungen, hier weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen, sind bisher sehr überschaubar.“

Die Wärmepumpe wird massiv benachteiligt


Die Fakten werden seit Jahren gepredigt: Fast 40 % des deutschen Endenergieverbrauchs entfallen auf den Gebäudesektor (27 % auf Privathaushalte). Der größte Anteil davon entfällt auf Raumwärme und Trinkwassererwärmung (Bericht von TGA Fachplaner). Gleichzeitig sind vier von fünf Heizungsanlagen veraltet, durch ihre Optimierung und Modernisierung ließe sich viel Energie einsparen. Der Sanierungsmarkt stagniert jedoch. Der BWP macht dafür vor allem fehlende finanzielle Anreize verantwortlich. Stawiarski:

„Energieeffizienz muss sich für die Hausbesitzer lohnen! Es bedarf einer effektiven, bedürfnisorientierten Förderpolitik – dazu gehören u.a. ein vereinfachtes und aufgestocktes Marktanreizprogramm (MAP) sowie steuerliche Abschreibungen von Sanierungsmaßnahmen – vor allem aber auch ein funktionierender Markt. So ist Wärmepumpenstrom anders als andere Heizenergieträger mit einer Vielzahl von Steuern, Umlagen und Abgaben belastet. Die Effizienztechnologie Wärmepumpe wird so massiv benachteiligt.“

Hoffnungsschimmer Aktionsplan Energieeffizienz


Stawiarski sieht jedoch positive Anzeichen: „Es gibt Hoffnungsschimmer, angefangen beim angekündigten Aktionsplan Energieeffizienz. Solche Initiativen müssen sich aber letztendlich in konkreten Ergebnissen niederschlagen und vor allem umgesetzt werden. Ich wünsche mir, dass Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel an dieser Stelle genau so viel Elan und Ausdauer zeigt wie in den ersten Monaten seiner Amtszeit.“ ■
Jochen Vorländer

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