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Planungsprozess und Gewerkeschnittstellen

„Konfliktfreie“ Ausführung von Boden­installations­systemen

Bild 1 Ein estrichüberdecktes Bodeninstallationssystem im Einbaustadium. Der Zugang wird akkurat ausgespart.

PohlCon

Bild 1 Ein estrichüberdecktes Bodeninstallationssystem im Einbaustadium. Der Zugang wird akkurat ausgespart.

Der Artikel kompakt zusammengefasst

  • Bodeninstallationssysteme sind ein technisch anspruchsvolles Element für moderne Gebäude. Die Vielzahl der beteiligten Gewerke, die engen räumlichen Bedingungen und strikte Anforderungen erfordern ein hohes Maß an planerischer Präzision.
  • Mit modular aufgebauten Produktlösungen und begleitenden Planungsleistungen können TGA+E-Planer, Architekten und Ausführende gemeinsam sichere, flexible und zukunftsorientierte Systeme entwickeln. Eine frühzeitige Planung mit qualifizierter Unterstützung ist der Schlüssel zur wirtschaftlichen Umsetzung.

Sie schaffen eine infrastrukturelle Basis für moderne Arbeitswelten, multifunktionale Raumnutzungen und hochverdichtete Räume: Bodeninstallationssysteme in zahlreichen Varianten. Gleichzeitig stellen sie die Planenden vor komplexe Herausforderungen.

Bodeninstallationssysteme sind ein elementarer TGA+E-Baustein für zukunftsfähige Gebäude. Sie vereinen Flexibilität, Nutzerorientierung und technische Leistungsfähigkeit in einem Bauteil. Leitungen für Strom, Daten und Kommunikation werden direkt im Boden geführt und von dort zugänglich gemacht. Je nach Projekttyp kommen unterschiedliche Bodeninstallationslösungen zur Anwendung:

  • Estrichüberdeckte Kanalsysteme: geschützt im Bodenaufbau verlegt, flexibel anpassbar, z. B. für Großraumbüros
  • Estrichbündige Kanäle: Zugriff auf Kanalstrecken jederzeit möglich, ideal für Flächen mit häufiger Nutzungsänderung
  • Doppel- und Hohlbodensysteme mit Einbaueinheiten: hochflexible Nutzung und Anpassung von Büroflächen, Hohlraum dient zur Leitungsführung und als Anschlussraum für Bodentanks
  • Einbaueinheiten und Gerätebecher: für lokal definierte Anschlusspunkte mit einfacher Zugänglichkeit

Diese Produktfamilien sind oft modular aufgebaut und können für eine Vielzahl von Bauaufgaben angepasst werden. Die Planung umfasst bereits in frühen Projektphasen die Entscheidung, welche Systemkonfiguration für welches Nutzungsszenario geeignet ist. Ergänzend zu den etablierten Systemlösungen stehen inzwischen Kanalsysteme zur Verfügung – wie das neue Kanalsystem UKO von PohlCon –, die eine strukturierte Leitungsverlegung vor dem Estricheinbau ermöglichen. Leitungen können bereits bei der Montage des Systems in die Kanalzüge eingelegt werden, beim Kanalsystem UKO lässt sich dazu der Kanaldeckel während der Rohbauphase öffnen. Dies vereinfacht die Koordination der Gewerkeschnittstellen zwischen Estrich- und Elektrogewerk, bündelt Arbeitsschritte und beschleunigt den Bauablauf.

Kollisionspotenziale: planerische Knackpunkte stehen im Fokus

Bild 2 Die Aufteilung im Kanal bringt Ordnung in die Kabelführung.

PohlCon

Bild 2 Die Aufteilung im Kanal bringt Ordnung in die Kabelführung.

Das Bodeninstallationssystem zur elektrischen Versorgung konkurriert oft mit anderen Gewerken im Bodenaufbau. Häufige Konfliktfelder sind:

Estrichhöhe: Bodeninstallationssysteme eignen sich von der Aufbauhöhe her für die meisten Bürogebäude, wobei Mindesthöhen von Einbaueinheiten und Bodentanks zu beachten sind. Ab Estrichhöhen von 70 mm ist der Einbau meist problemlos; bei niedrigeren Höhen werden spezielle Bodentanks verwendet. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen den Gewerken ist hier unerlässlich.

Möblierungsplan und Revisionsöffnungen: Die genaue Abstimmung von Möblierungsplan, Trassenverlauf und Position der Öffnungen garantiert eine optimale Versorgung der späteren Arbeitsbereiche.

Fußbodenheizung bzw. -temperierung: Heizkreise sind rund um die geplanten Bodentanks zu planen und abzustimmen, insbesondere bei estrichbündigen Kanalsystemen.

Raumlüftung über den Boden: Bei Doppelböden erfolgt oftmals die Luftverteilung über den Boden. Die Abstimmung mit dem zuständigen Gewerk gehört zu den relevanten planerischen Herausforderungen und erfordert eine frühzeitige Koordination.

Einbaueinheiten und Bodentanks: Neben der korrekten Positionierung ist auch die Auswahl passend zum Bodenbelag und den Reinigungsanforderungen wichtig. In Bürobereichen kommen meist Kunststoff-Einbaueinheiten für Trockenreinigung zum Einsatz. Für nass gereinigte Flächen bieten Hersteller wie PohlCon Edelstahl-Einbaueinheiten mit normgerechter, geschützter Leitungsausführung an, welche die Elektro-Installation zuverlässig vor dem Eindringen von Wasser schützen.

Brandschutz: Durchdringen Estrichkanäle Brandschutzwände, ist bei der Planung und Ausführung die brandschutztechnische Schottung (und ggf. ihre Kontrollierbarkeit) zu berücksichtigen.

Flucht- und Rettungswege: Bodentanks und Revisionsöffnungen sollten nicht direkt im Gangbereich und insbesondere nicht in Flucht- und Rettungswegen positioniert werden.

Diese engen Schnittstellen verdeutlichen: Unterfluranwendungen sind integraler Bestandteil der gesamten TGA+E-Konzeption und dürfen nicht erst „am Ende“ der Planung stehen.

Bild 3 Ein estrichbündiges System ermöglicht auch nach Fertigstellung jederzeit den Zugriff auf Kanalstrecken.

PohlCon

Bild 3 Ein estrichbündiges System ermöglicht auch nach Fertigstellung jederzeit den Zugriff auf Kanalstrecken.

Potenzialausgleich

Metallische Einbaueinheiten und Bodentanks sowie elektrisch leitfähige Kanalsysteme aller Art sind in den Schutzpotenzialausgleich einzubeziehen. Dabei kommen die Bestimmungen der DIN VDE 0100 zur Anwendung. Unterflursysteme von PohlCon lassen sich über ein umfangreiches Systemzubehör schnell und sicher an den Potenzialausgleich anschließen.

Planung extern unterstützen lassen

Die Planung von Bodeninstallationssystemen geht weit über die Produktauswahl hinaus. Technische Schnittstellen, begrenzte Einbauhöhen und die enge Abstimmung mit anderen Gewerken erhöhen den Bedarf an fachlicher Unterstützung. Besonders bei Projekten mit komplexen Anforderungen und engen Terminplänen gewinnen externe Planungsleistungen an Bedeutung.

Im Bauprozess richten sich diese Leistungen an verschiedene Akteure: TGA+E-Planer integrieren Bodeninstallationssysteme frühzeitig, stimmen sie mit anderen Gewerken ab und erstellen belastbare Ausschreibungen. Architekten erhalten verlässliche Daten zu Einbauhöhen und Bodenaufbauten, Generalplaner und BIM-Koordinatoren wiederum strukturierte, aktuelle Planungsunterlagen. Auch ausführende Unternehmen, insbesondere Elektroinstallateure, profitieren vom geringeren Montageaufwand und der höheren Ausführungssicherheit.

Bild 4 Bei estrichbündigen Systemen muss der Estrich sehr sauber angearbeitet werden.

PohlCon

Bild 4 Bei estrichbündigen Systemen muss der Estrich sehr sauber angearbeitet werden.

Kollisionen rechtzeitig erkennen

Dank projektbezogener BIM- und CAD-Daten lassen sich Konflikte zwischen Bodeninstallationssystemen und anderen Gewerken bereits in der Entwurfsphase erkennen und lösen – besonders bei Flächen mit erhöhten Anforderungen. Normative Vorgaben wie Brandschutz, Potenzialausgleich und statische Anforderungen können dabei sauber in die Planung integriert werden. Präzise Planungsunterlagen verbessern zudem den Bauablauf, reduzieren Nacharbeiten, verkürzen Montagezeiten und minimieren Schnittstellenprobleme. Ergänzende Dokumentationen und prüffähige Modelldaten schaffen Transparenz über den gesamten Gebäudelebenszyklus und erleichtern spätere Anpassungen.

Bild 5 Von estrichüberdeckten Systemen sind nach der Fertigstellung nur noch die Einbaueinheiten sichtbar.

PohlCon

Bild 5 Von estrichüberdeckten Systemen sind nach der Fertigstellung nur noch die Einbaueinheiten sichtbar.

Derartige Planungsleistungen sind nicht in jedem Projekt erforderlich, bieten jedoch bei komplexen Anforderungen einen klaren Mehrwert. Hersteller wie PohlCon unterstützen Planer und Ausführende vom ersten Beratungsgespräch über den Planungsprozess bis hin zum fertiggestellten Projekt. Auf diese Weise ergänzen sie ihr Produktportfolio um planerische Kompetenz – als projektbezogene Hilfestellung, nicht als Ersatz der planerischen Verantwortung. Ingolf Stiens

Kontakt
PohlCon
12057 Berlin
Telefon: (0 30) 682 83 04
contact@pohlcon.com
www.pohlcon.com

Fachberichte mit ähnlichen Themen bündelt das TGA+E-Dossier Elektro-Installation

Bild 6 Bodeninstallationssysteme sind ein technisch anspruchsvolles Element mit vielen Vorteilen bei der Nutzung von Gebäuden.

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Bild 6 Bodeninstallationssysteme sind ein technisch anspruchsvolles Element mit vielen Vorteilen bei der Nutzung von Gebäuden.