TGA-Newsletter: 03-2014 | 13.02.2014 (7.KW)

PLANUNGSBÜRO

BIM-Leitfaden für Deutschland

(c) Harvepino / iStock / Thinkstock
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Building Information Modeling (BIM) gilt vielen als der wesentlichste Kulturwandel im Bauwesen seit der Umstellung auf CAD-unterstütztes Arbeiten und ist in zahlreichen Ländern, beispielsweise in den USA, Norwegen, Finnland, Dänemark, Singapur und Korea, bereits seit mehreren Jahren und meist verpflichtend im Einsatz.

In Deutschland wird BIM derzeit fast ausschließlich in Projekten einiger privater, institutioneller Auftraggeber eingesetzt; die öffentliche Hand hat dagegen kaum Erfahrung und stellt noch keine Anforderungen für die Anwendung der BIM-Methode. Im Rahmen des Forschungsprogramms ZukunftBau wurden in einem Projekt durch die Arbeitsgemeinschaft Obermeyer Planen + Beraten und AEC3 Deutschland umfangreiche Recherchen und Analysen zu unterschiedlichen BIM-Projekten sowie eine Recherche zu regionalen und internationalen BIM-Richtlinien, BIM-Leitfäden und BIM-Standards durchgeführt. Hierbei fällt auf, dass in Deutschland fast ausschließlich private Auftraggeber eigene BIM-Standards einsetzen, im Ausland aber sehr häufig die öffentlichen Auftraggeber dies vorgeben.

Wissenslücken, Unsicherheiten, Ängste


Die Perspektiven und die Zielgruppen in den BIM-Richtlinien sind teils recht unterschiedlich. Aber die Untersuchung hat auch gezeigt, dass die beschriebene Art der BIM-Anwendung in allen internationalen Richtlinien sehr ähnlich ist. Einige Dokumente sind bereits über acht Jahre alt und liegen als mehrfach überarbeitete Version aktuell vor. Die Projektrecherche diente als Grundlage zur Untersuchung der aktuellen Situation und des Kenntnisstandes zum Thema BIM und der Ableitung der Anforderungen an einen BIM-Leitfaden für Deutschland.

Die Erkenntnisse daraus zeigen, dass es neben vielen Wissenslücken (Richtlinien, Erfahrungen, Vertragsgrundlagen) noch große Unsicherheiten und Ängste in Bezug auf die Anwendung der BIM-Methode und der modernen Softwaresysteme gibt. Es fällt auf, dass viele Anwender eine eigene, unterschiedliche Vorstellung und Definition des Begriffs BIM haben. Viele der in den Recherchen angesprochenen Hemmnisse und Probleme sind oft nicht technischer Natur, sondern liegen im Bereich der Informations-, Prozess- und Kommunikationsstrukturen.

Einstieg in die Arbeitsmethode BIM


Der BIM-Leitfaden für Deutschland soll allen am Bau Beteiligten einen ersten Einstieg in die Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) bieten. Er richtet sich an Bauherren, Planer, Bauunternehmen, das Baugewerbe, Handwerker, Produkthersteller und Softwareunternehmen. Der Leitfaden erläutert die notwendigen Begrifflichkeiten zur Orientierung in diesem Umfeld, gibt einen Überblick über Anstrengungen zu BIM im In- und Ausland und beantwortet grundsätzliche Fragen zur zielbringenden Einführung und dem korrekten Umgang mit BIM. Der Schwerpunkt liegt dabei auf einem praktikablen und praxisnahen Einsatz.

BIM erfordert andere Denkweise und neues Verhalten


Die Praxis demonstriert, dass BIM – im Gegensatz zur traditionellen Projektabwicklung – eine andere Denkweise und ein neues Verhalten erforderlich machen. Vor allem in den frühen Projektphasen sind einige wesentliche Punkte zu beachten, die den Projekterfolg maßgebend beeinflussen. Dort wird das Fundament für den Erfolg von BIM im Projekt gelegt.

Fragestellungen, die im BIM-Leitfaden erörtert werden, sind die Umsetzungen in den verschiedenen Bereichen. Was muss ein Auftraggeber bei der Formulierung der Anforderung, BIM im ausgeschriebenen Projekt zu nutzen, beachten? Was müssen Planer über die BIM-Methode wissen, um effektiver zusammenzuarbeiten und dem Auftraggeber eine BIM-basierte Projektabwicklung zu gewähren? Wie müssen die bauausführenden Firmen mit BIM umgehen? Welche neue Form der Informationsbereitstellung bietet BIM für die Bauprodukthersteller und wovon kann das Facility Management beim Betrieb von Immobilien profitieren? Insgesamt: welche Motivationen bei Auftraggeber und Auftragnehmer führen zur Akzeptanz von BIM?

Zentrale Vorteile der BIM-Methode


Als die zentralen Vorteile der BIM-Methode werden die Qualität, Aktualität und Transparenz von Projektinformationen gesehen, die jederzeit auswertbar sind und zu einer höheren Sicherheit hinsichtlich Kosten, Terminen und Nachhaltigkeit in der Projektabwicklung führen. Neben den genannten zentralen Zielen einer transparenten Projektabwicklung, die letztlich zu einer hohen Planungssicherheit führt, wird im BIM-Leitfaden auch der Nutzen für alle Projektbeteiligten herausgestellt, die zu schaffenden Voraussetzungen beschrieben und die dann möglichen und effizienten BIM-Aufwendungen umrissen. ■ (Quelle: www.bbsr.bund.de)

Download: BIM-Leitfaden für Deutschland
Jochen Vorländer

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