TGA-Newsletter: 09b-2018 | 20.09.2018

Smart Home / Smart Building

VdS: IE warnt vor aktuellen Smart-Home-Angeboten

Die europäischen Versicherer beschreiben in einem Positionspapier zahlreiche Schwächen aktueller Smart-Home-Angebote (im Bild eine Prüfung durch die VdS-Laboratorien). (Quelle: VdS Schadenverhütung)
Die europäischen Versicherer beschreiben in einem Positionspapier zahlreiche Schwächen aktueller Smart-Home-Angebote (im Bild eine Prüfung durch die VdS-Laboratorien).
Smart-Home-Systeme sind „viel beworben und oft gewünscht“, so titelt beispielsweise die Stiftung Warentest in ihrer Ausgabe 08-2018. Um dann zum Untersuchungsfazit zu kommen: „Schwach gegen Einbrecher. Keins der getesteten Systeme schneidet gut ab“.

Eine Überraschung ist das Ergebnis allerdings nicht, denn Branchenprofis wissen: „Smart“ ist definitiv nicht automatisch gleichzusetzen mit „sicher“. Polizei und VdS warnen seit langem, dass die zunehmende Vernetzung nicht nur in vielfachen Störfaktoren resultiert, sondern auch in immer neuen, teils sogar bisher unbekannten Risiken.

Systeme haben zahlreiche Schwachstellen

Auch das Präventionsforum des europäischen Versicherer-Dachverbands Insurance Europe (IE) analysierte jetzt das Boom-Thema. Bei Einbruchschadenzahlungen von fast einer halben Milliarde Euro pro Jahr allein durch deutsche Versicherer und immer neuen Schadenszenarien durch Internet-Angriffe haben die Versicherer natürlich besonderes Interesse an verlässlicher Schutztechnik. In einem aktuellen Positionspapier wägt der Verband Nutzen und Risiko des Einbruchschutzes aktueller Smart-Home-Systeme (die oft auch bei gewerblichen Risiken eingesetzt werden) für Endkunden wie Versicherer ab.

Interessant für qualifizierte Hersteller und Errichter sowie Planer und Nutzer: Zusammengefasst werden in dem Positionspapier Veröffentlichungen von Behörden und weiteren anerkannten Institutionen, darunter VdS, welche die Schwachstellen der Systeme klar beschreiben. Das sind unter anderem die übliche 1-Faktor-Authentifizierung (zu schwach), die unverschlüsselte Übertragung von Videodaten, keine Beschränkungen der Falscheingabe von Zugangsdaten, unsichere Interfaces und Apps.

„Es darf sich keine Scheinsicherheit einstellen“

Sebastian Brose, Leiter des VdS-Produktmanagements im Geschäftsbereich Produkte und Unternehmen, betont: „Die Versicherungsexperten wagen auch einen für die Sicherheitsbranche hoffentlich hilfreichen Ausblick in die Zukunft – und fordern ihre Mitglieder in Europa auf, zu verhindern, dass sich bei den Versicherungsnehmern eine Scheinsicherheit einstellt. Wichtig für qualifizierte Errichter: Gerade vor Do-it-yourself-Einbau wird gewarnt.“

Ein Fazit des Positionspapier: Die Versicherer als Meinungsbildner für Schadenverhütung sollen die Anwendung geeigneter Standards im Smart-Home-Segment forcieren. Die fünfseitige Publikation (englisch) steht zum Download auf vds-home.de. ■

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